22.03.2026, 2737 Zeichen
Ein Gewinneinbruch von 91 Prozent und die offizielle Warnung vor einer „massiven Krise“ zeichnen ein düsteres Bild beim Stuttgarter Sportwagenbauer. Die teure strategische Kehrtwende zurück zum Verbrennungsmotor fordert nun ihren Tribut. Unter dem neuen CEO Michael Leiters drohen drastische Einschnitte, die laut Arbeitnehmervertretern das Gesicht des Unternehmens fundamental verändern könnten.
Milliardengrab Strategiewechsel
Hauptverantwortlich für den beispiellosen Ertragsrückgang im Geschäftsjahr 2025 sind enorme Kosten durch die sogenannte „Verbrenner-Kehrtwende“. Die Abkehr von den ursprünglichen E-Mobilitätsplänen und die erneute Fokussierung auf Verbrennungsmotoren belasteten die Bilanz massiv. Erschwerend kamen US-Zölle hinzu, die bereits im vergangenen Frühjahr eine drastische Prognosekorrektur erzwangen und letztlich sogar den Mutterkonzern Volkswagen im dritten Quartal tief in die roten Zahlen rissen.
Diese fundamentale Schieflage spiegelt sich schonungslos an der Börse wider. Mit einem Schlusskurs von 36,30 Euro am Freitag rutschte das Papier exakt auf ein neues 52-Wochen-Tief ab und markiert damit den vorläufigen Höhepunkt einer monatelangen Talfahrt.
Radikaler Sparkurs bedroht Standorte
Um die ausufernde Kostenstruktur in den Griff zu bekommen, greift Vorstandsvorsitzender Leiters nun hart durch. Er kündigte einen weitreichenden Stellenabbau an, um die Profitabilität des Autobauers wiederherzustellen. Die Dimension dieser Pläne alarmiert die Belegschaft: Der Betriebsratsvorsitzende warnt davor, dass rechnerisch jeder vierte Arbeitsplatz an den deutschen Standorten gefährdet sein könnte. Auch der scheidende Chef Oliver Blume sprach angesichts dieser harten Einschnitte unumwunden von einer „massiven Krise“.
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