18.11.2019, 4459 Zeichen
Digitale Zukunft Europas (1). Am 14.11.19 nahm ich an der Podiumsdiskussion "Stopp des Ausverkaufs innovativer europäischer Tech-Unternehmen" im Fabasoft-Haus in der Laxenburger Straße teil. Michael Zeller von Accenture als erster Redner ließ uns wissen, dass unter den Top30 Internetunternehmen nach Marktkapitalisierung nur ein einziges aus Europa ist, das ist Spotify, alle anderen kommen aus den USA und aus China. Das sind allesamt Plattformunternehmen. Die Plattformunternehmen hat Europa verschlafen, meinte er. B2C existieren in Europa nicht und werden auch nicht kommen. Amazon, Microsoft und Google investieren zu dritt 50 Milliarden Dollar pro Jahr in die Cloud. Nr. 4 und Nr. 5 sind aus China. Europa kann das nicht nachbauen. Man müsste das gesamte Landwirtschaftsbudget der EU verwenden, das ist unmöglich. Der Zug ist abgefahren, das kann man nicht mehr aufholen. Neben der geringen Marktgröße (Europa ist zersplittert, in jedem Land gibt es eigene Regulatorien) ist die geringe Zahl von Risikokapitalinvestoren unser Problem. Es ist halt dramatisch einfacher, eine Plattform wie Uber in den USA auszurollen als in jedem Teilmarkt Europas einzeln. In China ist das vergleichbar einfach.
Wir müssen die Uhr auf Null stellen und akzeptieren, dass wir die Digitalisierung verschlafen haben. Das Zeitalter der Digitalisierung haben wir als beendet erklärt, in der POST-DIGITAL ERA reicht Digitalisierung allein nicht mehr, Digitalisierung ist die Eintrittskarte geworden, die Produkte und Services werden auf den einzelnen Konsumenten maßgefertigt. Der zweite große Trend ist Instant on Demand. Amazon hat es selbstverständlich gemacht, dass man die Bestellung am nächsten Tag geliefert bekommt, in den USA testet man bereits same-day. Die Maschinen werden intelligent, wir in Europa sind die Industrieweltmeister, ein Drittel der Wertschöpfung in Deutschland kommt aus der Industrie, in Österreich ebenso. Die Industrie ist ganz stark im B2B, der Hidden Champion in der Nische, für ganz kleine Losgrößen, für viele österreichische Betriebe ist das keine Besonderheit, weil wir das schon lange im Standard haben. Zuerst müssen die Produkte intelligent werden.
Er erklärte das am Beispiel Rosenbauer, Weltmarktführer bei Feuerwehrautos, dort hat man zuerst jeden Schritt der Produktion digitalisiert. Der zweite Schritt ist, die Produkte intelligent zu machen. Sie melden nun, wann gewartet werden muss. Das neue Geschäftsmodell könnte sein: Verkauf nicht des Feuerwehrautos, sondern einer Anzahl von Einsätzen oder ein bestimmtes Löschvolumen. Man muss das Auto nicht mehr besitzen und bekommt statt dessen das Leistungsversprechen. Verschiedene intelligente Produkte gibt es heute schon. Vielleicht kann man in Zusammenarbeit mit TTTech ein autonom fahrendes Feuerwehrauto herstellen. Das machen uns Amerikaner und Chinesen nicht so schnell nach, dazu braucht man klassische Ingenieurskunst. In Zukunft wird es nicht mehr "Made in Austria", sondern "Operated by Austria" heißen, "wir" (Accenture?) werden der führende B2B-Anbieter sein, wie Fabasoft, oder in Deutschland SAP. Hier in Europa bleiben sollen alle, die auf B2B fokussiert sind.
