30.01.2025, 7527 Zeichen
Wien (OTS) - Raiffeisen Immobilien Analyse sieht Aufwärtstrend bei
Eigentumserwerb
- Nachholbedarf bei der Umsetzung geförderter Darlehen - positive
Vorzeichen für 2025
Das Baukonjunkturpaket der Bundesregierung sollte 2024 für
Impulse auf dem Immobilienmarkt sorgen. Welche langfristigen Effekte
hat das Paket tatsächlich erzielt, und welche Trends werden den Markt
2025 prägen? Raiffeisen Immobilien hat die Entwicklungen analysiert
und gibt Einblicke in die aktuelle Lage.
Zwtl.: Ein herausforderndes Jahr für die Immobilienbranche
Für Immobilienmakler:innen und die Baubranche war 2024
gleichermaßen ein herausforderndes Jahr. Während letztere mit
gestiegenen Baukosten zu kämpfen hatte, waren es für
Immobilienmakler:innen vor allem die gestiegenen Zinsen und die KIM-
Verordnung, die Immobilienfinanzierungen und somit die Vermittlungen
erschwerten. Die Raiffeisen Immobilien Gruppe trotzte einmal mehr dem
negativen Markttrend. 2024 konnte man den Honorarumsatz um 13% auf Ꞓ
35 Mio steigern (2023: Ꞓ 31 Mio). Österreichweit wickelte die
Immobilienmakler-Organisation der Raiffeisenbanken Gruppe 2024 rund
7.300 Transaktionen ab. Der Wert der dabei vermittelten Objekte
belief sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro (Ꞓ 567 Mio, +13%).
Bei Raiffeisen Immobilien sieht man denn auch Licht am Ende des
Tunnels: „Die Talsohle ist durchschritten. Wer seine Hausaufgaben
gemacht hat konnte auch 2024 reüssieren. Vor allem unsere konsequente
Ausrichtung auf höchste Servicequalität, ein verstärkter Fokus auf
Dienstleistungen abseits des klassischen Maklergeschäftes wie z.B.
Liegenschaftsbewertungen, und die enge Zusammenarbeit mit den
Raiffeisenbanken haben sich im angespannten Marktumfeld bewährt.“
resümieren die Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich, Ing.
Mag. (FH) Peter Weinberger und Prok. Peter Mayr.
Zwtl.: Positive Vorzeichen für 2025
Das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) empfiehlt, die
Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (kurz:
KIM-VO) nicht zu verlängern und somit planmäßig per Ende Juni 2025
auslaufen zu lassen. Ein Aufatmen für die Immobilienbranche, denn vor
allem Jungfamilien und Erstkäufer:innen wurde die Kreditfinanzierung
ihres Eigenheims erschwert. Viele konnten die strengen Auflagen (20%
Eigenmittelquote, Rückzahlungsquote maximal 40% des Nettoeinkommens)
nicht erfüllen. Erschwerend hinzu kamen die gestiegenen Kreditzinsen.
Für einige Käufer:innen hieß das, sich räumlich nach etwas Kleinerem
umzusehen. Für viele andere bedeutete es: mieten statt kaufen. " Das
planmäßige Auslaufen der KIM-VO markiert eine Zäsur für den
Immobilienmarkt. Im Verein mit möglichen weiteren Zinssenkungen und
der erstarkten Kaufkraft durch gute Lohnabschlüsse sind das positive
Vorzeichen für 2025 “, so Peter Weinberger.
Zwtl.: Nachfragetrends: österreichweit...
Österreichweit zeigt sich eine gestiegene Nachfrage nach
günstigen Objekten im unteren Preissegment einerseits, sowie im
Hochpreis-Segment andererseits. Der erschwerte Zugang zu
Finanzierungen für Immobilienkäufe hat zu einem starken Nachfrage-
Plus am Mietmarkt geführt. Neubaumarkt und Gebrauchtimmobilien-Markt
drifteten auseinander: Während die Preise im Neubaubereich aufgrund
der hohen Zinsen und Baukosten stagnierten oder sogar leicht
zulegten, hat sich der Markt für gebrauchte Objekte rascher an die
geänderten Gegebenheiten angepasst als erwartet. Gebrauchte
Immobilien sind in vielen Regionen Österreichs günstiger geworden,
was sich positiv auf die Nachfrage ausgewirkt hat. Neben finanziellen
Aspekten spielen auch neue Trends wie nachhaltiges Bauen und digitale
Lösungen eine Rolle. Energieeffizienz und smarte Technologien werden
zunehmend nachgefragt und beeinflussen die Entscheidung beim
Immobilienkauf.
