06.06.2018, 5580 Zeichen
Nicht ganz halten konnten die europäischen Börsen gestern die anfänglichen Kursgewinne, im Laufe des Nachmittags drehten die wichtigsten europäischen Indices zum großen Teil leicht in die Verlustzone, lediglich der DAX konnte einen leichten Zuwachs ins Ziel retten. Belastet wurden die Börsen vor allem durch die Abgaben bei den Finanzwerten. Hier spiegelten sich die erneut aufflammenden Sorgen um Italien wieder. Insgesamt war der Bankensektor mit einem Minus von 1,7% der schwächste in Europa. Hingegen waren Technologietitel im Aufwind, hier schwappte die Euphorie aus den USA über und der Sektor konnte ein Plus von 1,5% erzielen. Aktien der Freizeit- und Luftfahrbranche mussten ebenfalls abgeben, die hohen Treibstoffpreise und daraus resultierende geringere Erträge bereiteten den Investoren Sorgen. Am stärksten erwischte es die britische Kreuzfahrtreederei Carnival mit einem Minus von 5,5%. Die britische Regierung hat ihre Beteiligung an der Royal Bank of Scotland auf 62,4% verringert, dies geschah aber mit Verlusten. Die Aktien des Finanzinstituts büßten 5,3% ein. Givaudan in Zürich litt unter einer Verkaufseinstufung durch Goldman Sachs und musste 1,6% abgeben. Infineon profitierte von der Kauflust bei den Technologietiteln und konnte 2,7% zulegen, auch SAP verzeichnete ein Plus von 1,2%.
Mit deutlichen Verlusten musste gestern der ATX den Handel beenden, zu Börsenschluss stand ein Minus von 2,0% zu Buche. Voestalpine litt unter der Meldung, dass Vorstandschef Eder in den Aufsichtsrat wechselt. Nachfolger wird der langjährige Voest-Manager Herbert Eibensteiner, die Aktie war mit 3,5% Tagesverlust einer der schwächsten Titel in Wien am gestrigen Tag. Zusätzliche Belastung kam von den Bankentiteln und den Ölwerten. Raiffeisen büßte 3,8% ein, Bawag gab 2,2% nach und auch die Erste schloss mit einer 2,0% tieferen Notierung. OMV gab bedingt durch schwächere Ölpreise 2,1% nach, obwohl der Gasdeal mit Gazprom verlängert werden konnte. Auch Schoeller-Bleckmann litt unter nachgebenden Rohstoffpreisen und verzeichnete ein Minus von 1,5%. Wenig beeindruckt zeigten sich die Bautitel von der Meldung, das wieder Razzien auf Grund des Verdachts auf illegale Preisabsprachen durchgeführt wurden, Strabag legte 0,6% zu und Porr notierte bereinigt um den Dividendenanschlag nur 0,2% tiefer als am Vortag. Stärkster Wert im prime market waren der Beleuchtungsspezialist Zumtobel mit einem satten Plus von 6,4%, gegenüber dem Juli des Vorjahres notieren die Papiere aber immer noch mehr als die Hälfte tiefer.
Nach dem starken Start in die Woche hat der US-Aktienmarkt am Dienstag an Dynamik eingebüßt. Zwar stiegen die Kurse der drei Tech-Schwergewichte Apple , Amazon und Microsoft auf neue Höchstmarken. Apple verteuerte sich um 0,8%, Amazon stieg um 1,9%& und Microsoft ging 0,5% höher aus dem Handel. Auch der Technologie-Index Nasdaq Composite erreichte früh ein Rekordhoch. Er gab die Gewinne anschließend aber teilweise wieder ab. Der Dow Jones Industrial und der S&P 500 traten derweil auf der Stelle. Starbucks litt unter der Meldung, dass sich der langjährige Chef aus dem Unternehmen zurückziehen will und gab 2,4% ab. Twitter wird in Kürze Monsanto im S&P500 ersetzen, das brachte den Aktienkurs 5,1% nach oben. Mylan erhielt die Zulassung für ein Biopharmazeutikum, dass einem Produkt von Amgen sehr ähnlich ist. Mylan zog daraufhin um 3,8% an, während Amgen rund 2,0% abgeben musste.
Vorerst weiter deutlich nach unten ging es für die Ölpreise, ehe im Laufe des Tages auf Grund der Meldung, dass die USA bei Saudi-Arabien angeblich ein Ende der Förderkürzungen erbeten hat die Kurse wieder nach oben drehten. Brent schloss 0,1% stärker, bei WTI betrug das Tagesplus 1,2%. Der Handel in Gold verlief ziemlich ruhig, gegen Ende kam es zu leichten Zugewinnen und das Edelmetall notierte knapp unter 1.300 US-Dollar. Der Euro konnte ebenfalls gegen Tagesschluss leicht zulegen und wurde bei rund 1,172 gegen den US-Dollar gehandelt
Vorbörslich sind die europ. Börsen unverändert indiziert. Die asiatischen Börsen schließen uneinheitlich. Von der Makroseite werden diverse Daten veröffentlicht. Von der Unternehmensseite berichtete heute Früh voestalpine Ergebnisse (Details siehe unten).
