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Buddy-Blog: Stock Picks für das Nirvana der Euphorie (Wolfgang Matejka)

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14.06.2012, 3421 Zeichen

(Von: Wolfgang Matejka) Erholung im Nirgendwo

In meinem Büro habe ich ein Buch aufgeschlagen, dessen Titel „Nowhere“ ist. Weihnachtsgeschenk der besonderen Art als Folge einer wohl gelungenen Präsentation für einen Kunden. Statt Honorar, gab‘s „Nirgendwo“. Die leersten und ödesten Plätze dieser Erde in einem großartig fotografierten Bildband zusammengefasst. Erholung für Auge und Geist in wilden Zeiten.

Bevor sich mein unternehmerischer Geist mit der Möglichkeit beschäftigt, an ebendiesen Orten vielleicht doch Therapiezentren für entnervte Investoren zu errichten und den unwiderstehlichen Charme von Lavagestein in der Mittagssonne auf ebendiese ungehemmt wirken zu lassen, lass ich es einmal dabei bleiben und führe mir nur die Parallelität zum aktuellen Marktgeschehen vor Augen. Der emotionale Rückschritt der letzten Wochen ist nämlich erschreckend. Nahezu „final“. Das Nirvana der Euphorie. Wie Verurteilte auf ihrem Gang in die Zelle agieren die Märkte. Investoren drücken resigniert ihre letzten „Darling-Investments“ in den Markt. Egal. Selbst ein Short Squeeze der „spanischen Art“ wird blitzartig zur Reduktion von Positionen genutzt. Liquidität hat als Investitionskriterium wieder Hochsaison. „Value“ und „Fundamental“ werden kaum mehr wahrgenommen. Alles, was als illiquid gilt wird erst recht rausgekickt. Ganz nach dem Motto: wer weiß, ob ich die nach dem Wochenende überhaupt verkaufen kann. Und dabei merkt kaum jemand wirklich, dass der Markt zumindest begonnen hat sich zu drehen.

Eigentlich perfekt. Endlich gibt es wieder Aktien zum Sonderpreis. Während Österreich eine 50 jährige (!) Anleihe begibt (wer bitte denkt in diesen Märkten über die nächsten 50 Jahre nach, wenn wir nicht einmal das kommende Wochenende in seiner potentiellen Apokalypse erahnen wollen?) beginnen die Zinsen bereits leicht zu steigen. Der Deutsche Bund Future hat bereits 5 %-Punkte vom Höchst verloren und totgesagte Aktien-Sektoren werden plötzlich nachgefragt. Aber nur weil sich niemand mehr wirklich Versorger, Pharma oder Telekoms ansieht bemerkt man die Bewegung kaum, doch sie ist vorhanden. In die defensiven Sektoren fließt plötzlich Geld. Dies sicher nicht, weil man sich ach so vor den Zyklikern fürchtet, sondern vielmehr weil es ebendiese Sektoren sind die einem langfristigen Investitionsmodell am ehesten entsprechen, ohne großartiges Einzeltitelknowhow mitbringen zu müssen. Das sind Sektoren die konservativen Anlegern immer schon sehr gut gefallen haben und das lässt aufhorchen. Sollte es wirklich der Fall sein, dass bereits Versicherungen, Pensionskassen oder ähnlich strapazierfähige Portfolios den Weg ins Glück gefunden haben und sich, allein schon wegen möglicher Abschreibungen im erdrückenden Rentenportfolio ein wenig „sichere Seite“ einkaufen? Bei den aktuellen Aktienpreisen ein leicht verständlicher Schritt. Nur viele von uns täglichen Investoren waren nicht gewohnt auf dieses Timing zu achten. Haben ja seit Monaten darauf gewartet und wurden im „Nirgendwo“, im autogenen Training, im „investitiven Narrenkasterl“ vielleicht gerade überrascht. Macht nichts, dafür gibt es ja Blogs ;-).

Das Timing zu perfektionieren ist unser Aller Ziel. Die meisten erreichen es nur „dekursiv“ am Investment-Stammtisch. Doch eines ist zumeist der Fall, wenn „die Nacht am dunkelsten ist“, wenn „das Nirgendwo“ zum Paradies wird, dann ist der Wendepunkt noch nie weit gewesen. Das Lächeln kommt danach.



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    Bevor sich mein unternehmerischer Geist mit der Möglichkeit beschäftigt, an ebendiesen Orten vielleicht doch Therapiezentren für entnervte Investoren zu errichten und den unwiderstehlichen Charme von Lavagestein in der Mittagssonne auf ebendiese ungehemmt wirken zu lassen, lass ich es einmal dabei bleiben und führe mir nur die Parallelität zum aktuellen Marktgeschehen vor Augen. Der emotionale Rückschritt der letzten Wochen ist nämlich erschreckend. Nahezu „final“. Das Nirvana der Euphorie. Wie Verurteilte auf ihrem Gang in die Zelle agieren die Märkte. Investoren drücken resigniert ihre letzten „Darling-Investments“ in den Markt. Egal. Selbst ein Short Squeeze der „spanischen Art“ wird blitzartig zur Reduktion von Positionen genutzt. Liquidität hat als Investitionskriterium wieder Hochsaison. „Value“ und „Fundamental“ werden kaum mehr wahrgenommen. Alles, was als illiquid gilt wird erst recht rausgekickt. Ganz nach dem Motto: wer weiß, ob ich die nach dem Wochenende überhaupt verkaufen kann. Und dabei merkt kaum jemand wirklich, dass der Markt zumindest begonnen hat sich zu drehen.

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