Zwtl.: ... und in den einzelnen Bundesländern
Natürlich gibt es auch eine Reihe regionaler Besonderheiten. Hier
ein Überblick über die Trends in den Bundesländern, von West nach
Ost:
Vorarlberg: Eigenheime sind weiterhin stark gefragt, insbesondere
im erschwinglichen Preissegment. Familienfreundliche Wohnungen und
Immobilien mit Garten, vor allem in Seenähe und im Bregenzerwald,
erfreuen sich großer Beliebtheit. Bestehende Förderungen, wie der
Jungfamilienbonus, unterstützen diese Nachfrage.
Tirol: Die Nachfrage konzentriert sich auf Immobilien unter
250.000 Euro sowie auf hochpreisige Objekte ab 1,5 Millionen Euro.
Die Einführung von Zinszuschüssen für Wohnbaukredite hat für etwas
Entspannung gesorgt.
Salzburg: Die Immobilienpreise sind nach wie vor hoch, was auf
die attraktive Lage und begrenzte Verfügbarkeit zurückzuführen ist.
Die Nachfrage nach Wohnungen bleibt stabil, insbesondere in zentralen
Lagen. Gefragt sind auch hier Objekte im unteren Preisspektrum,
insbesondere kleine Wohnungen, sowie das gehobene Preissegment ab 1
Mio Euro. Regional boomt der Flachgau. Trotz starker Nachfrage muss
mit längeren Verwertungszeiträumen gerechnet werden.
Oberösterreich: Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist gestiegen,
mit einem Anstieg der Suchanfragen um 13%. Die Nachfrage nach
Eigentumswohnungen und Häusern bleibt stabil, wobei gute
Verkehrsanbindungen und Infrastruktur entscheidend sind.
Niederösterreich und Burgenland: Verstärkte Nachfrage nach
gebrauchten Wohnhäusern und Eigentumswohnungen in den Randgebieten
von Ballungszentren. Eine gute Verkehrsanbindung bleibt entscheidend,
wobei die Preisspanne von 300.000 bis 400.000 Euro am stärksten
nachgefragt wird. Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist um 15%
gestiegen.
Wien: Die Nachfrage nach sanierten Altbauwohnungen und
gebrauchten Einfamilienhäusern in Randlagen ist gestiegen.
Gleichzeitig suchen junge Menschen und Familien vermehrt nach
günstigen Mietwohnungen. Gut situierte Käufer sind bereit, für
erstklassige Lagen und hochwertige Ausstattung höhere Preise zu
zahlen.
Zwtl.: Leichter Aufwärtstrend bei Eigentumserwerb
Das von der Bundesregierung 2024 verabschiedete
Baukonjunkturpaket sollte leistbaren Wohnraum fördern und den Erwerb
von Immobilien erleichtern. In einigen Bundesländern, wie
Niederösterreich und der Steiermark, zeigen sich auch tatsächlich
erste positive Effekte. Hier erhalten Antragsteller seit 2024
zusätzliche Zuschüsse von bis zu 10.000 Euro. In anderen
Bundesländern wie Wien, Kärnten und Burgenland fehlen jedoch konkrete
Umsetzungen (siehe dazu auch die beiliegende Übersicht über den
Status der Förderdarlehen auf dem „Zusatzblatt“). " Das
Baukonjunkturpaket hat zweifellos dazu beigetragen, das Thema
leistbarer Wohnraum in den Fokus zu rücken. Erste Erfolge sind
sichtbar, aber der breite Durchbruch blieb bisher aus. Entscheidend
wird sein, wie schnell und zielgerichtet die Mittel in den kommenden
Jahren eingesetzt werden . Allen voran müssen die versprochenen
zinsgünstigen Darlehen aus dem Baukonjunkturpaket endlich umgesetzt
werden - hier sind vor allem die einzelnen Bundesländer gefordert",
betont Peter Mayr.
Zwtl.: Wo es möglich ist: Jetzt kaufen, statt später mehr bezahlen
Doch ist es sinnvoll, bis Juni auf das Auslaufen der KIM-VO zu
warten, um sich den Wunsch vom Eigenheim zu erfüllen? Wer denkt, dass
die Immobilienpreise bis dahin (weiter) fallen, irrt. Viele Experten
rechnen mit weiteren Zinssenkungen, was im Verein mit dem Auslaufen
der KIM-VO zu steigenden Kreditvergaben und damit zu steigender
Nachfrage nach Immobilien führen dürfte. Dementsprechend ist eher mit
einem Preisanstieg bei Immobilien zu rechnen, denn das Angebot an (
neugebauten) Immobilien ist knapp. Für die Baubranche ist laut
Raiffeisen Research zwar auch eine positive Entwicklung zu erwarten,
aufgrund langer Vorlaufzeiten allerdings erst 2026.
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