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Health Bells – „Wir müssen die Dinge regeln“, Wolford-Report „Fakten haben lange Beine“.

Egal ob im Finanz- oder Gesundheitsbereich: Ohne Transparenz und klare Compliance wird das nichts mit dem Vertrauen.

Während die Weihnachtsfeiertage mit großen Schritten nahen und viele To-Do-Listen final abgearbeitet werden, starten Jahr für Jahr um diese Zeit unbemerkt und leise die Investor-Relations-Verantwortlichen des Landes eines ihrer größten Projekte: den Geschäftsbericht. Konzepte werden gepitcht, Partner ausgewählt und die Streber der Branche haben bis Silvester sogar schon erste, zahlenunabhängige Kapitel wie den Corporate-Governance-Teil geschrieben. Für mich ist der (gut gemachte) Geschäftsbericht nach wie vor eines der stärksten Kommunikationsprodukte eines Unternehmens: Der Zahlenteil ist übersichtlich und zielgruppengerecht aufbereitet, Strategie und Ausblick sind nicht nur Überschriften, sondern ernst gemeinte Statements, der Leser bekommt ein Gespür für die Menschen hinter den Kulissen und einen Überblick über die Themen, die das Unternehmen beschäftigen. Und: Die Besten erzählen schon auf der Titelseite eine Story – an dieser Stelle sei der letzte Bericht der Post AG besonders hervorgehoben.

Ein weiteres Highlight im laufenden Geschäftsjahr war für mich der Wolford-Report „Fakten haben lange Beine“. Darin berichtet das Mode-Unternehmen über Stärken und Chancen, aber auch über aktuelle Herausforderungen und Schwächen. So werden personal- und kostenintensive Strukturen, eine zu komplizierte IT-Infrastruktur sowie die Challenges, die das Online-Konsumverhalten mit sich gebracht hat, offensiv und transparent kommuniziert. Dass das Unternehmen einige Wochen später ausgerechnet mit Intransparenz-Vorwürfen in die Schlagzeilen kam, weil sich die ehemalige Aufsichtsvorsitzende an einem laufenden Bieterprozess beteiligen wollte, ist natürlich bitter. Mit der Transparenz ist es halt so eine Sache: Alle behaupten, transparent zu sein. Die wenigsten sind es wirklich. So wie wir Kinder zuerst jahrelang in dem Glauben lassen, das Christkind gäbe es tatsächlich, gehen auch viele Unternehmen davon aus, erst mit der Sache rausrücken zu müssen, wenn es ohnehin unvermeidbar ist. Und dann kommt noch das ganze – derzeit auch gesellschaftspolitisch sehr spannende – Themenfeld des Whistleblowings dazu. 

Wolfgang Brodil, Professor am Institut für Arbeits- und Sozialrecht, leitete vor einigen Wochen einen hervorragenden Vortrag zum Thema betriebliches Berichtswesen damit ein, dass er völlig nüchtern darstellte: Etwas Negatives zu melden, heißt „einen Kollegen in die Pfanne zu werfen“, also jemanden zu verpetzen. Punkt. Es muss einen Verräter geben, sonst gibt es kein Whistleblowing. Gerade im Gesundheitswesen, wo aktuell ein massiver Pflegeskandal die Staatsanwaltschaft beschäftigt, stellt sich oft die Frage, warum vorhandene Meldesysteme nicht immer greifen und wie man Mitarbeiter stärker ermutigen kann, auf Missstände aufmerksam zu machen. Professor Brodil meinte dazu abschließend: „Ich kann nur empfehlen, Dinge zu regeln. Wenn nichts geregelt ist, ist die Rechtslage oft sehr schwammig. Konfliktmanagement durch Konfliktprävention ist die Devise.“

Und hier geht die Wirtschaft dem Gesundheitswesen mit gutem Beispiel voran. Mit dem Sarban Oxley Act 2002 wurde ein 66-seitiges Gesetz geschaffen, das nach Bilanzskandalen von Unternehmen wie Enron wieder das Vertrauen in den Kapitalmarkt stärken sollte. Diese Form der Corporate Governance und Compliance zieht nun langsam auch im Health-Sektor ein – sei es in der Pharmabranche, sei es in Pflegeeinrichtungen oder Krankenanstalten. Auch wenn die eingangs erwähnten Berichte noch ein paar Seiten dicker werden, sage ich sowohl als Privatanleger als auch als Patient, vor allem aber als Bürger: Weiter so. 

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Aus dem Börse Social Magazine #11
(November 2017)





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