UNTERNEHMENSNACHRICHTEN
voestalpine
veröffentlichte heute Morgen die Ergebnisse für das schiefe Geschäftsjahr 2017/18. Der Umsatz konnte dabei ggü. dem Vorjahr um 14,2% angehoben werden, was erwartungsgemäß einem neuen Rekordwert entspricht. Neben höheren Stahlpreisen profitierte das Unternehmen von einer anhaltend guten Konjunktur in den wichtigen Kundenbereichen Automobil, Luftfahrt sowie im Maschinenbau. Dementsprechend legte das EBITDA um 26,8% zu auf €2Mrd., wobei die Division Steel die größten Zugewinne erzielen konnte. Das EBIT verbesserte sich um 43,4% auf €1,2Mrd. während das Nettoergebnis bei €817,9Mio. lag nach €527Mio. im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2018/19 geht das Unternehmen für die nächsten Monate weiterhin von einer guten Konjunktur aus. Der reparaturbedingte Stillstand des größten Hochofens dürfte jedoch wie bereits bekannt gegeben auf die Ergebnisse drücken. Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres ist das Unternehmen wie üblich jedoch eher vorsichtig, insbesondere aufgrund der momentanen Handelsdiskussionen. Insgesamt sollen sowohl EBIT und EBITDA im FY18/19E auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Dividendenvorschlag für 2017/18 beläuft sich auf 1,40 Euro pro Aktie (erwartet waren 1,34 Euro).
FY17/18: Umsatz: €12,9Mrd. (12,8e); EBITDA : €2Mrd. (1,9e); EBIT: €1,2Mrd. (1,2e); Nettoergebnis vor Minderheiten: €817,9Mio. (735e)
Börsepeople im Podcast S25/09: Philipp Pölzl
Amazon
Uhrzeit: 13:04:17
Veränderung zu letztem SK: -0.04%
Letzter SK: 213.60 ( -3.06%)
Amgen
Uhrzeit: 13:03:30
Veränderung zu letztem SK: -1.49%
Letzter SK: 304.80 ( 1.15%)
Apple
Uhrzeit: 13:04:14
Veränderung zu letztem SK: -0.66%
Letzter SK: 268.70 ( -1.25%)
ATX
Uhrzeit:
Veränderung zu letztem SK: -0.00%
Letzter SK: 6084.17 ( -0.53%)
DAX Letzter SK: 6084.17 ( -0.75%)
Dow Jones Letzter SK: 6084.17 ( -1.35%)
Gazprom
Uhrzeit: 17:30:24
Veränderung zu letztem SK: -0.00%
Letzter SK: 0.00 ( 0.00%)
Goldman Sachs
Uhrzeit: 13:04:14
Veränderung zu letztem SK: -0.61%
Letzter SK: 907.00 ( -4.94%)
Infineon
Uhrzeit: 13:02:03
Veränderung zu letztem SK: -5.14%
Letzter SK: 77.30 ( -9.11%)
Microsoft
Uhrzeit: 13:04:14
Veränderung zu letztem SK: 0.47%
Letzter SK: 359.95 ( -2.66%)
Nasdaq Letzter SK: 359.95 ( 0.00%)
OMV
Uhrzeit: 21:53:27
Veränderung zu letztem SK: 1.14%
Letzter SK: 63.40 ( 0.40%)
Porr
Uhrzeit: 12:59:02
Veränderung zu letztem SK: -0.13%
Letzter SK: 38.45 ( -4.83%)
S&P 500 Letzter SK: 38.45 ( -2.64%)
SAP
Uhrzeit: 13:03:56
Veränderung zu letztem SK: -1.23%
Letzter SK: 161.48 ( -1.84%)
Starbucks
Uhrzeit: 13:03:30
Veränderung zu letztem SK: -0.46%
Letzter SK: 82.61 ( 1.22%)
Strabag
Uhrzeit: 13:02:51
Veränderung zu letztem SK: -0.27%
Letzter SK: 91.90 ( -0.86%)
Uhrzeit: 21:58:45
Veränderung zu letztem SK: -0.27%
Letzter SK: 0.00 ( 0.00%)
voestalpine
Uhrzeit: 13:02:03
Veränderung zu letztem SK: -1.21%
Letzter SK: 47.20 ( -3.24%)
Zumtobel
Uhrzeit: 13:02:03
Veränderung zu letztem SK: -0.77%
Letzter SK: 3.90 ( 0.52%)
Bildnachweis
1.
Aktien auf dem Radar:Polytec Group, Semperit, AT&S, Austriacard Holdings AG, Amag, Kapsch TrafficCom, Zumtobel, Rosenbauer, Rosgix, CA Immo, FACC, Reploid Group AG, Andritz, Mayr-Melnhof, Palfinger, EuroTeleSites AG, Fabasoft, Frequentis, Gurktaler AG Stamm, Porr, voestalpine, BKS Bank Stamm, CPI Europe AG, Österreichische Post, Telekom Austria, Infineon, IBM, Cisco, Nvidia, Fresenius Medical Care, Bayer.
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