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26.01.2013
(Von: Tim Schaefer, Bilder von Tim Schäfer unter http://www.finanzmarktfoto.at/search/schäfer)

Ich habe zwölf kleine Investmentregeln zusammengestellt, die ich für sinnvoll halte. Wenn Sie weitere Vorschläge haben, bin ich um jede Verlängerung der List dankbar. Kritik ist selbstverständlich erwünscht.


1. Schwimmen Sie gegen den Strom

Der Mensch neigt dazu, teuer zu kaufen und billig zu verkaufen. Machen Sie das Gegenteil. Wenn die Masse Angst hat, steigen Sie ein.



2. Vermeiden Sie Gefühle

Schalten Sie Ihren klaren Verstand ein. Kurzschlusshandlungen zahlen sich selten aus. Emotionen sollten Sie bei Investmententscheidungen vermeiden. Ich weiss, es ist einfacher gesagt, als getan. Ich mache selbst genug Fehler.



3. Lernen Sie von den großen Anlegern

Beobachten Sie, was Stars wie George Soros, Carl Icahn, Warren Buffett oder die Insider in den Unternehmen (Vorstände, Aufsichtsräte) tun. Wenn Ihnen Transaktionen dieser Profis einleuchten, denken Sie über das Kopieren nach. Prüfen Sie jeden Schritt auf Herz und Nieren, bevor Sie ihn nachbilden. Aber Vorsicht: Blind irgendwelchen Gurus zu folgen, kann in die Hose gehen.



4. Diversifizieren Sie

Legen Sie nicht alle Eier in ein Nest. Selbst Genies machen Fehler. Albert Einstein war zum Beispiel ein grottenschlechter Börsianer. Mit einem Indexfonds erreichen Sie eine sehr hohe Streuung, Sie können über einen Indexfonds einen weltweiten Aktienkorb kaufen. Daneben können Sie einzelne Aktien ins Depot packen, am besten aus verschiedenen Branchen und Ländern.



5. Zeit ist Geld

Je mehr Zeit Sie haben, desto besser. Geben Sie Ihren Aktien Zeit. Lassen Sie die Gewinne laufen. Versuchen Sie, sich nicht von den Kursschwankungen verrückt machen zu lassen. Rein- bzw. Rausspringen in und aus dem Markt führt eher dazu, dass Sie teuer kaufen und billig verkaufen. Denken Sie an die Steuern sowie die Transaktionskosten. Daher lassen Sie lieber das Traden. Das richtige Timen des Marktes gelingt den wenigsten. Niemand weiss, wo die Kurse nächste Woche oder nächsten Monat stehen.



6. Weniger ist mehr

Versuchen Sie erst gar nicht, die nächste Google oder die nächste Apple-Aktie vor vier Jahren zu finden. Es ist verdammt schwer, die Raketen frühzeitig zu erkennen. Oft spielt Glück eine große Rolle hierbei. Versuchen Sie lieber, das Risiko zu reduzieren. In Qualitätsaktien zu investieren, ist die halbe Miete. So erhalten Sie Ihr Kapital und legen den Grundstein für Zuwächse von acht bis zehn Prozent jährlich. Mehr Rendite brauchen Sie gar nicht. Über die Zeit entwickelt sich durch den Zinseszinseffekt ein schönes Finanzpolster. Verzichten Sie auf Wertpapierkredite. Ich halte sie für zu riskant.



7. Umsatz, Gewinn, Dividenden, Aktienrückkäufe

Wenn ein Unternehmen seinen Umsatz, Gewinn und seine Dividende seit mehr als 20 Jahren ausbaut, ist das spitze. Solche Unternehmen sind die Königsklasse für Ihr Depot. Am besten sammeln Sie diese tollen Aktien in einer Phase der Marktkorrektur ein. Ein gutes Zeichen ist in der Regel, wenn hochsolide Konzerne im großen Stil eigene Aktien zurückkaufen und so die Gesamtaktienzahl spürbar sinkt.



