03.05.2013, 2636 Zeichen
Die EZB denkt über negative Zinsen nach und solide Schuldner werden mit Geld überhäuft. Attraktive Renditen gibt es nur noch bei Schuldnern mit weniger guten Bonitäten. Doch welche Länder bergen große Risiken und welche bewerten die Marktteilnehmer als solide?
Bei der Einstufung der Qualität eines Schuldners nutzen Anleger meist Ratings, noch schneller auf Veränderungen reagieren aber die CDS (Credit Default Swaps), die Prämien für Kreditausfallversicherungen. Sie zeigen, zu welchen Preisen sich die Marktteilnehmer in der Praxis gegen Zahlungsausfälle absichern. Dabei gilt: Je höher die Prämie, desto größer das Risiko.
Zunächst ein Blick in den Süden: Die CDS-Prämien für Italien liegen, so die Daten von Deutsche Bank Research, aktuell mit rund 255 Basispunkten leicht über den Sätzen von Spanien (241 Basispunkte). Noch schlechter ist es um die Bonität anderer Europäer bestellt: Auf Staatsanleihen aus Ungarn werden CDS in Höhe von 290 Basispunkten gehandelt, Kroatien liegt bei 292 Basispunkten, Slovenien bei 299 und Portugal wird derzeit mit 363 Basispunkten bewertet.
Als äußerst riskant gelten Ägypten, Ukraine und Venezuela mit rund 593, 600 beziehungsweise 772 Basispunkten. Das geringste Vertrauen haben die Investoren jedoch in die Argentinier: Mit 2550 Basispunkten sind die CDS um ein Vielfaches höher - und das, obwohl sie bereits deutlich unter den Höchstständen der vergangenen Monate liegen. Anfang April markierten die Risikoprämien ein Jahreshoch von gut 4000 Basispunkten. Noch höher waren phasenweise die Werte der Griechen vor dem Schuldenschnitt - für Hellas-Bonds werden jedoch seit mehr als einem Jahr offiziell keine CDS mehr festgestellt.
Zum Schluß aber ein Blick auf die soliden Schuldner: An erster Stelle steht hier Norwegen mit einem CDS von 20 Basispunkten, gefolgt von Schweden, Finnland und Dänemark mit 22, 30 beziehungsweise 33 Basispunkten. US-Staatsanleihen liegen mit 34 Basispunkten um einen Punkt vor Deutschland (35 BP), dahinter rangieren Autralien und Österreich mit jeweils 39, Großbritannien mit 45 und Tschechien mit 55 Basispunkten.
Hinter den Top 10 liegen Holland, Estland, Chile, Japan, Belgien, Korea, China, Frankreich, Polen, Kolumbien, Mexiko, Malaysia, Panama, Peru, Slowakei, Thailand, Philippinen und Bulgarien. Sie gelten mit Werten zwischen 58 und 99 Basispunkten nicht mehr erste Wahl, aber auch nicht als übermäßig risikobehaftet. Doch genauso wie ein höherer CDS ein höheres Risiko signalisiert, bedeuten auch hohe Renditen ein hohes Risiko.
von Antonie Klotz (Anmerkung: Titel und Bild stammen vom Blogbetreiber)
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