21.03.2026, 2912 Zeichen
Cameco hat einen Liefervertrag mit der indischen Regierung unterzeichnet, der über neun Jahre rund 22 Millionen Pfund Uranerzkonzentrat umfasst — mit einem geschätzten Gesamtwert von 2,6 Milliarden US-Dollar. Das ist kein Routinegeschäft. Es ist ein Beleg dafür, wie Staaten angesichts knapper werdender Uranversorgung aktiv langfristige Lieferketten sichern.
Die Unterzeichnung fand in Neu-Delhi statt — im Rahmen des ersten Besuchs eines kanadischen Premierministers in Indien seit 2018. Mark Carney und Narendra Modi waren ebenso anwesend wie Cameco-CEO Tim Gitzel und Saskatchewans Premier Scott Moe. Das Abkommen ist Teil einer neu angekündigten Canada-India Strategic Energy Partnership.
Die Lieferungen sollen 2027 beginnen und bis 2035 laufen. Grundlage für die Vertragswertberechnung ist ein Uranpreis von 86,95 US-Dollar je Pfund — der Durchschnitt der Spotpreise vom 28. Februar 2026.
Indien betreibt derzeit 24 Kernreaktoren und plant den massiven Ausbau auf 100 Gigawatt Kapazität bis 2047. Dass Indien gleichzeitig auch mit Kasachstans Staatskonzern Kazatomprom einen Liefervertrag anstrebt, zeigt: Das Land diversifiziert seine Uranversorgung gezielt und in großem Maßstab.
Camecos Finanzergebnisse für 2025 stützen die Vertragsstrategie: Der Umsatz lag bei 3,48 Milliarden Dollar, der Nettogewinn bei 590 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA stieg auf 1,93 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hält rund 230 Millionen Pfund unter langfristigen Lieferverträgen — und hat für die Jahre 2026 bis 2030 durchschnittlich 28 Millionen Pfund jährlich fest zugesagt, mit höheren Mengen in den Jahren 2026 bis 2028.
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Kurzfristig steht die Aktie dennoch unter Druck. Am Freitag verlor sie 4,1 Prozent, im Monatsverlauf summieren sich die Verluste auf rund 6 Prozent — deutlich schwächer als der Energiesektor, der im gleichen Zeitraum 8,87 Prozent zulegte. Auslöser waren schwächere Uranspotpreise, die physische Uran-Vehikel und ETFs belasteten und Verkaufsdruck auf große Indexwerte wie Cameco erzeugten. Hinzu kommt, dass die geplanten Uranlieferungen für 2026 mit 29 bis 32 Millionen Pfund leicht unter den 33 Millionen Pfund des Vorjahres liegen.
Die Jahreshauptversammlung ist für den 7. Mai 2026 angesetzt. Das Management Proxy Circular soll am 2. April veröffentlicht werden — ein Termin, der kurzfristig für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen dürfte.
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