01.10.2014, 2115 Zeichen
Das unabhängige Schweizer Bonitätsinstitut Independent Credit View AG (I-CV) unterzog in ihrer aktuellen Länderstudie ein Spektrum von 51 Staaten einer vertieften Kreditanalyse. Diese wurde mit Simulationen zur Tragbarkeit und Dynamik der Schulden untermauert. Trotz der vorhandenen Marktverzerrungen durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken können Bondinvestoren und Risikomanager relevante Rückschlüsse für ihre künftigen Anlageentscheidungen ziehen. Die Ergebnisse legen nahe, sich auf fundamental solide Emittenten zu fokussieren und Unternehmens- den Staatsanleihen vorzuziehen.
Die Reduktion der Anleihekäufe, der Anstieg der 10-jährigen amerikanischen Staatsanleihen und die schwachen Wachstumszahlen Chinas – diese Konstellation machte vor allem den „Fragile Five“, Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika und der Türkei, zu schaffen. Dr. Ernst Konrad, Geschäftsführer der Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH und Fondsmanager der Phaidros Funds, wirft in den aktuellen Makroperspektiven einen Blick auf die derzeitige Situation dieser fünf Schwellenländer und erklärt weshalb das Umfeld für Kapitalanlagen auch zum aktuellen Zeitpunkt eher ungünstig ist.
Laut Konrad war den „Fragile Five“ trotz mancher Unterschiede in der Vergangenheit eines gemeinsam: Ein Leistungsbilanzdefizit, das vor allem durch kurzfristig orientierte Kapitalzuflüsse aus dem Ausland finanziert wurde. „Droht allerdings wie Mitte letzten Jahres auf einmal eine Liquiditätsverknappung, können die Kapitalimporte plötzlich wegbrechen. Währungs- und Finanzmarktturbulenzen sind dann die Folge“, so Konrad. Mitte des letzten Jahres gaben die Währungen der „Fragile Five“-Länder auf breiter Front nach, die Notenbanken erhöhten die Zinsen, um weitere Kapitalabflüsse zu verhindern, die Anleiherenditen stiegen und Aktienkurse fielen.
Ernst Konrad, Geschäftsführer der Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH und Fondsmanager der Ph...
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