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Silber: US-Zölle und Zinsfrust ( Finanztrends)

25.03.2026, 3092 Zeichen

Nach einem rasanten Anstieg in Richtung der 100-Dollar-Marke erlebte das Edelmetall im März einen herben Rückschlag. Während geopolitische Spannungen im Nahen Osten abkühlen, rückt eine völlig neue politische Bedrohung in den Fokus der Anleger. Die US-Handelspolitik und schwindende Hoffnungen auf Zinssenkungen zwingen den Markt zu einer harten Neubewertung.

Zinspolitik und starker Dollar

Der Preis für eine Feinunze fiel im laufenden Monat um rund 22 Prozent auf aktuell etwa 71 US-Dollar. Verantwortlich dafür ist unter anderem die US-Notenbank Fed. Marktbeobachter rechnen für das Jahr 2026 mittlerweile nur noch mit einer einzigen Zinssenkung. Diese Aussicht stärkt den US-Dollar und verteuert das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums. Gleichzeitig steigen die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Anlagen, was die Nachfrage von Investoren dämpft.

US-Handelspolitik sorgt für Unruhe

Ein weitaus spezifischerer Faktor ist die amerikanische Zollpolitik. Seit November 2025 gilt Silber in den Vereinigten Staaten offiziell als kritisches Mineral. Im Januar 2026 leitete Präsident Trump ein sogenanntes Section-232-Verfahren ein. Zwar verzichtete die Regierung vorerst auf direkte Zölle, ordnete aber strikte Verhandlungen an. Bis Juli 2026 könnten Importabgaben oder Mindestpreise folgen. Aus Sorge vor diesen Handelsbarrieren verlagerten Akteure bereits in großen Mengen physisches Metall vom Handelszentrum London an die Terminbörse in New York, um sich gegen Preisverzerrungen abzusichern.

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Fundamentaldaten stützen langfristig

Die geopolitische Lage verschärfte die Preisschwankungen zusätzlich. Während der frühen Phase des Iran-Konflikts schoss der Kurs kurzzeitig auf 97 Dollar, gab diese Gewinne nach der Verschiebung von US-Angriffen auf Energieinfrastrukturen jedoch schnell wieder ab. Abseits dieser kurzfristigen Turbulenzen bleibt die strukturelle Basis des Marktes angespannt. Das Edelmetall steuert auf das fünfte Defizitjahr in Folge zu. Allein zwischen 2021 und 2026 summiert sich der Fehlbetrag auf 820 Millionen Unzen, maßgeblich getrieben durch den enormen Bedarf der Photovoltaik-Industrie von über 230 Millionen Unzen jährlich.

Einige Analysten stützen sich trotz des aktuellen Preisdrucks auf diese robusten Fundamentaldaten. Das anhaltende industrielle Defizit und die wachsende Nachfrage aus dem Solarsektor bilden eine feste Basis für den Kurs. Die nächste konkrete Weichenstellung erfolgt im Juli 2026, wenn die 180-tägige Verhandlungsfrist der US-Regierung ausläuft und mögliche Zölle den globalen physischen Handel neu strukturieren.

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(25.03.2026)

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