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Stunde(n) der Wahrheit (Andreas Kern)

24.10.2018, 6455 Zeichen

 

Portrait <a href= Andreas Kern" data-udi="umb://media/6dc0a03189d846a88cd0b6381a4e183f" />


mit der Bayern-Wahl sind die Spekulationen um die künftigen politischen Verhältnissen im Freistaat beendet worden. Das im Vorfeld von den Demoskopen erwartete Wahldebakel für SPD und CSU wurde zur Gewissheit. Immerhin hatten die Beteiligten ausreichend Zeit, um sich auf dieses – dann nicht mehr vollkommen überraschende – Ergebnis einzustellen. An der Börse ist eine derartige Vorlaufzeit regelmäßig nicht gegeben. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf beispielsweise in dieser Woche eine Umsatz- und Gewinnwarnung die Aktionäre des Dialyse-Spezialisten FMC. Der Schock der Anleger ließ sich an zweistelligen prozentualen Kursverlusten ablesen. Von einem eher defensiven Titel wie FMC erhoffte man sich eigentlich Stabilität für das Depot. Auch die Aktien der HeidelbergCement wurden zuletzt schlagartig weich, als der Konzern bekanntgab, dass aufgrund höherer Energiekosten nunmehr mit einem leicht rückläufigen Ergebnis zu rechnen sei.

 

Fakten auf den Tisch!

Mit der jetzt anstehenden Berichtssaison wird also zunehmend Klarheit einziehen, wie sich die Unternehmen in einem schwieriger gewordenen Umfeld tatsächlich geschlagen haben. Zweifellos wird es auch negative Überraschungen geben. Insgesamt aber dürfte sich das Enttäuschungspotenzial durch die bereits gedämpften Erwartungen verringert haben. In dem Maße, wie die Fakten auf den Tisch kommen, wird zudem die Neigung des Marktes schwinden, ganze Branchen über längere Zeit „in Sippenhaft“ zu nehmen. Beim ehemaligen TecDAX-Titel Elmos Semiconductor, einem Halbleiterhersteller mit engen Verbindungen zur Automobilindustrie, hatten sich die Anleger beispielsweise bereits auf eine Hiobsbotschaft eingestellt. Tatsächlich hob der Konzern seine Gewinnprognose für 2018 dann jedoch sogar an und die Aktie legte an nur einem Handelstag um fast 20% zu. Stock-Picking und eigenes Research werden belohnt – und genau das ist die Domäne vieler wikifolio-Trader.

Rücksetzer als Chance

Ein Kursrutsch lässt sich immer von zwei Seiten betrachten: Für Altaktionäre bedeutet dieser – zumindest auf dem Papier – Vermögensverluste. Für neue Investoren kann sich dadurch jedoch eine attraktive Kaufchance ergeben. Genau hier setzt Christian Schmidt („Schmidt“) mit seinem wikifolio „Fundamental unterbewerte Aktien“ an. Der Name ist Programm, denn Schmidt verfolgt eine eher antizyklische Value- und Dividendenstrategie. Auf die Lauer legt er sich vor allem in Deutschland und Europa, wo er nach Aktien Ausschau hält, deren Börsenwert unterhalb des von ihm ermittelten Substanzwertes liegt.

Fundamental unterbewertete Aktien

Hohe Ausschüttungen, ein niedriges KGV und eine Notiz unterhalb des Buchwertes können Indizien für die Attraktivität eines Titels sein. Interessanterweise scheut Schmidt auch keine Investments in Technologie- und Wachstumsaktien. So finden sich unter anderem der IT-Dienstleister Cancom und das Biotechunternehmen Morphosys in seinem wikifolio, das seit der Auflage im Juni 2012 rund 165% zulegen konnte. Selbst der Blick auf die schwierigen letzten zwölf Monate fällt mit einer Rendite von knapp 5% positiv aus. Aus einer Cash-Quote von über 20% lässt sich gleichwohl aktuell noch eine gewisse Zurückhaltung Schmidts gegenüber den Märkten ablesen.

