24.03.2025, 5875 Zeichen
Wien (OTS) - Was sich bereits abgezeichnet hatte, bestätigen nun die
Zahlen der
Statistik Austria: Österreichs Weinexporte verzeichneten 2024 ein
kleines Minus. Durch die global schwierige Marktlage sank der
Exportwert um 6 % auf 233,3 Mio. Euro, die Exportmenge um 1,7 % auf
64,2 Mio. Liter. Langfristig aber zeigt die Entwicklung deutlich nach
oben: Seit dem letzten Exportminus 2015 legten Österreichs
Weinexporte um fast 90 Mio. Euro (+62,7 %) zu.
Bereits Ende 2024 hatte sich abgezeichnet, dass Österreichs
Weinexporte erstmals nach langer Zeit wieder einen Dämpfer erleiden
werden (die ÖWM berichtete ). Nun liegen die offiziellen Zahlen der
Statistik Austria vor: Insgesamt exportierte Österreich letztes Jahr
64,2 Mio. Liter Wein im Wert von 233,3 Mio. Euro. Damit sank die
Exportmenge im Vergleich zu 2023 um 1,7 %, der Exportwert um 6,0 %.
Chris Yorke, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing GmbH (
ÖWM), erklärt: „2023 haben unsere Weinexporte mit 248 Mio. Euro an
der Viertelmilliarde gekratzt. Hauptverantwortlich dafür waren
einmalig hohe Flaschenwein-Exporte in unseren wichtigsten Exportmarkt
Deutschland. Nachdem letztes Jahr wieder mehr günstiger Wein im Tank
nach Deutschland verkauft wurde, haben wir bald bemerkt, dass wir den
außergewöhnlich hohen Exportwert von 2023 nicht halten werden können.
Dafür ist auch die gesamte globale Wirtschaftslage aktuell zu
volatil.“
Zwtl.: Weniger Wein in Flaschen exportiert
Nicht nur nach Deutschland, sondern insgesamt wurde 2024 weniger
österreichischer Wein in Flaschen exportiert: Zu Buche steht ein
Minus von 5,1 % bei der Menge und von 6,3 % beim Wert. Besonders
betroffen waren Rotweine in Flaschen mit 12,5 % weniger Menge und
14,4 % weniger Wert. Um 16,1 % zugenommen hat hingegen der Export von
Weinen im Tank, allerdings zu einem niedrigeren Preis - der
Exportwert der Tankweine sank um 1,4 %.
Zwtl.: Deutschland und Schweiz rückläufig, USA legten zu
In Deutschland fiel der Exportwert durch den höheren Anteil
preiswerter Tankweine um 13,6 % auf 98,8 Mio. Euro. Er liegt aber
weiterhin über dem Niveau von 2022 (94,5 Mio. Euro). Auch die
exportierte Menge sank 2024 leicht um 4,4 %. Dennoch bleibt
Deutschland mit großem Abstand der wichtigste Exportmarkt für
Österreich: 60,2 % aller exportierten Weine gehen in die
Bundesrepublik und generieren 42,3 % des gesamten Exportwerts.
Die Schweiz, 2023 noch an zweiter Stelle, verzeichnete 2024
schmerzhafte Verluste. Die exportierte Menge sank um ein Drittel (
33,1 %), der Exportwert um 18,2 %. Generell importierte die Schweiz
2024 weniger ausländische Weine; zudem schlug sich in dem
traditionell wichtigen Rotweinmarkt die geringere Nachfrage nach
Rotwein besonders stark auf die österreichische Gesamtbilanz nieder.
Den zweiten Platz der Schweiz übernahmen 2024 mit 8,5 % Anteil am
Gesamtexportwert die USA. Nach einem Minus 2023 stieg die Exportmenge
in die Vereinigten Staaten im letzten Jahr wieder um 6,5 %, der
Exportwert um 6,2 %. „Die Entwicklung in den USA, dem größten
Weinimporteur der Welt, freut uns natürlich. Gleichzeitig bleibt
abzuwarten, welche Rahmenbedingungen die Trump-Administration für den
Weinhandel mit Europa schaffen wird“, bleibt Yorke vorsichtig.
