03.09.2018, 6187 Zeichen

Spätestens seit seinem Höhenflug im vergangenen Jahr hat der Bitcoin auch die Aufmerksamkeit einer breiteren Öffentlichkeit erreicht. Kaum ein anderes Investment wird so heißt diskutiert wie die noch junge Anlageklasse der Krypto-Assets. Für die einen weisen Bitcoin & Co. nicht nur in die Zukunft des Geldes, sondern auch noch in Richtung weiterer disruptiver Anwendungen. Für die anderen handelt es sich dabei um ein Betrugssystem, das irgendwann krachend zusammenbrechen wird. Tatsache ist, dass diejenigen, die früh eingestiegen sind, enorm viel Geld verdienen konnten – sofern sie nicht an einem der zwischenzeitlichen Tiefpunkte wieder herausgeschüttelt wurden. Wer jedoch zu spät kam und erst gegen Ende 2017 kaufte, der sitzt inzwischen auf Verlusten von rund 75%. Aus Investorensicht verhält sich der Bitcoin also ganz ähnlich wie manche Aktie, nur dass die Entwicklungen hier schneller und mit eindrucksvollerer Amplitude ablaufen.

Gekommen um zu bleiben
Was auch immer man vom Bitcoin halten mag, die dahinter stehende Blockchain-Technologie wird nach Ansicht der meisten Experten bleiben und zunehmend Einzug in den Alltag halten. Banken, Versicherer, Logistiker und Unternehmen aus vielen anderen Branchen forschen im Augenblick an Anwendungen für diese Technologie. Damit wird einmal mehr deutlich, dass wohl auch künftig einige der großen und einschneidenden Veränderungen für unser Leben und unsere Lebensweise aus Softwareentwicklungen entspringen werden. Es dürfte daher auch klar sein, wo heute und morgen das große Geld zu machen ist – mit Software (wörtlich: „weiche Ware“) und Technologie. Die Marktkapitalisierungen der großen US-Hightech-Unternehmen wie Apple, Amazon oder Facebook geben davon zwar schon jetzt ein beredtes Zeugnis ab, das Ende der technologischen Entwicklung ist jedoch noch lange nicht absehbar.
Programmiertes Wachstum
Diese Überlegungen leiten auch Stefan Haushahn („HelicopterBen“). In sein wikifolio „Software und IT“ werden ausschließlich Softwareentwickler und IT-Dienstleister aufgenommen, bzw. Unternehmen, die Netzwerktechnik und Cloud-Dienste offerieren oder auf sonstige Weise in den Bereichen Digitalisierung und Automatisierung unterwegs sind. Seine Anlagestrategie basiert dabei auf vier einfachen Grundsätzen: Die Kurse müssen sich in den vergangenen ein bis drei Jahren positiv entwickelt haben, das Unternehmen arbeitet profitabel, die Wachstumsaussichten sind gut und die Marktkapitalisierung sollte eher gering sein.
Ein Großteil der im Portfolio vertretenen Unternehmen stammen dabei aus Deutschland und den USA. Die Cash-Quote liegt aktuell bei 30%. Dafür, dass Haushahn mit seiner Strategie richtig liegt, spricht ein Plus von 20%, um das das wikifolio seit Jahresanfang zugelegt hat. Aufgrund der stetigen Aufwärtsentwicklung wurde „Software und IT“ sogar bereits für „Kontinuierliches Wachstum“ ausgezeichnet.
Zukunft aus der Nische
Auf Zukunftsbranchen setzt auch Leon Sanders („MavTrade“) mit seinem wikifolio „FutureMarkets“. Als Zukunftsmärkte definiert Sanders dabei beispielsweise Mobile Payment, Internetsicherheit oder Aquafarming. Auch Sanders fokussiert sich primär auf kleinere Unternehmen und Nebenwerte.
Er investiert nur dann, wenn das entsprechende Unternehmen über einige Jahre hinweg Gewinne ausgewiesen und seine Wachstumsaussichten gesteigert hat. Anschließend werden die Fundamentaldaten gründlich „abgeklopft“. Neben dem deutschen Fintech-Überflieger Wirecard bilden das Münchener Cyber-Sicherheitsunternehmen secunet Security Networks und der norwegische Lachszüchter SalMar weitere Schwergewichte im Portfolio. Ein beeindruckender Zuwachs von +67% auf Jahressicht macht deutlich, dass bei den Zukunftsbranchen an der Börse bereits heute die Musik spielt.
Qualität mit Wachstumspfiff
Allerdings reicht das Label „Software & IT“ alleine nicht aus, um ein Unternehmen in einen Börsenstar zu verwandeln. Das weiß auch Stephan Freund („freundlich“). Weshalb er mit seinem wikifolio primär auf „Qualität und Wachstum“ setzt. Mit einem mittel- bis langfristigen Zeithorizont investiert er in jene Unternehmen, die hohe Qualität (gemessen an den Fundamentaldaten) mit starken Wachstumsaussichten kombinieren. Für die Aktienauswahl wendet er dabei ein Checklisten- und Punktesystem an, das sich an der bekannten Methode von Susan Levermann ("Der entspannte Weg zum Reichtum") orientiert, dabei aber mehr Gewicht auf das Gewinnwachstum legt.
Was kommt?
Das sollten Anleger im Auge behalten
Noch immer befinden wir uns in den Ausläufern von Sommerloch und Berichtsperiode. Entsprechend dünn ist auch in der kommenden Woche die Liste der angekündigten Nachrichten. Alleine die Quartalszahlen von Bayer dürften für angelegte Ohren sorgen: Wirken sich die jüngsten Urteile gegen Monsanto bereits aus? Welche Rücklagen wurden gebildet? Könnten gute oder gar bessere Zahlen neue Begehrlichkeiten bei potenziellen Klägern wecken? Eine spannende Unternehmens-Story.
Am kommenden Freitag vermeldet schließlich Eurostat die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in der Eurozone. Große Überraschungen sind hier allerdings nicht zu erwarten.
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