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Zurück in die Zukunft

Auch für Jörn Remus („Nordmann2015“) und sein wikifolio „Nordstern“ sind dies spannende Zeiten. Denn in einer scharfen Korrektur werden meist auch fundamental starke Papiere mit intakten Zukunftsperspektiven von Investoren übereilt aus den Depots geworfen. Bei seinen Käufen konzentriert sich Remus auf Aktien aus Wachstums- und Zukunftsbranchen, deren Geschäftsmodell an echten Megatrends ausgerichtet ist. Wie die Top-Holdings des wikifolios beweisen, findet er geeignete Titel in ganz unterschiedlichen Branchen und Regionen. Aktuell hält er beispielsweise Anteile des Biotechkonzerns Evotec, des Windkraftanlagenbauers Nordex und des chinesischen Ecommerce-Riesen JD.com.

Nordstern

Recht flexibel ist der Zeithorizont seiner Investments: Remus geht auch kurzfristige Trades ein, wobei er das Timing an charttechnischen Signalen ausrichtet. Ebenfalls möglich ist die Aufnahme von Derivaten, beispielsweise zur Depotabsicherung. Mit dieser Strategie fuhr er auf Jahressicht eine Rendite von über 12% ein. Auf Sicht von knapp dreieinhalb Jahren summieren sich die Gewinne sogar auf 78%.

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IT-Revolution geht weiter
Obwohl über den künftigen Konjunkturverlauf meist Unsicherheit herrscht, wird sich der Megatrend Digitalisierung dadurch kaum aufhalten lassen. Für IT-Unternehmen sind daher weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten zu erwarten – besonders auf mittlere bis lange Sicht. Mit diesem Zeithorizont investiert das wikifolio „IT Leader“ von Felix Hagmann („Zinseszins“) in die Top-Titel der Branche. Hauptsächlich deutsche und US-Aktien erfüllen derzeit Hagmanns Anlagekriterien, welche primär auf die Qualität des Geschäftsmodells abstellen.
 
IT Leader

Neben den beiden im TecDAX enthaltenen IT-Dienstleistern Cancom und Bechtle zählen auch der US-Chiphersteller Nvidia und das DAX-Schwergewicht SAP zu den Top-Positionen seines wikifolios. Trotz der scharfen Korrektur der vergangenen Wochen erreicht er in den letzten zwölf Monaten noch immer ein mehr als respektables Plus von 28%. Damit lässt Hagmann die meisten Märkte weit hinter sich.

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Was kommt?

Das sollten Anleger im Auge behalten

In den kommenden Tagen werden Unternehmensmeldungen die Börsenschlagzeilen bestimmen. Im Technologiesektor werden Anleger vor allem Microsoft (24.10.), Intel (25.10.) und Alphabet (25.10.) genau beobachten. Hierzulande sind unter anderem Daimler (25.10.), Deutsche Bank (25.10.) und BASF(26.10.) von Interesse. Weiteren Aufschluss über die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft gibt am Donnerstag der vielbeachtete ifo-Index.

Für den kommenden Freitag steht dann die erste Schätzung des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das dritte Quartal an. Erwartet wird ein Plus von 3,3% im Vergleich zum Vorjahresquartal.

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Im Original hier erschienen: Stunde(n) der Wahrheit


(24.10.2018)

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Audio: Heiko Geiger: "Dann wird man halt zum Aktionär"

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Die Kathrein Privatbank AG mit Sitz in Wien wurde 1924 von Carl Kathrein gegründet und zählt zu den führenden Privatbanken im deutschsprachigen Raum. Ihre Kernkompetenz liegt in der Verwaltung von privatem, unternehmerischem und institutionellem Vermögen sowie dem Vermögen von Privatstiftungen. Als Tochter der Raiffeisen Bank International AG bietet die Privatbank die Vorteile eines flexiblen, eigenständigen sowie serviceorientierten Instituts und die Sicherheit einer stabilen, internationalen Bankengruppe.

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