Zwtl.: Steigerungen in Kanada, Tschechien und den nordischen
Monopolen
Positiv entwickelt haben sich - wie in den Jahren zuvor - auch
Kanada und die nordischen Monopolmärkte (Norwegen, Schweden, Finnland
). Nach Kanada stieg die Exportmenge um 15,1 %, der Exportwert um
12,1 %. Damit kletterte Kanada in der Liste der wichtigsten
Exportmärkte weiter nach oben. Die nordischen Monopolmärkte legten
sowohl bei Exportmenge und -wert um 1,9 % zu und bestätigen das
nachhaltige Wachstum, das dort seit vielen Jahren vorherrscht.
Besonders stark legte 2024 Tschechien zu: Ein Plus von 80,1 % bei
der Exportmenge und 58,1 % beim Exportwert katapultierten das
Nachbarland unter die wichtigsten Exportmärkte Österreichs - knapp
hinter Dänemark.
Zwtl.: Schwierige Marktkonditionen und kleine Ernte 2024 dämpfen
weitere Prognose
Zur weiteren Entwicklung der Exporte, die für das Weinland
Österreich von entscheidender Bedeutung sind, erläutert Yorke: „Alle
Weinländer haben aktuell mit großen Herausforderungen zu kämpfen:
stark gestiegene Kosten, eine geringere Konsumbereitschaft und ein
geändertes Trinkverhalten der Verbraucher*innen global sind nur
einige davon. Zudem ist die gesamtwirtschaftliche Lage aktuell sehr
volatil und erschwert es, langfristige Absatzstrategien zu
entwickeln. Im Export sind wir als ÖWM daher mehr denn je gefordert,
treffsichere Maßnahmen zu entwickeln, die den größtmöglichen Effekt
pro Markt bewirken. Das kann die Teilnahme an Fachmessen ebenso sein
wie maßgeschneiderte Gastronomie- oder Consumer-Kampagnen.“
Eine rasche Erholung der Weinexporte ist dennoch nicht in Sicht.
2024 mussten sich Österreichs Winzer*innen mit der kleinsten
Erntemenge seit 14 Jahren begnügen - keine guten Vorzeichen für die
Exportwicklung 2025, erklärt Yorke: „Ein Minus beim Exportwert hatten
wir zuletzt 2015; verantwortlich damals: die kleine Erntemenge 2014.
Der Blick in die Geschichte zeigt uns aber auch, dass der
österreichische Wein langfristig eine Erfolgsgeschichte ist. Seit
2015 ist der Exportwert um satte 90 Mio. Euro gestiegen - mehr als 60
%. Dass diese Erfolgsgeschichte möglichst rasch weitergeschrieben
wird, daran werden wir in der ÖWM mit aller Kraft arbeiten.“
Downloads
- Grafiken und Pressefotos (JPG)
Über die ÖWM
Die Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) ist eine
Servicegesellschaft für die österreichische Weinwirtschaft mit Sitz
in Wien. Sie wurde 1986 gegründet und unterstützt und koordiniert die
strategischen Bemühungen der österreichischen Weinwirtschaft um
Qualität und Verkauf. Im Inland ist es das Ziel der ÖWM, die hohen
Marktanteile des heimischen Weins zu halten. Parallel soll der
Weinexport weiter gesteigert werden, wobei die Wertschöpfung im
Vordergrund steht.
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Addiko Group
Die Addiko Gruppe besteht aus der Addiko Bank AG, der österreichischen Mutterbank mit Sitz in Wien (Österreich), die an der Wiener Börse notiert und sechs Tochterbanken, die in fünf CSEE-Ländern registriert, konzessioniert und tätig sind: Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina (wo die Addiko Gruppe zwei Banken betreibt), Serbien und Montenegro.
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