02.05.2019, 4090 Zeichen
Rock Tech Lithium: E-Busse sparen 100 Millionen Barrel Diesel
Dirk Harbecke, Chairman von Rock Tech Lithium, erläutert Hintergründe zum Lithiummarkt

Elektro-Pkw setzen sich immer mehr durch. Beispielsweise war im März der Tesla Model 3 in der Schweiz das am meisten verkaufte Fahrzeug und lies die bisherigen Bestseller Skoda Octavia und VW Golf hinter sich. Fast noch beeindruckender verläuft jedoch die Entwicklung bei elektrisch angetriebenen Bussen. Wie bei den Pkw spielt auch hier die Musik vor allem in China. In der Millionen-Metropole Shenzhen fahren mittlerweile nur noch E-Busse – in absoluten Zahlen sind das 16.359 Fahrzeuge. Sie sparen nicht nur Diesel, sondern sind auch deutlich leiser als herkömmliche Busse.
In ganz China sind mittlerweile rund 400.000 E-Busse unterwegs. Zusammen werden sie in diesem Jahr an die 100 Millionen Fass Diesel einsparen. Das bedeutet, dass - ceteris paribus - mehr als 40 Millionen Tonnen CO2 weniger in die Luft geblasen werden.
Mit welchem Tempo die Elektrifizierung in China voranschreitet, lässt sich am Beispiel der Zwölf-Millionen-Menschen-Metropole Shenzhen veranschaulichen. Erst 2010 hatte sich die Stadtverwaltung mit dem ortsansässigen Bus- und Autohersteller Build Your Dreams (BYD) zusammengesetzt, um einen entsprechenden Plan aufzustellen. Im Jahr darauf gingen bereits die ersten 200 elektrisch angetriebenen Gelenk- und Doppeldeckerbusse an den Start. Mittlerweile verfügt die Busflotte zu 100 Prozent über Elektromotoren. Gleichzeitig fahren gut 12.500 Taxis ebenfalls mit Strom. Sie kommen damit auf einen Anteil von mehr als 60 Prozent. Schon im kommenden Jahr sollen auch alle Taxis elektrifiziert sein.
Shenzhen spielt sicherlich eine Vorreiter-Rolle. Aber auch andere chinesische Großstädte ziehen nach. So will Peking seinen Bestand an Elektro-Bussen bis zum Jahr 2021 von 1.000 auf 10.000 Fahrzeuge aufstocken. Dann werden rund 60 Prozent der Stadtbusse von Elektromotoren angetrieben. Vor Kurzem hat die chinesische Hauptstadt bereits zwei viel genutzte Fahrtrouten auf elektrische Busse umgestellt. Auf den beiden Strecken werden pro Jahr an die 3,5 Millionen Fahrgäste transportiert. Allein durch diese Elektrifizierung werden pro Jahr 1.600 Tonnen CO2-Emissionen gespart.
Westliche Metropolen starten mit E-Bussen
Noch fahren 99 Prozent aller weltweiten E-Busse auf den Straßen Chinas. Doch so langsam werden auch die Großstädte in den westlichen Industrienationen aktiv. So wollen beispielsweise die Berliner Verkehrsbetriebe bis 2030 ihre gesamte Busflotte auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge umstellen. Das Land Berlin unterstützt die Maßnahme mit 106 Millionen Euro. Vom Bundeshaushalt kommen weitere 48 Millionen Euro. Dadurch zahlt die Verkehrsbetriebe für die E-Busse nicht mehr als bei der Anschaffung neuer Dieselbusse.
London will, wenn sich Fahrzeuge, die gerade getestet werden, als alltagstauglich erweisen, im kommenden Jahr immerhin 300 Elektrobusse anschaffen. Auch in Sydney und Los Angeles sind erste E-Busse unterwegs. Das gilt auch für Großstädte in Italien und Norwegen. Erst vor ein paar Wochen hat BYD einen 27 Meter langen Riesen-E-Bus vorgestellt, der 250 Fahrgäste transportieren kann. Das Fahrzeug soll anfänglich in Südamerika zum Einsatz kommen. Über eine mangelnde Nachfrage kann sich BYD insgesamt nicht beklagen. Bei dem Konzern stehen Verkehrsbetriebe Schlange, um neue E-Busse zu bestellen.
Was der internationale Roll-out von Elektro-Bussen für die Lithium-Nachfrage bedeutet, lässt sich an folgendem Beispiel verdeutlichen: 1.000 Busse mit Elektromotoren verdrängen nach Berechnungen von Bloomberg New Energy Finance pro Tag 500 Fass Diesel. 1.000 Elektro-Pkw kommen gerade einmal auf 15 Barrel pro Tag. Bei Lithium dürfte es ähnlich aussehen. Bei der Herstellung eines Elektro-Busses wird im Vergleich zur Produktion eines Pkw mit Elektromotor die vielfache Menge des Leichtmetalls benötigt.
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