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Zertifikate-Einsatz aus der Sicht des Private Banking (Wolfgang Traindl)

Magazine aktuell


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22.02.2013, 3197 Zeichen

"Die Private Banking Kunden sind grundsätzlich sehr auf Risikominimierung und breite Diversifikation bedacht. Dies liegt einerseits daran, dass sie in den Zeiten der Finanzkrise durch konzentrierte Investments wie Immobilienaktien und diverse Hedgefonds-Produkte sehr viel Geld verloren haben, andererseits ist auch die Frage der Schuldnerbonität und vor allem die Bonität der Bank, mit der man zusammenarbeitet, eine sehr wichtige Entscheidungsgrundlage geworden. Banken, die durch Staatseingriffe gerettet werden mussten, und teilweise international als unsinkbar angesehene Institute, die unter einen Schutzschirm mussten, haben vor allem bei wohlhabenden Kunden die Angst ausgelöst, ihr Geld sei nicht mehr sicher. Das führte zur Flucht in Staatsanleihen höchster Bonität, teilweise ohne Verzinsung.
Nun suchen die Investoren wieder eher nach Rendite, die Angst vor Ausfällen von Banken oder Anleiheschuldnern ist eher der Angst vor zu geringer Rendite und realem Vermögensverlust durch Inflation gewichen. Es werden vermehrt wieder Unternehmensanleihen, aber auch Aktien sowie Aktienprodukte gekauft. Dabei spielen Einzeltitel, Fonds, aber auch Zertifikate eine wichtige Rolle. Bei Zertifikaten ist neben dem zugrundeliegenden Basiswert, dem Auszahlungsprofil, der Laufzeit, natürlich auch die Bonität des Emittenten ein sehr wichtiges Auswahlkriterium geworden.

Welche Produkte sind im Private Banking nachgefragt, welche Produkte werden von den Kunden gekauft? Neben den Index-Zertifikaten vor allem auch Bonus-Zertifikate auf die gängigen Börsenindizes, sie ermöglichen den Kunden die Asset Allocation abzubilden, bei Bonus-Zertifikaten kommt die Absicherung nach unten bzw. die Bonusrendite bei Seitwärtsbewegung dazu. Hier stellen Zertifikate eine Alternative zu aktiven Regionenfonds oder Exchange Traded Funds dar.

Im Bereich der Einzeltitelinvestments verwenden spekulative Investoren für die empfohlenen Einzelaktien Hebel-Zertifikate, vorsichtige Investoren Discount- oder Bonus-Zertifikate. Insbesondere auf die Aktienempfehlungen in Österreich und Deutschland werden immer wieder Zertifikate als Alternative zu Direktinvestments eingesetzt.

Aktienanleihen und Aktienanleihen mit einer gewissen Kursabsicherung nach unten werden von Kunden gekauft, die laufendes Einkommen suchen und die Andienung einer Aktie aus fundamentalen Langfristüberlegungen nicht ausschließen.

Der Vorteil von Zertifikaten für größere Private Banking Kunden liegt in der Möglichkeit, maßgeschneiderte Lösungen im Hinblick auf das zugrundeliegende Wertpapier oder den Markt, die Laufzeit, den Wunsch nach einer laufenden Verzinsung und das Absicherungsniveau zu erstellen, und das ab bereits für diese Kunden überschaubaren Mindestinvestmentsummen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Zertifikate neben Einzeltiteln und Investmentfonds auch im Private Banking eine Bedeutung erlangt haben, die sie zu einer unverzichtbaren Produktgruppe macht, wenngleich ihr Anteil am Gesamtportfolio der Kunden in den meisten Fällen nur einen kleinen Prozentsatz ausmacht."

(Wolfgang Traindl, Bereichsleiter Private Banking & Asset Management Erste Group für den Newsletter des ZFA - der Newsletter ist HIER ABONNIERBAR )





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