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10.04.2013, 3680 Zeichen

Er ruinierte 1995 die britische Barings Bank und saß dafür viereinhalb Jahre im Knast, doch Nicholas Leeson scheint fast wieder ein Star. Mit kräftigem Applaus empfängt ihn das Publikum im Münchner Nobelhotel Sofitel Bayerpost und Leeson spricht vor rund 200 Experten aus der Finanzszene auf dem „private banking kongress“ über seine Vergangenheit. Skandale wie seinen wird es immer wieder geben, ist Leeson überzeugt: „Es gibt viele Ähnlichkeiten zu den heutigen Skandalen.“


Er kennt die Schwachstellen der Banken: „Die internen Kontrollen sind oft zu schwach, die Aufsichtsbehörden hinken hinterher und die Leute sind nur auf die Bonuszahlungen fixiert“. Er selbst sei immer hungrig nach Erfolg gewesen, er wollte ganz nach oben.

„Die Schande ist mein“, sagt er und erklärt den Anfang der Geschichte. Der heute 46-jährige Leeson hatte mit 18 Jahren die Schule verlassen und war zunächst Sachbearbeiter bei einer kleinen Privatbank, danach folgten zwei Jahre bei Morgan Stanley, bevor er zur Barings Bank wechselte. Die sandte ihn nach Asien und er wurde Derivatehändler in Singapur. Kaum vorstellbar, aber die Bank vertraute ihm den Handel an und gleichzeitig verantwortete er die Abwicklung.

Zunächst hatte eine Kollegin einen Fehler gemacht, er hatte ihn versucht auszugleichen und daher Buchungen gefälscht. Verluste verbuchte er in der Folgezeit immer häufiger auf dem Konto 88888 und nimmt Bezug auf den Film „Rough Trader“, in dem seine Story verfilmt wurde: Im Film ist die Rede von 50 Millionen Pfund Verlust an einem Tag. „Das war einer meiner besseren Tage. Ich erwartete jederzeit, dass jemand an die Tür klopft“, so der Händler, der bei Barings als Startrader galt.

Und da der Schwindel nicht aufflog, vertuschte er Verluste weiter. Einmal habe ihn der Chef der SIMEX, der Terminbörse in Singapur, zu sich gebeten. Kurz habe er gefürchtet, dass alles auffliege. Doch der wollte nur mehr Geschäft machen, denn an den Börsen zählt nun mal viel Umsatz.

Offensichtlich waren alle geblendet vom Erfolg der jungen Leeson. Er war Mitte 20, hatte seine Kompetenzen weit überschritten und ertränkte seine Sorgen im Alkohol. Das Handelslimit lag bei 250 Nikkei-Futures pro Tag, oft habe er ein Vielfaches davon gehandelt, sagt er. Als er einmal von einem Chef darauf angesprochen wurde, erklärte er, das würde nur die offenen Positionen betreffen. „Das wäre leicht zu überprüfen gewesen, doch das machte niemand“, sagt er. Die Geschäfte seien zwar nach London gemeldet worden, aber die Informationen hat offensichtlich niemand ausgewertet. „Die hatten nur die Bonuszahlungen im Blick“, sagt Leeson.

Bis 1995. Als die Falschbuchungen aufgedeckt wurden, habe er das erste gemacht, was er konnte:  „Ich bin weglaufen“, sagt Leeson. Mit britischem Humor schildert er seine Gedanken, als er die Zeitung aufschlug und las, dass Barings in Schwierigkeiten war: „Ich dachte, jemand habe noch größere Schwierigkeiten als ich“. Aber schnell war klar, dass die Pleite der ältesten britischen Privatbank sein Verschulden war und die Polizei nach ihm fahndete.

Leeson wurde im Februar 1995 in Frankfurt verhaftet und später nach Singapur ausgeliefert. Über den Gefängnisaufenthalt will er nicht viel reden, er hatte Darmkrebs in der Zeit und seine Frau ließ sich von ihm scheiden. Heute lebt Leeson in Irland, und machte gerade Schlagzeilen, weil er überschuldeten Bürgern bei den Kreditverhandlungen mit den Banken hilft. Darin hat er zweifellos Expertise. Zudem reist er seit Jahren um die Welt, wie in früheren Tagen, und hält Vorträge. Das kann er ebenfalls. Das Publikum zollt im Respekt und applaudiert nochmal kräftig. 

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    Er kennt die Schwachstellen der Banken: „Die internen Kontrollen sind oft zu schwach, die Aufsichtsbehörden hinken hinterher und die Leute sind nur auf die Bonuszahlungen fixiert“. Er selbst sei immer hungrig nach Erfolg gewesen, er wollte ganz nach oben.

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