23.07.2015, 3349 Zeichen
In aller Kürze möchte ich ein paar Dinge aus dem jüngsten Pressestatement zu den Zahlen von IBM für das zweite Quartal 2015 zusammenfassen und meine Gedanken zur momentanen Situation zum Ausdruck bringen:
- Es stechen natürlich sofort die drastischen Rückgänge bei Umsatz und Gewinn (absolut betrachtet) ins Auge. Bereinigt um Währungseffekte und die Desinvestition sanken die Umsätze im zweiten Quartal aber gerade mal um 1 Prozent. Auf das erste Halbjahr bezogen blieben die Umsätze gleich.
- Die operativen Margen sind relativ konstant geblieben
- Die Prognose für den Free Cashflow wurde sogar leicht angehoben
- Das Cloud-Geschäft insgesamt liefert mittlerweile auf das Jahr hochgerechnet bereits Umsätze von 8,7 Mrd. USD und wuchs bereinigt um Sondereffekte um 70%.
- Die Umsätze in den restlichen strategischen Prioritäten wuchsen wie folgt (bereinigt um Sondereffekte):
- Business Analytics 20%
- Mobile 300%
- Social Revenues 40%
- Per Ende Juni hatte das Unternehmen 980 Millionen Aktien ausstehend, mittlerweile dürften es wieder ein paar weniger sein.
- Etwas niedrig kommt mir momentan die effektive Steuerrate bei 16% vor.
- Die Bilanz ist auf den ersten Blick weiterhin beängstigend, wenn man sich stur die Goodwill-Quote (>200%) und die Eigenkapitalquote (12%) ausrechnet. Ich persönlich sehe aber vor allem die Verschuldungssituation als absolut unter Kontrolle. Es stehen rund 35,5 Mrd. USD Cash und Finanzforderungen (die meines Erachtens relativ schnell zedierbar wären) Finanzschulden von rund 39 Mrd. USD gegenüber. Mit einem jährlichen Free Cashflow im zweistelligen Milliardenbereich ist das also überhaupt kein Problem.
Alles in allem sehe ich IBM weiterhin voll auf Kurs. Man kauft brav Aktien retour, wenngleich sich das Tempo der Rückkäufe im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert hat. Die Wachstumsraten in den Geschäftsbereichen, auf denen der Fokus liegt, zeigen, dass die Gesellschaft die richtigen strategischen Entscheidungen trifft. Der Dollar wird sich auch nicht immer so nach oben entwickeln. Die derzeitige Richtung der Währung wirkt sich ja doppelt negativ aus: einerseits werten tatsächlich gemachte Geschäfte ab, was sich in den Statements zeigt. Andererseits drückt der starke Dollar aber auch auf die potenzielle Nachfrage überhaupt, was man in den Zahlen nicht sieht. Bei einer Umkehr dieses Trends würde bzw. wird das natürlich doppelt in die entgegengesetzte (positive) Richtung wirken. Über das Potenzial von Produkten wie Watson habe ich ohnehin schon hier geschrieben. Dies gilt für mich weiterhin uneingeschränkt.
Grundsätzlich sehe ich die Upside bei IBM in zweifacher Hinsicht: einerseits durch eine Wiederaufnahme des Wachstumstrends bei Umsatz und Ertrag. Das sollte innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre eigentlich der Fall sein, wenn man sich die Umsatzverhältnisse von „alten“ und „neuen“ Segmenten ansieht. Allein das Cloudgeschäft könnte unter Beibehaltung dieser Wachstumsraten selbst in naher Zukunft schon erhebliche Rückgänge in den restlichen Sparten auffangen. Andererseits müsste IBM aufgrund des Wandels von einem Technologieunternehmen hin zu einem Software- und Dienstleistungsunternehmen mittelfristig mit einem wesentlich höheren Multiple bewertet werden, als jetzt. Was es braucht, ist Geduld – und die kennt eine in Quartalen denkende Börse nicht.
The post Einige Anmerkungen zu IBM appeared first on Bargain.
Monthly Main Event #1: Darüber spricht man an der Wiener Börse im April 2026
IBM
Uhrzeit: 13:03:56
Veränderung zu letztem SK: 0.49%
Letzter SK: 213.90 ( 0.98%)
Bildnachweis
1.
IBM, IBM Client Centre London, UK JuliusKielaitis / Sh
, (© www.shutterstock.com) >> Öffnen auf photaq.com
Aktien auf dem Radar:Rosenbauer, Flughafen Wien, Österreichische Post, EuroTeleSites AG, Kapsch TrafficCom, Polytec Group, Bajaj Mobility AG, AT&S, CPI Europe AG, SBO, Andritz, DO&CO, Erste Group, FACC, Gurktaler AG Stamm, OMV, Palfinger, RBI, Verbund, voestalpine, Wienerberger, Semperit, BKS Bank Stamm, SW Umwelttechnik, BTV AG, Oberbank AG Stamm, Amag, CA Immo, Telekom Austria, RHI Magnesita, DAX.
Random Partner
Do&Co
Als Österreichisches, börsennotiertes Unternehmen mit den drei Geschäftsbereichen Airline Catering, internationales Event Catering und Restaurants, Lounges & Hotel bieten wir Gourmet Entertainment auf der ganzen Welt. Wir betreiben 32 Locations in 12 Ländern auf 3 Kontinenten, um die höchsten Standards im Produkt- sowie Service-Bereich umsetzen zu können.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Österreichs Börsenunternehmen erobern die Invest Stuttgart – mit Kaffee,...
» LinkedIn-NL: Live vom Österreich-Stand auf der Invest in Stuttgart ...
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Thomas Leissing, Netflix, AT&S, Gregor ...
» Börse Social Depot Trading Kommentar (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 17.4.: Semperit (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Thomas Leissing Treasury & Finance Convention, Heiko Thieme (a...
» ATX am April-Verfallstag leicht im Minus – AT&S dominiert das Börsenjahr...
» PIR-News: Semperit, Addiko, Research zu AT&S, Erste Group (Christine Pet...
» Wiener Börse Party #1137: ATX zum April-Verfall zunächst etwas leichter,...
» 1. Monthly Main Event Podcast Sendetermin (Christian Drastil)
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Rosenbauer und Wienerberger vs. RHI und Mayr-Meln...
- Österreichs Börsenunternehmen erobern die Invest ...
- AXA und Talanx vs. Swiss Re und Uniqa – kommentie...
- Telecom Italia und O2 vs. Deutsche Telekom und Or...
- ThyssenKrupp und ArcelorMittal vs. voestalpine un...
- LinkedIn-NL: Live vom Österreich-Stand auf der In...
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1137: ATX zum April-Verfall zunächst etwas leichter, AT&S 17x in 74 Handelstagen top, Duett mit Gregor Rosinger
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Tehching Hsieh
One Year Performance 1978–1979
2025
Void
Matteo Girola
Viewfinders
2025
Studiofaganel
Lisette Model
Lisette Model
1979
Aperture
Richard Avedon
Nothing Personal
1964
Atheneum Publishers
Yasuhiro Ishimoto
Someday Somewhere (Aru hi aru tokoro, 石元泰博 ある日ある所)
1958
Geibi Shuppan
