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DO&CO: Interview mit dem neuen Co-CEO Gottfried Neumeister - "Wir haben in der Krise sehr schnell reagiert"

Seit Mitte Juni gibt es bei DO & CO zwei CEOs. Neben Unternehmensgründer Attila Dogudan steht Gottfried Neumeister an der Management-Spitze. Im Interview nimmt er uns mit hinter die Kulissen seiner Wachstumspläne und strategischen Ziele, seiner Vertrags-Erfolge und seines Karrierewegs.

Gratulation Herr Neumeister, Sie wurden vor kurzem zum Co-CEO bei DO & CO bestellt. Neben dem Gründer an der Spitze zu stehen ist von außen betrachtet eine große Wertschätzung.

Gottfried Neumeister: Zweifellos, nicht nur eine große Wertschätzung, sondern auch ein Zeichen dafür, wie gut unsere Zusammenarbeit seit vielen Jahren funktio­niert. Mit einem Gründer und Vollblutunternehmer zusammenzuarbeiten erfordert auch wie einer zu denken und zu handeln - und beides richtet sich immer auf das langfristige Wohl des Unternehmens und selbstverständlich der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine klare Positionierung, rasche Entscheidungen, kontinuierliche Innovation und vor allem die Motivation der Mitarbeiter sind wesentlich. Nur durch unsere unglaublich fleißigen Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag einen Schritt schneller und weiter gehen als die Konkurrenz, und das mit einem charmanten Lächeln auf ihren Gesichtern, sind wir weltweit so erfolgreich. Wir sind Dienstleister aus ganzem Herzen.

In einer Zeit, in der Flugverkehr pandemiebedingt zum Erliegen gekommen ist, ist es DO & CO gelungen neue Airline Catering-Deals abzuschließen. 

Wie schon gesagt, das funktioniert nur, wenn man ein großartiges Team hinter sich hat. So hart diese Zeit war, sie hat uns als Team sicher noch mehr zusammengeschweißt. Gemeinsam haben wir wirklich Bedeutendes erreichen können. Der Zehn-Jahres-Vertrag mit Delta Airlines samt dem damit verbundenen Aufbau eines neuen Standortes in Detroit in diesem schwierigen Jahr ist ein unglaublicher Erfolg für das Unternehmen. Ich muss aber etwas ausholen: Ein echter Game Changer war schon der Gewinn von British Airways vor zwei Jahren. Davor gab es eine große Abhängigkeit vom Türkei-Geschäft. Dass 30 Prozent des Umsatzes aus der Türkei kommen haben Investoren immer kritisch gesehen. Mit dem Gewinn der British Airways wurde dann eine neue Aufmerksamkeit erzeugt, weil dadurch das Risikoprofil von DO & CO deutlich verändert wurde. Das war ein wichtiger Meilenstein.

Da ist ihr Airline-Background sicher von Vorteil. 

Das ist richtig. Ich habe gemeinsam mit Niki Lauda von 2003 bis 2012, also bis zum Verkauf an Air Berlin, die Fluglinie flyniki aufgebaut und geführt. Es ist uns damals bereits im zweiten Geschäftsjahr gelungen, break even und danach profitabel zu sein.

Die Catering-Branche war besonders hart von der Pandemie getroffen. Schaut man sich aber die DO & CO-Aktie an, so ist diese vom Vorkrisen-Niveau nicht mehr weit entfernt.

Wir haben in der Krise sehr schnell reagiert, massiv unsere Kosten angepasst und mussten mit dem Personalabbau unangenehme Schritte gehen. Unser Blick war aber immer nach vorne gerichtet. Mit Delta Airlines ist uns, wie schon erwähnt, ein Meilenstein in der Nordamerika-Expansion gelungen und mit dem Aufbau von  „The Lazy Chef“ oder „Kaiserschmarrn to go“ haben wir auch eine Weichenstellung im Retail Segment geschaffen. Zudem ist der neue Hub in Detroit enorm positiv, dort passiert sehr viel Domestic Travel. Ich bin zuversichtlich, dass wir weiter wachsen werden. Wachstumsmärkte sind für uns ganz klar Amerika aber auch Asien. Die Aufmerksamkeit durch die neuen Verträge bringt uns in eine andere Dimension. Das sehen Investoren offenbar genauso.

