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Warimpex-CEO Jurkowitsch: "Ein Kapitalmarkt hängt stark von seinen Playern ab"

Unsere WBI-Serie geht in die nächste Runde. Dieses Mal erklären die Warimpex-Vorstände Franz Jurkowitsch und Daniel Folian die Vorteile der Börsenotiz, die Top-Argumente der Equity Story und die Unterschiede der beiden Kapitalmärkte Österreich und Polen. 

Warimpex notiert nun seit elf Jahren an der Börse. War dieser Schritt im Jahr 2007 eine gute Idee?

Franz Jurkowitsch: Ja, absolut! Denn ein Listing an einer Börse erfordert eine größere Transparenz des Unternehmens. Diese Transparenz ist nicht nur für die Aktienkäufer bzw. Aktionäre wichtig, sondern auch bei Anleihe-Emissionen ein Vorteil, weil die Zeichner davon ausgehen können, dass diese Transparenz -  auch bei langen Laufzeiten  -  gewährleistet ist. 

Sie notieren neben Wien auch an der Warschauer Börse. Gibt es einen Unterschied in den Kapitalmarktkulturen zwischen den beiden Ländern?

Franz Jurkowitsch: Ja, der ist feststellbar! Polen ist ja noch eine relativ junge Börse. Und ein Kapitalmarkt hängt immer auch sehr stark von den Playern ab, die am Markt aktiv sind. In Polen sind die Pensionsfonds sehr starke Player. Polen hat eine Pensions­fondsstruktur, die man ziemlich bald nach der Wende eingeführt hat und die sicherlich eine der besten in Zentraleuropa ist. Diese Pensionsfonds haben ein ziemlich großes Veranlagungspotenzial bekommen. Die Pensions­gelder durften anfangs nur in Unternehmen investiert werden, die an der Warschauer Börse notieren. Das konnten aber auch ausländische Unternehmen sein. Insofern hat das viele Unternehmen dazu veranlasst, an die Börse zu gehen  - egal welche Größe diese Unternehmen haben.  Ich glaube, es waren etwa 1000 Firmen, die in kurzer Zeit an die Börse kamen. Hier in Österreich ist ein Börsegang aufgrund der notwendigen Erfüllung von Regulativen aber auch von gesetzlichen Zugangsschwierigkeiten nicht so einfach. Die aktuelle Ini­tiative, den Small- und Midcaps bessere Zugangsbedingungen zu schaffen, ist sicher von Vorteil.

Daniel Folian: Dieser Zugang zur Börse ist sicher einer der wesentlichsten Unterschiede der beiden Märkte: In Polen sind heuer schon viele Unternehmen an die Börse gegangen, was in Österreich nicht der Fall ist. Darüberhinaus hat Polen 40 Mio. Einwohner, da ist auch die Aktionärsbasis naturgemäß umfassender. 

Welche Vorteile des polnischen Kapitalmarkts wären auch für den österreichischen Markt eine Überlegung wert?

Franz Jurkowitsch: Grundsätzlich wäre es sicher kein Nachteil, wenn man Investitionen in Kapitalmarktvehikel, wie z.B. Pensionskassen, mit größeren steuerlichen Anreizen förderte. Man könnte z.B. Freibeträge oder Absetzbeträge einführen. Da gibt es meiner Meinung nach genug Potenzial für Reformen.

Kommen wir zu den Investoren: Was interessiert die Investoren bei Kapitalmarktkonferenzen bzw. Roadshows besonders an Warimpex?
Franz Jurkowitsch: Das hat sich in den letzten Jahren stark verschoben. In den Phasen nach Lehman oder Griechenland hat die Investoren vor allen die Verschuldung interessiert. Jetzt, wo die Firmen in der Regel gute Cashflows haben, hat sich das primäre Interesse auf die Projekt-Pipeline verlagert. Die Investoren wollen wissen, was wir morgen oder übermorgen machen.

Was ist derzeit das Top-Argument ihrer Equity Story?
Franz Jurkowitsch: Wir sind mit der Entwicklung der Gewerbeimmobilien derzeit sehr zufrieden, da läuft es besonders gut und da gibt es Potenzial.

Das Umfeld  für Transaktionen scheint aktuell sehr gut zu sein. Bleibt das ihrer Meinung nach auch so?
Franz Jurkowitsch: Das Umfeld ist nach wie vor gut, wir spüren keinen Abschwung. Ich würde mal so weit gehen und behaupten: So lange das Zinsniveau niedrig ist, wird sich das auch nicht ändern. Mangels ertragreicher Alternativen ist auch der Zufluss in den Immobilien-Sektor, seien es Wohnungen, Zinshäuser oder Immobilien-Fonds, weiterhin stark. 

Daniel Folian: Auch die Verfügbarkeit von Krediten ist gut, was wiederum den Transaktionsmarkt ankurbelt.

Noch eine abschließende Frage:  Welche Aktivitäten gibt es in Richtung Investoren und Aktionärs-Community?
Daniel Folian: Wir waren zuletzt bei der RCB-Konferenz in Zürs mit dabei und versuchen regelmäßig mit unabhängigen Anbietern in verschiedene Länder zu reisen, wo wir Investoren treffen. Das sind London, Genf, Zürich, natürlich Warschau, wo sich der Großteil unserer Institutionellen befindet.

Franz Jurkowitsch: Auf der Investorenseite haben wir aber zuletzt eine Verlagerung in die DACH-Region bemerkt. Das hängt mit einer derzeit stattfindenden Reform der polnischen Pensionsfonds zusammen, die umstellungsbedingt auf eine höhere Liquidität bedacht sind und somit mehr auf größere Unternehmen und liquidere Aktien setzen. 

Text: Christine Petzwinkler

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