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Inbox: Kathrein Statement zum Fall Wirecard: Hinweise?


04.07.2020

Zugemailt von / gefunden bei: Kathrein Statement (BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)

ESG-Ratings als Hinweis auf Bilanz(-Skandale)? Fallbeispiel Wirecard:

Kathrein-Statement
  • Die Integration von ESG-Ratings in Unternehmensanalyseprozessen ist sinnvoll
  • Wirecard war und ist in keinem hauseigenen Fonds enthalten
  • Die Probleme im Bereich Governance waren bei Wirecard schon länger bekannt

Was ist ein ESG-Rating?

Neben den klassischen Ausschlusskriterien bedienen sich nachhaltige Fonds oftmals auch der ESG-Ratings von ESG-Research-Anbietern. Um ein ESG-Rating zu erstellen, werden Unternehmen nach zweifelhaften Geschäftspraktiken im Bereich Umwelt, Soziales und Governance analysiert. Diese Vorgangsweise nennt sich auch Kontroversen-Screening, aus dem ein Rating erstellt wird. Auf Basis vieler Kontroversen ergibt sich ein schlechteres Rating. Im Bereich Governance bezieht sich das Screening z. B. auf die Geschäftsethik, die Buchhaltung oder die Führungsstrukturen im Unternehmen. Nachdem ESG-Research-Unternehmen keine firmeninternen Informationen der analysierten Unternehmen haben, können nur öffentliche Informationen wie Medienberichte zur Analyse herangezogen werden. Wenn vor dem Publik-Werden eines Skandals keine Informationen veröffentlicht wurden, können diese auch nicht in den Ratings berücksichtigt werden.
Wurde allerdings schon in den Medien über Kontroversen berichtet, fließen diese Informationen in das Rating mit ein. Zwar kann damit nicht sichergestellt werden, dass alle Skandale im Vorfeld in einem ESG-Rating Berücksichtigung finden, dennoch zeigt sich, dass es sinnvoll ist, ESG-Ratings als eine von mehreren Variablen in Unternehmensanalyseprozesse zu integrieren. Vor allem, wenn sie auf finanzmathematischen Modellen fundieren und nicht jedes Unternehmen fundamental analysiert wird.

Der Fall Wirecard

Wirecard war und ist in keinem hauseigenen Fonds der Kathrein Privatbank enthalten (sowohl Anleihen- als auch Aktienfonds). In unserem nachhaltigen Aktienfonds, dem KCM Aktien Global SRI, lag das vor allem am schlechten ESG-Rating. Damit entspricht das Unternehmen nicht unserem strengen Best-in-Class-Ansatz. Die Probleme im Bereich Governance waren schon länger bekannt. So berichtete die Financial Times Anfang 2019 erstmals über mögliche gefälschte Verträge und Geldwäscheverdachtsmomente. Schon damals hatte das Unternehmen ein schlechtes ESG-Rating, das unter anderem auf unzureichende interne Kontrollmechanismen (Compliance) zurückzuführen war. In der Zwischenzeit hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet und die Aktie über 90 % seit dem letzten Hoch verloren. In solchen Fällen kristallisieren sich die Unterschiede zwischen aktiv gemanagten Fonds und passiven ETFs heraus. Solange die Aktie im DAX-Index enthalten ist, bleibt ein DAX-ETF auch in die Aktien investiert. Ein aktiv gemanagter Fonds hat die Möglichkeit, zu reagieren und die Aktie zu verkaufen.


Kathrein & Co.



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(BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)

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