10.03.2026, 2812 Zeichen
XRG hält 95,1 % der Covestro-Aktien und hat das Squeeze-out-Verfahren nach deutschem Aktienrecht formal eingeleitet. Auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 soll der Beschluss gefasst werden, die verbliebenen Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung auszuschließen. Damit endet die Börsengeschichte des Leverkusener Polymerkonzerns.
Der Abschied vollzieht sich bereits schrittweise. Seit dem 5. Februar 2026 ist Covestro nur noch im General Standard gelistet, mit entsprechend reduzierten Berichtspflichten. Mit Ablauf des 5. Mai 2026 endet auch die Zulassung zum regulierten Markt. Der Aktienkurs orientiert sich seither nicht mehr an Geschäftszahlen, sondern ausschließlich an der erwarteten Barabfindung – weshalb das Papier trotz schwacher Fundamentaldaten stabil nahe seinem 52-Wochen-Hoch notiert. Wie hoch die Abfindung ausfällt, ermittelt derzeit ein unabhängiger Prüfer.
Die operativen Zahlen zeigen, wie hart die Branchenkrise das Unternehmen getroffen hat. Der Umsatz sank 2025 um 8,7 % auf 12,9 Milliarden Euro, das EBITDA brach um knapp 31 % auf 740 Millionen Euro ein. Der Free Operating Cash Flow rutschte auf minus 283 Millionen Euro, der Nettoverlust belief sich auf 644 Millionen Euro. Eine Dividende gibt es zum vierten Mal in Folge nicht – zuletzt floss 2021 eine Ausschüttung. Als Ursachen nennt Covestro Überkapazitäten, Preisdruck und protektionistische Handelspolitik.
Trotz des bevorstehenden Delistings laufen operative Maßnahmen weiter: Beim Sparprogramm STRONG wurden bis Ende 2025 rund 275 Millionen Euro realisiert, das Jahresziel liegt bei 400 Millionen Euro bis 2028. Für 2026 erwartet der Konzern ein EBITDA auf Vorjahresniveau, beim Free Operating Cash Flow und beim ROCE sollen sich die Werte deutlich verbessern.
Anzeige
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Covestro?
Zusätzlich steht an der Führungsspitze ein Wechsel an: CEO Markus Steilemann verlängert seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht, Finanzvorstand Christian Baier verlässt das Unternehmen bereits im September. Der Aufsichtsrat muss beide Positionen neu besetzen.
Der 19. Mai 2026 markiert den entscheidenden Termin: Nach dem Hauptversammlungsbeschluss und der Eintragung ins Handelsregister gehen die verbleibenden Aktien automatisch auf XRG über – und Covestro verschwindet als börsennotiertes Unternehmen.
Anzeige
Covestro-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Covestro-Analyse vom 10. März liefert die Antwort:
Die neusten Covestro-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Covestro-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Covestro: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Wiener Börse Party #1111: Turnaround Tuesday Effekt bringt erneut sehr positiven ATX mit AT&S vorne, potenzieller Big Deal der RBI
Freisinger
FREISINGER enterprises setzt auf Old-Economy im Bereich von technischen und industriellen Gütern. Persönlicher Kontakt mit einer guten Mischung aus E-Commerce ergeben eine optimale Vertriebsstruktur für technische Gase, Zubehör und Dienstleistungen.
>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
» Cybersecurity: Einheitliche Plattformen verdrängen Einzellösungen ( Fina...
» EU-Datenschutzreform: Experten warnen vor falschen Weichenstellungen ( F...
» Cyberkriminelle umgehen Verschlüsselung mit Social Engineering ( Finanzt...
» Stadtwerke Bochum: Finanzieller Drahtseilakt trotz Rekordgewinn ( Finanz...
» Betriebsräte im Lernrausch: KI-Gesetz und Wahlen fordern Weiterbildung h...
» Cyber Resilience Act zwingt Tech-Riesen zum Umdenken ( Finanztrends)
» Cyber Essentials: Britische IT-Sicherheit wird scharf gestellt ( Finanzt...
» Neurowissenschaftler revidieren das Bild vom alternden Gehirn ( Finanztr...
» Frühjahrsmüdigkeit ist ein kultureller Mythos ( Finanztrends)
» Wohnhausbrand zerstört Mehrfamilienhaus in Wesselburen ( Finanztrends)