Zettel meinte, er ist in Bezug auf IT schon optimistischer eingestellt: "Every business is a digital business, in Zukunft gibt es auch keine Nicht-IT mehr." Zum Thema Datenschutz sagte er, man soll zuerst überlegen, was Daten bringen, und nicht, was man damit nicht tun darf. Gerade im Gesundheitsbereich könnte man den nächsten Schritt machen und Daten richtig nützen. Er meinte, wir haben uns mit der DSGVO keinen Gefallen getan, Amerika und China lachen über uns, wir haben einen Rückschritt von 10 Jahren gemacht. Gedacht war dieses Gesetz für die Großen, und jetzt quälen wir alle Kleinen damit. Die Umsetzung ist für Unternehmen eine große Herausforderung. ELGA (Elektronische Gesundheitsakte) kann Leben retten, wenn man die richtigen Daten im richtigen Moment haben soll. Die Datendigitalisierung in den USA und in China ist realisiert, in Europa nicht. Man geht daran, die Daten nutzbar zu machen, für den jeweiligen Fachbereich in den Unternehmen. Sie nützen Machine Learning. Etwa 40% der Podiumsdiskussion sind übermittelt, Helmut Fallmann und Daniel Fallmann werden auch noch zu Wort kommen, und es wird heiterer.
Fabasoft ( Akt. Indikation: 22,90 /23,40, -0,22%)
Rosenbauer ( Akt. Indikation: 37,10 /37,40, -0,93%)
(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 18.11.)
Wiener Börse Party #1102: ATX deutlich erholt, heute FACC-Day an der Wiener Börse, spannende News bei cyan, Aufschlag Erich Hampel
Fabasoft
Uhrzeit: 22:59:29
Veränderung zu letztem SK: 1.72%
Letzter SK: 11.65 ( 1.75%)
Rosenbauer
Uhrzeit: 23:00:37
Veränderung zu letztem SK: 0.10%
Letzter SK: 48.60 ( -1.82%)
Bildnachweis
Aktien auf dem Radar:FACC, Amag, Strabag, Austriacard Holdings AG, Polytec Group, Flughafen Wien, Rosgix, EuroTeleSites AG, Wienerberger, Telekom Austria, AT&S, Hutter & Schrantz Stahlbau, SBO, RHI Magnesita, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Athos Immobilien, CA Immo, EVN, CPI Europe AG, OMV, Bajaj Mobility AG, Österreichische Post, UBM, Verbund.
Random Partner
CPI Europe AG
Die CPI Europe AG ist ein börsenotierter gewerblicher Immobilienkonzern, der seine Aktivitäten auf die Segmente Einzelhandel und Büro in sieben Kernmärkten in Europa (Österreich, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Polen) fokussiert. Zum Kerngeschäft zählen die Bewirtschaftung und die Entwicklung von Immobilien.
>> Besuchen Sie 53 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» FACC übertrifft eigene Prognosen und steuert auf Milliarden-Umsatz zu (P...
» Wiener Börse Party #1102: ATX deutlich erholt, heute FACC-Day an der Wie...
» Österreich-Depots: Rekord (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 25.2.: Erich Hampel, CA Immo, Post, voestalpine (Börse G...
» Nachlese: Daniel Hahn wikifolio (audio cd.at)
» PIR-News: Zahlen von FACC, EVN, Deals bei Strabag und cyan, Aktienkäufe ...
» Wiener Börse zu Mittag stärker: FACC, Bawag, RBI gesucht
» Börsepeople im Podcast S23/19: Daniel Hahn
» ATX-Trends: wienerberger, AT&S, Bawag, Erste Group ....
» Österreich-Depots: Etwas fester (Depot Kommentar)
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wiener Börse: ATX legt am Mittwoch ein Prozent zu
- Wiener Börse Nebenwerte-Blick: FACC steigt mehr a...
- Wie FACC, EuroTeleSites AG, Bajaj Mobility AG, Ro...
- Wie SBO, AT&S, RBI, Bawag, Wienerberger und CPI E...
- FACC übertrifft eigene Prognosen und steuert auf ...
- Vorstands-Änderungen bei der Wiener Privatbank
Featured Partner Video
Zertifikate Party Österreich: Zufriedenes Update Zertifikate Real Money Depot bei dad.at - Bayer und RBI brachten Plus, Verlierer gibt es auch
Structures are my best Friends. In Kooperation mit dem Zertifikate Forum Austria (ZFA) und presented by Raiffeisen Zertifikate, Erste Group, BNP Paribas, Societe Generale, UBS, Vontobel, dad.at, ge...
Books josefchladek.com
Jan Tschichold
Typografische Entwurfstechnik
1932
Akadem. Verlag Dr. Fr. Wedekind & Co
Alessandra Calò
Ctonio
2024
Studiofaganel
Ray K. Metzker
City Lux
2025
Ludion Publishers