8. Der Preis ist heiss

Es spielt eine Rolle, welchen Preis Sie bezahlen. Sie können ein wundervolles Unternehmen wie Apple kaufen und trotzdem 30 Prozent oder mehr verlieren. Irgendwann ist die Phase erreicht, ab der sich keine neuen Käufer mehr finden. Howard Marks von Oaktree Capital Management ist ein smarter Investor. Ich habe ihn schon in New York erlebt. Was er sagt, macht so unglaublich viel Sinn. Er ist ein waschechter Value Investor. Lesen Sie seine sieben Ratschläge. Insbesondere Punkt zwei ist ein hilfreicher Ratschlag. Kein Wunder, dass Marks zu den reichsten Menschen in den USA zählt. Er ist einer der hellsten Köpfe.



9. Kaufe, was andere hassen oder übersehen

Wenn alle Apple oder Facebook toll finden, ist das ein Warnzeichen. Dann ist die Aktie vermutlich nicht mehr billig. Apple verlor in den vergangenen elf Monaten fast 30 Prozent seines Werts. Achten Sie auf Aktien, die in New York, Frankfurt, London oder Wien aus der Mode gekommen sind. Je weniger darüber geschrieben wird, desto spannender kann es sein. Nimmt die Kritik zu, fällt der Kurs, kann es spannend werden, über einen Einstieg nachzudenken (muss aber nicht immer der Fall sein).



10. Spin offs sind einen Blick wert

Beobachten Sie Abspaltungen. Wenn aus einem Konglomerat zwei Teile werden, kann der neue börsennotierte Teil unterbewertet sein. Warren Buffett und der Bostoner Hedgefondsguru Seth Klarman(Buffett schätzt ihn sehr) haben sich auf solche Fälle, sprich Spin offs, spezialisiert. Kleiner aktueller Tipp am Rande: Geben Sie in die Suchmaschine Google folgende Begriffe ein: “Margin of Safety Seth Klarman PDF". Sie werden vermutlich das Buch von Klarman als Scan-Version (PDF) gratis finden. Das vergriffene Buch erschien nur in Miniauflage und kostet Gebraucht ein paar Tausender. Es ist Kult. Es gilt als Investmentbibel für risikoaverse Value Investoren. Ein Kapitel behandelt Spin Offs. Klarman gilt als einer der besten Anleger unserer Zeit, er scheffelte Milliarden. Sein Buch ist wirklich gut geschrieben.



11. Vorsicht bei Problemen in der Buchführung

Wenn Sie von Problemen mit der Buchführung oder Bilanzierung hören, seien Sie vorsichtig. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Besser investieren Sie hier nicht.



12. Verstehen ist wichtig

Kaufen Sie nur, was Sie kennen und verstehen. Ich bin grundsätzlich vorsichtig, wenn mir jemand etwas von dem kleinen Milchproduzenten in Taiwan oder dem Mini-Batteriehersteller in China erzählt. Die Blue Chips haben den Vorteil, dass Sie ein geringeres Risiko aufweisen gegenüber einem unbekannten Zwerg. Hinzu kommt: Die Dickschiffe entwickeln sich in der Regel stabiler mit Blick auf Umsatz, Ertrag, Dividende etc.




 

Bildnachweis

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    Der Mensch neigt dazu, teuer zu kaufen und billig zu verkaufen. Machen Sie das Gegenteil. Wenn die Masse Angst hat, steigen Sie ein.



    2. Vermeiden Sie Gefühle

    Schalten Sie Ihren klaren Verstand ein. Kurzschlusshandlungen zahlen sich selten aus. Emotionen sollten Sie bei Investmententscheidungen vermeiden. Ich weiss, es ist einfacher gesagt, als getan. Ich mache selbst genug Fehler.



    3. Lernen Sie von den großen Anlegern

    Beobachten Sie, was Stars wie George Soros, Carl Icahn, Warren Buffett oder die Insider in den Unternehmen (Vorstände, Aufsichtsräte) tun. Wenn Ihnen Transaktionen dieser Profis einleuchten, denken Sie über das Kopieren nach. Prüfen Sie jeden Schritt auf Herz und Nieren, bevor Sie ihn nachbilden. Aber Vorsicht: Blind irgendwelchen Gurus zu folgen, kann in die Hose gehen.



    4. Diversifizieren Sie

    Legen Sie nicht alle Eier in ein Nest. Selbst Genies machen Fehler. Albert Einstein war zum Beispiel ein grottenschlechter Börsianer. Mit einem Indexfonds erreichen Sie eine sehr hohe Streuung, Sie können über einen Indexfonds einen weltweiten Aktienkorb kaufen. Daneben können Sie einzelne Aktien ins Depot packen, am besten aus verschiedenen Branchen und Ländern.