Können Sie die neuen Aufträge umsatzmäßig beziffern?

Wir waren vor der Krise bei ei­nem Umsatz von 935 Mio. Euro, und da war eine British Airways und eine Iberia noch gar nicht enthalten. Das hätte uns schon in eine Sphä­re von ca. 1,3 Mrd. Euro gebracht. Mit Delta und Jetblue liegen wir nochmals weiter oben. Unser Ziel ist definitiv stärker als der Markt zu wachsen. Auch wenn es länger dauert, bis der Flugverkehr zurückkommt, un­ser Anspruch ist es, den Markt outzuperformen. Das gelingt uns, indem wir flexibel und schnell reagieren.

Was schätzen große Namen wie British Airways, Iberia oder Delta ganz besonders an DO & CO?  

In erster Linie wollen wir uns differenzieren und jedem Kunden eine gleichbleibend hohe Performance bieten. Wenn wir es schaf­fen, die Kundenzufriedenheit einer Airline zu erhöhen, dann wollen wir ein oder zwei  Prozent mehr ver­dienen als der übrige Markt. Das ist ein großes Versprechen an die eigenen Fähigkeiten, an unsere Qualität und vor allem ist es der Grund, warum wir Verträge ge­winnen - nicht, weil wir die Güns­tigsten sind.

Sie haben das 3. und 4. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Kann man davon ausgehen, dass sich das auch im aktuellen Geschäftsjahr so fortsetzen wird?
Natürlich kann niemand ein­schätzen, wie sich die Pandemie mit ihren Varianten entwickelt. Aber unser Hauptaugenmerk liegt im laufenden Geschäfts­jahr eindeutig darauf, ein posi­tives Ergebnis zu erwirtschaften.

Wir haben die Basis dafür geschaf­fen – jetzt muss sich nur noch der Markt erholen. Ich denke, das wäre in jedem Fall eine starke und positive Message.

Wie sieht es mit anorganischen Wachstumsmöglichkeiten aus?

Es laufen derzeit mehrere Bieterprozes­se. Wir verfolgen das genau und wenn es einzelne interessan­te Standorte gibt, haben wir ge­nug Liquidität und können agie­ren. Wir werden unser  Kapital aber nicht verpulvern, sondern genau überlegen, welche Opportunitä­ten wir wahrnehmen wollen. 

Wie sind die neuen Aktivitäten im Retail-Geschäft angelaufen?

Der direkte Verkauf an den Endkunden ist für uns sehr wichtig. Er setzt den Benchmark für Qualität. Wir kochen jeden Tag frisch, ohne Konservierungsstoffe und ohne Geschmacksverstärker. Das ist etwas, das sich viele Menschen wünschen. Jetzt geht es darum den Weg zu ihnen zu finden. 

Zur Person

Nach Stationen bei Siemens und Maxdata folgte Gottfried Neumeister 2003 dem Ruf Niki Laudas. Er war nicht nur CEO von flyniki, sondern ist bis heute auch Vorstand der Niki Lauda Privatstiftung. In seinem Buch „Reden wir über Geld“ würdigt Lauda seinen Finanz-Manager: „Ich habe nur zwei Berater, den Finanzexperten Gottfried Neumeister und den Rechtsanwalt Haig Asenbauer.  Ihnen vertraue ich zu hundert Prozent. Wenn es etwas Finanzielles zu klären gibt, dann höre ich auf Gottfrieds Rat“. Seit 2012 wirkt Gottfried Neumeister bei  Lauda-Freund Attila Dogudan.

Interview: Christine Petzwinkler

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Aus dem Börse Social Magazine #54
(Juni 2021)





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