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Health Bells – Was Frauen wollen 2

Noch 170 Jahre, bis Frauen und Männer in der Arbeitswelt gleichgestellt sind. Über Symbolpolitik und konkrete Schritte, die gläserne Decke zu durchbrechen.

First things first. Danke für das zahlreiche Feedback auf den letzten „Health Bells“-Beitrag. Es kamen so viele neue Inputs und Fragezeichen, dass wir hier eine Fortsetzung wagen (auch wenn der Film mit Mel Gibson und Helen Hunt, der für den Titel der Kolumne Pate stand, keinen Teil 2 bekam). Zu Beginn noch ein paar Fakten: Laut Gender Gap Report 2016 des Weltwirtschaftsforums wird es noch 170 Jahre dauern, bis Frauen und Männer in der Arbeitswelt gleichgestellt sind. Nur 3,6 Prozent der österreichischen CEOs sind weiblich, bei den Geschäftsführerpositionen in den heimischen Top-200-Unternehmen sind lediglich 7,2 Prozent von Frauen besetzt. Und auch ein Blick in meine eigene Branche der Kommunikation zeigt Bedenkliches: 60 Prozent aller Pressesprecher in Deutschland sind weiblich, in der Altersgruppe der unter 29-Jährigen sind es sogar bereits 80 Prozent. Wer jetzt denkt, dass sich dies auch in der Führung widerspiegelt, liegt falsch. Nur sechs der Kommunikationschefs von 30 DAX-Unternehmen sind weiblich. 

Gläserne Decke. Der Gesundheitsbereich folgte jahrzehntelang einem ähnlichen Muster: Pflege, Assistenz und zahnmedizinische Fächer waren fest in Frauenhand, während Männer klassisch die Berufsfelder Arzt, Zahnarzt oder Gesundheitstechniker besetzten. Hier passierte in den letzten Jahren vor allem beim Berufsbild des Arztes ein starker Wandel, man spricht schon von der „Verweiblichung der Medizin“ und reagiert auch entsprechend mit flexibleren Arbeitszeitmodellen, Unterstützung bei der Kinderbetreuung und Mentorinnen-Programmen. Die gläserne Decke ist allerdings auch hier zu spüren. Alexandra Kautzky-Willer, Professorin für Gender Medicine der MedUni Wien, bringt regelmäßig wissenschaftliche Aspekte in die Diskussion rund um Leadership in der Medizin ein. So ist der Anteil an kinderlosen Professorinnen mit mehr als 40 Prozent sehr hoch und vor allem deutlich höher als in anderen EU-Staaten. Kautzky-Willer sieht die Notwendigkeit von familienfreundlicheren Bedingungen in der Wissenschaft, um die Herausforderungen der Work-Life-Balance für Ärztinnen und Mütter in Führungspositionen besser zu meistern.

Was offensichtlich sowohl für Wirtschaft als auch Gesundheit gilt: Der Kampf für gleiche Löhne, neue Arbeitszeitmodelle sowie ein familienfreundliches Arbeitsumfeld werden als klassische Schlagworte genannt. Stärkere Netzwerkarbeit, Mentoringprogramme und Quotenregelungen sind weitere Ansätze. Auch wenn bei vielen Aktionen kritisiert wird, dass es sich um Symbolpolitik handle, sind Fragen à la „Wie hoch ist der Frauenanteil in dieser Regierung/diesem Aufsichtsrat/dieser Gesundheitseinrichtung?“ doch auch ein Statement per se. So legte Kanadas Premier Justin Trudeau mit seiner liberalen Regierung ein „feministisches Budget“ vor und setzte den Staatshaushalt 2018/19 unter das Motto „Gleichberechtigung und Wachstum“. Kernpunkte des Programms sind mehr Elternurlaub, eine schrittweise Überwindung von Einkommensunterschieden in Bundesunternehmen sowie Mittel für den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen. Dass 2019 in Kanada gewählt wird und der für bunte Socken-Statements berühmte Trudeau seinen Wahlsieg vor allem Frauen zu verdanken hat, wird wohl nicht ganz zufällig sein. Dennoch braucht es auch solche Symbole, um auf Missstände aufmerksam zu machen und Zeichen zu setzen. 

Die Studie „Frauen.Politik.Medien“ zeigte, dass gängige Rollenklischees nach wie vor von Medien zementiert, anstatt aufgebrochen werden. Einflussreiche Bereiche wie Politik, Wirtschaft, Justiz oder Religion sind in der medialen Berichterstattung männlich besetzt. Frauen sind im Gegensatz dazu immer noch häufig als optischer Aufputz in Bereichen wie Beauty, Society, Mode oder Pornografie, fachlich am ehesten bei Gesundheits- und Bildungsthemen vertreten. Ein Grund mehr, auch in einem Börsenmedium erneut zu diesem Thema zu schreiben. 

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(März 2018)





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