    5. Zeit ist Geld

    Je mehr Zeit Sie haben, desto besser. Geben Sie Ihren Aktien Zeit. Lassen Sie die Gewinne laufen. Versuchen Sie, sich nicht von den Kursschwankungen verrückt machen zu lassen. Rein- bzw. Rausspringen in und aus dem Markt führt eher dazu, dass Sie teuer kaufen und billig verkaufen. Denken Sie an die Steuern sowie die Transaktionskosten. Daher lassen Sie lieber das Traden. Das richtige Timen des Marktes gelingt den wenigsten. Niemand weiss, wo die Kurse nächste Woche oder nächsten Monat stehen.



    6. Weniger ist mehr

    Versuchen Sie erst gar nicht, die nächste Google oder die nächste Apple-Aktie vor vier Jahren zu finden. Es ist verdammt schwer, die Raketen frühzeitig zu erkennen. Oft spielt Glück eine große Rolle hierbei. Versuchen Sie lieber, das Risiko zu reduzieren. In Qualitätsaktien zu investieren, ist die halbe Miete. So erhalten Sie Ihr Kapital und legen den Grundstein für Zuwächse von acht bis zehn Prozent jährlich. Mehr Rendite brauchen Sie gar nicht. Über die Zeit entwickelt sich durch den Zinseszinseffekt ein schönes Finanzpolster. Verzichten Sie auf Wertpapierkredite. Ich halte sie für zu riskant.



    7. Umsatz, Gewinn, Dividenden, Aktienrückkäufe

    Wenn ein Unternehmen seinen Umsatz, Gewinn und seine Dividende seit mehr als 20 Jahren ausbaut, ist das spitze. Solche Unternehmen sind die Königsklasse für Ihr Depot. Am besten sammeln Sie diese tollen Aktien in einer Phase der Marktkorrektur ein. Ein gutes Zeichen ist in der Regel, wenn hochsolide Konzerne im großen Stil eigene Aktien zurückkaufen und so die Gesamtaktienzahl spürbar sinkt.



    8. Der Preis ist heiss

    Es spielt eine Rolle, welchen Preis Sie bezahlen. Sie können ein wundervolles Unternehmen wie Apple kaufen und trotzdem 30 Prozent oder mehr verlieren. Irgendwann ist die Phase erreicht, ab der sich keine neuen Käufer mehr finden. Howard Marks von Oaktree Capital Management ist ein smarter Investor. Ich habe ihn schon in New York erlebt. Was er sagt, macht so unglaublich viel Sinn. Er ist ein waschechter Value Investor. Lesen Sie seine sieben Ratschläge. Insbesondere Punkt zwei ist ein hilfreicher Ratschlag. Kein Wunder, dass Marks zu den reichsten Menschen in den USA zählt. Er ist einer der hellsten Köpfe.



    9. Kaufe, was andere hassen oder übersehen

    Wenn alle Apple oder Facebook toll finden, ist das ein Warnzeichen. Dann ist die Aktie vermutlich nicht mehr billig. Apple verlor in den vergangenen elf Monaten fast 30 Prozent seines Werts. Achten Sie auf Aktien, die in New York, Frankfurt, London oder Wien aus der Mode gekommen sind. Je weniger darüber geschrieben wird, desto spannender kann es sein. Nimmt die Kritik zu, fällt der Kurs, kann es spannend werden, über einen Einstieg nachzudenken (muss aber nicht immer der Fall sein).



    10. Spin offs sind einen Blick wert

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    11. Vorsicht bei Problemen in der Buchführung

    Wenn Sie von Problemen mit der Buchführung oder Bilanzierung hören, seien Sie vorsichtig. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Besser investieren Sie hier nicht.



    12. Verstehen ist wichtig

    Kaufen Sie nur, was Sie kennen und verstehen. Ich bin grundsätzlich vorsichtig, wenn mir jemand etwas von dem kleinen Milchproduzenten in Taiwan oder dem Mini-Batteriehersteller in China erzählt. Die Blue Chips haben den Vorteil, dass Sie ein geringeres Risiko aufweisen gegenüber einem unbekannten Zwerg. Hinzu kommt: Die Dickschiffe entwickeln sich in der Regel stabiler mit Blick auf Umsatz, Ertrag, Dividende etc.




     

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