21.03.2026, 2949 Zeichen
Der juristische Druck auf PayPal nimmt weiter zu. Nach dem überraschenden Rauswurf von CEO Alex Chriss und einkassierten Mittelfristzielen sieht sich der Zahlungsdienstleister nun mit einer zweiten großen Aktionärssammelklage konfrontiert. Im Zentrum der Vorwürfe stehen angeblich irreführende Aussagen über das Wachstum im Kerngeschäft, die Anleger nun teuer zu stehen kommen könnten.
Vorwürfe der Täuschung
Die Kanzlei Hagens Berman hat im Namen von Investoren Klage eingereicht. Die Vorwürfe wiegen schwer: Das Management soll ein falsches Bild über die Zuverlässigkeit der Umsatz- und Wachstumsaussichten gezeichnet haben. Konkret geht es um die Behauptung, die Vertriebsorganisation sei den ehrgeizigen Zielen im Bereich des "Branded Checkout" angesichts der harten Konkurrenz durch Apple Pay gar nicht gewachsen gewesen. Auch die Anfang 2025 ausgegebenen Finanzziele für das Jahr 2027 seien unter den damaligen operativen Bedingungen schlichtweg unerreichbar gewesen.
Der Auslöser des Kurssturzes
Auslöser für die juristische Aufarbeitung ist der fundamentale Einbruch Anfang Februar. Bei der Vorlage der Jahreszahlen offenbarte sich eine drastische Verlangsamung: Das Volumenwachstum beim Branded Checkout fiel von fünf auf nur noch ein Prozent. Die Konsequenzen folgten auf dem Fuß. PayPal trennte sich mit sofortiger Wirkung vom Vorstandschef, da das Umsetzungstempo nicht den Erwartungen entsprach, und zog die Prognosen für 2027 komplett zurück.
Analysten reagierten prompt auf die fehlende Sichtbarkeit bei der künftigen Wachstumsbeschleunigung. Canaccord Genuity strich das Kursziel massiv von 100 auf 42 US-Dollar zusammen, behielt aber die Einstufung auf "Halten" bei. Die Experten verwiesen auf eine notwendige Neubewertung der Wettbewerbsposition und der kurzfristigen Ertragsentwicklung.
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Fristsetzung für Investoren
Die aktuelle Klage reiht sich in ein wachsendes juristisches Problemfeld ein, da bereits die Kanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check ähnliche rechtliche Schritte eingeleitet hatte. Betroffene Anleger haben nun bis zum 20. April 2026 Zeit, sich als Hauptkläger registrieren zu lassen.
Die anhaltende Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Aktuell notiert der Titel bei 37,51 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn einen Verlust von über 24 Prozent. Solange keine neue Führungsstruktur etabliert ist und die rechtlichen Auseinandersetzungen andauern, bleibt das operative Umfeld für den Zahlungsdienstleister stark belastet.
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Börsepeople im Podcast S25/03: Gerald Reischl
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