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Semperit - es geht immer weiter

Mit Semperit ist eine abwechslungsreiche Unternehmensgeschichte mit vielen Höhen und Tiefen in über hundert Jahren verbunden. Für viele Jahrzehnte waren die im Mehrheitseigentum der Großbanken CA und Länderbank befindlichen Semperit, Steyr-Daimler-Puch und Perlmooser die Paradeunternehmen der Wiener Börse. Die bekannte Reifenmarke wurde noch im vorigen Jahrhundert abgetrennt und von einem internationalen Konzern übernommen. Der verbliebene Rest - ein Konglomerat von unterschiedlichen, technischen Produkten auf Basis von Gummi bzw. Latex wurde von dem eigenwilligen Reinhold Zellner sehr erfolgreich geführt. 

Steigende Gewinne. Mehrheitseigentümer war inzwischen die B & C - Stiftung geworden, die sich mit dem Streubesitz über steigende Gewinne und Dividenden freuen konnte. 

Besonders heikel war die Nachfolgeregelung für Reinhold Zellner. Trotz Warnungen und Bedenken entschied sich der Aufsichtsrat für Thomas Fahnemann, der nach Erfolgen bei Lenzing und einem kurzen Gastspiel bei RHI durch sein selbstbewusstes Auftreten zu beeindrucken wusste. Sein Vorgänger, der Techniker Zellner, war ein rigoroser Kostensparer. Unter Fahnemann sollte die Unternehmensgruppe durch Akquisitionen wachsen. Ein Streit mit dem thailändischen Joint Venture-Partner auf dem Sektor Medizinhandschuhe und der weit überteuerte Kauf einer Handschuhfabrik in Malaysien führten zu hohen Verlusten. Es folgte eine teure Trennung von Fahnemann und weiteren Spitzenkräften. 

Berater sollen Trendumkehr bringen. Ein neues Team soll mit Hilfe von internationalen Beratern, die über zehn Millionen Euro kosten, eine Trendumkehr herbeiführen. Spät, aber doch, kam es auch zu Veränderungen im Aufsichtsrat, der von der B & C - Stiftung dominiert wird und in den letzten Jahren für österreichische Verhältnisse mit fast 500.000 Euro p. a. für acht Personen in dieser mittelgroßen Unternehmensgruppe  extrem hoch honoriert wird.

Unverständnis wegen Hybridkapital. Auf Unverständnis stieß auf der letzten Hauptversammlung auch die Aufnahme von Hybridkapital von der B & C-Stiftung in der Höhe von 150 Mio. Euro, mit einem Jahreskupon von 5,25 Prozent und einer jährlichen Bereitstellungsgebühr von 1,75 Prozent, trotz vorhandener, sehr hoher liquider Mittel von 160 Mio. Euro. 

Operativer Verlust. 2017 wurde mit einem Umsatz von etwas über 800 Mio. Euro ein operativer Verlust von über 30 Mio. Euro verzeichnet. Es gibt keine Dividende, auch für 2018 nicht, und ein Abschluss der Umstrukturierung ist erst für 2020 zu erwarten.

Von Lenzing und Amag verwöhnt. Hoffentlich gelingt es bei dem derzeitigen konjunkturellen Rückenwind, das vorhandene technische Know How so zu nutzen, dass wieder solide Ergebnisse erwirtschaftet werden. Eine starke Herausforderung für die Spitze der B & C - Stiftung, die derzeit von den guten Ergebnissen der Lenzing und der AMAG verwöhnt wird.

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