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14.02.2013, 2693 Zeichen

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Bis morgen haben die Bürger noch Zeit, um Vorschläge für das „gefährlichste Finanzprodukt Europas“einzureichen. Die Initiative mag auf den ersten Blick pfiffig erscheinen, doch sie dient eher dem Image der Politiker, löst aber die Probleme der Anleger nicht. Denn zu viel Regulierung schadet und kostet dem Bürger Geld!
Doch eins nach dem anderen: Sven Giegold, Mitglied der Grünen Fraktion im Europaparlament, startete im Januar die Initiative „Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt“. Die Bürger können bis 15. Februar noch Vorschläge einreichen. Ziel ist - sofern möglich -, das gefährlichste Finanzprodukt zu verbieten.

Giegold schreibt über die gefährlichen Produkte, sie seien unnötig komplex oder intransparent. Das gefährde den Verbraucherschutz, etwa weil Risiken verschleiert beziehungsweise nicht marktgerecht bezahlt würden oder weil Wucherkosten mit den Produkten verbunden seien. Sie würden Dritten schaden, etwa den Armen weltweit und insbesondere bei der Spekulation auf Nahrungsmittel und Land...

Unnötig komplex und intransparent ist aber nahezu alles, wenn es ums Thema Geld geht. War den Verbrauchern klar, dass sie mit Riester-Verträgen auch Geld verlieren können? Sind die Abschlußprovisionen bei Lebensversicherung und Bausparverträgen nicht horrend? Komplex sind die Produkte auf jeden Fall – nicht mehr und nicht weniger als viele andere Finanzprodukte. Zum Beispiel schließen auch Bausparkassen Swapverträge ab – nur das weiß der Bürger in der Regel nicht. Und wer überzeugt ist, dass die Nahrungsmittelspekulanten die Preise treiben, sollte einen Blick auf die langfristige Preisentwicklung von Weizen, Kaffee, Zucker, Fleisch, Milch, ect. werfen.

Das einfache Sparbuch wäre aber ebenfalls keine Lösung, da es bekanntlich keinen Inflationsausgleich bietet. Als "gefährlichstes Finanzprodukt" taugt es aber ebenfalls nicht und ist daher bereits von der Wahl ausgeschlossen, ebenso wie zum Beispiel der Lottoschein oder eine Reihe weiterer Vorschläge.

Viel wichtiger als ein Verbot von einzelnen Produkten ist doch die Frage: Ist eine Regulierung des Produktangebots richtige Weg? Der Bürger darf beim Thema Geldanlage nicht als komplett unmündig betrachtet werden! Die Politik sollte den Verbrauchern an der Stelle ruhig mehr Verantwortung zumuten, statt noch mehr Vorschriften zu erlassen, die die Möglichkeiten der Privatanleger beschränken. Denn sie sollten ihr Vermögen erhalten und mehren.

Hinzu kommt: Auch die Regulierung kostet Geld. Seit Jahren arbeitet die Politik daran, neue Vorschriften zu erlassen, die Banken müssen sie umsetzen. Und wer bezahlt? Steuerzahler und Verbraucher.



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    Das gefährlichste Finanzprodukt Europas - was kostet und schadet (Antonie Klotz)


    14.02.2013, 2693 Zeichen

    von  

    Bis morgen haben die Bürger noch Zeit, um Vorschläge für das „gefährlichste Finanzprodukt Europas“einzureichen. Die Initiative mag auf den ersten Blick pfiffig erscheinen, doch sie dient eher dem Image der Politiker, löst aber die Probleme der Anleger nicht. Denn zu viel Regulierung schadet und kostet dem Bürger Geld!
    Doch eins nach dem anderen: Sven Giegold, Mitglied der Grünen Fraktion im Europaparlament, startete im Januar die Initiative „Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt“. Die Bürger können bis 15. Februar noch Vorschläge einreichen. Ziel ist - sofern möglich -, das gefährlichste Finanzprodukt zu verbieten.

    Giegold schreibt über die gefährlichen Produkte, sie seien unnötig komplex oder intransparent. Das gefährde den Verbraucherschutz, etwa weil Risiken verschleiert beziehungsweise nicht marktgerecht bezahlt würden oder weil Wucherkosten mit den Produkten verbunden seien. Sie würden Dritten schaden, etwa den Armen weltweit und insbesondere bei der Spekulation auf Nahrungsmittel und Land...

    Unnötig komplex und intransparent ist aber nahezu alles, wenn es ums Thema Geld geht. War den Verbrauchern klar, dass sie mit Riester-Verträgen auch Geld verlieren können? Sind die Abschlußprovisionen bei Lebensversicherung und Bausparverträgen nicht horrend? Komplex sind die Produkte auf jeden Fall – nicht mehr und nicht weniger als viele andere Finanzprodukte. Zum Beispiel schließen auch Bausparkassen Swapverträge ab – nur das weiß der Bürger in der Regel nicht. Und wer überzeugt ist, dass die Nahrungsmittelspekulanten die Preise treiben, sollte einen Blick auf die langfristige Preisentwicklung von Weizen, Kaffee, Zucker, Fleisch, Milch, ect. werfen.

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    Viel wichtiger als ein Verbot von einzelnen Produkten ist doch die Frage: Ist eine Regulierung des Produktangebots richtige Weg? Der Bürger darf beim Thema Geldanlage nicht als komplett unmündig betrachtet werden! Die Politik sollte den Verbrauchern an der Stelle ruhig mehr Verantwortung zumuten, statt noch mehr Vorschriften zu erlassen, die die Möglichkeiten der Privatanleger beschränken. Denn sie sollten ihr Vermögen erhalten und mehren.

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