07.09.2017
Zugemailt von / gefunden bei: E&Y (BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)
| Österreichs Versicherer sind Musterschüler bei Kapitalpuffern – alle Gesellschaften erfüllen EU-Vorgaben für Eigenkapitalquoten |
In einer umfangreichen Analyse hat die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY unter die Lupe genommen, wie gut Österreichs Versicherungsunternehmen in puncto Solvabilität aufgestellt sind. Basis dafür waren die zum im Mai für das Geschäftsjahr 2016 (Stichtag 31. Dezember 2016) veröffentlichten Berichte über die Solvabilität und Finanzlage von 37 in Österreich durch die Finanzmarktaufsicht beaufsichtigten Versicherungsunternehmen. Als ausschlaggebende Messgröße für die Solvabilität, also die Ausstattung mit Eigenmitteln, hat EY die Solvabilitätsquote (SCR-Quote, Solvency Capital Requirement) aller Versicherer in den Sparten Lebensversicherung, Nicht-Lebensversicherung und Kompositversicherung untersucht. Die Quote berechnet sich aus dem Verhältnis von verfügbaren Eigenmitteln und erforderlichem Risikokapital. Entsprechen die Eigenmittel exakt der Solvenzkapitalanforderung, liegt die Quote bei 100 Prozent. Österreichs Versicherer sind Musterschüler bei Kapitalpuffern Heimische Versicherungsunternehmen verdienen sich beim ersten Bericht nach der Umsetzungspflicht von Solvency II durchgehend Top-Noten. Mit einer durchschnittlichen Quote von über 250 Prozent übertreffen sie die gesetzlichen Vorgaben deutlich. Rainer Kaufmann, Senior Manager Financial Services Advisory bei EY Österreich, dazu: „Österreichs Versicherer wirtschaften sehr stabil und sind Musterschüler bei Eigenkapitalquoten. Alle FMA-geprüften Anbieter übererfüllen mit ihrer Solvabilitätsquote die gesetzlichen Vorgaben. Das heißt, dass alle heimischen Versicherer über genügend Kapitalreserven verfügen, um Negativszenarien zu überstehen, die statistisch einmal alle 200 Jahre vorkommen oder in zwölf Monaten eine von 200 Versicherungen treffen können. Obwohl sich diese positive Bilanz quer durch alle Sparten zieht, gibt es zum Teil immense Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherungsunternehmen. Zwischen dem Anbieter mit dem höchsten und jenem mit dem geringsten Kapitalpuffer liegen 500 Prozentpunkte“. Bei Kompositversicherungen, also Anbietern von Schaden- und Unfallversicherungen und Lebensversicherungen, liegt die durchschnittliche Solvabilitätsquote bei 218 Prozent. Die höchste Bedeckungsquote in der Sparte weist mit 343 Prozent die GRAWE Versicherung auf. Dahinter folgen Wüstenrot (273%) und die Vorarlberger Landesversicherung (262%) auf den Plätzen zwei und drei. Bei den Lebensversicherungen liegt die Quote mit 226 Prozent im Durchschnitt knapp höher. Die höchste Bedeckungsquote hat dort mit 270 Prozent die HYPO Versicherung. Dahinter folgen die APK Versicherung (256%) und die FWU Life Insurance Austria, die ehemalige Skandia (239%). „Das aktuelle Niedrigzinsumfeld dämpft die Quoten in den Sparten Komposit- und Lebensversicherung. Da sichere Anlagen wie Staatsanleihen momentan nur wenig Rendite abwerfen, sind die langfristigen Zinsgarantien deutlich schwieriger einzuhalten. Diese Kluft stellt in allen Sparten außer den Nicht-Lebensversicherungen ein erhebliches Risiko dar, das sich deutlich in den Solvabilitätsquoten niederschlägt“, so Rainer Kaufmann. Am höchsten ist die durchschnittliche Quote dementsprechend in der Sparte Nicht-Lebensversicherungen mit 314 Prozent. Auf der Spitzenposition liegt mit 633 Prozent die auf Haftpflichtversicherungen spezialisierte SK Versicherung. Dahinter folgen die Allianz Elementar Versicherung (399%), die VIG VIENNA INSURANCE GROUP (390%) und die Europäische Reiseversicherung AG (383%). Die dominierenden Risiken stellen das Marktrisiko und das versicherungstechnische Risiko für den Bereich Nicht-Leben dar. Die Verlustausgleichsfähigkeit der versicherungstechnischen Rückstellungen sowie der latenten Steuern bewirken im Branchendurchschnitt eine Verringerung der Solvenzkapitalanforderung um rund 25 Prozent. „Bei der Bewertung der Bedeckungsquoten muss immer bedacht werden, dass diese nur ein erster Ausgangspunkt sind und nicht immer Eins zu Eins verglichen werden können. Die Erfahrungen zeigen, dass die Solvency II-Kennzahlen kurzfristig stark schwanken können. Die Versicherer haben Bewertungsspielräume, um Besonderheiten abzubilden. Manche Unternehmen verwenden anstatt des Standardmodells von Solvency II deshalb auch interne Modelle, die das individuelle Risikoprofil genauer abbilden“, so Kaufmann abschließend. |
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