21.03.2026, 3328 Zeichen
Trotz eines schwierigen Jahres 2025 erhöht BMW die Dividende auf 4,40 Euro je Stammaktie und hält an einem Aktienrückkaufprogramm von bis zu zwei Milliarden Euro fest. Das ist ein klares Signal — aber der Blick auf die Margenprognose für 2026 zeigt, wie eng der Spielraum geworden ist.
Belastetes Zahlenwerk, stabiler als die Konkurrenz
Der Umsatz sank 2025 um 6,3 Prozent auf 133,45 Milliarden Euro, das EBIT fiel um 11,5 Prozent auf 10,19 Milliarden Euro. Gemessen an den deutlich schärferen Einbrüchen bei Mercedes-Benz und Volkswagen hält sich BMW damit vergleichsweise gut. Der weltweite Absatz legte sogar leicht um 0,5 Prozent auf rund 2,46 Millionen Fahrzeuge zu — obwohl das China-Geschäft um 12,5 Prozent einbrach. Zuwächse in Europa und Nordamerika glichen das Minus aus.
Für 2026 peilt der Vorstand eine operative Automobilmarge zwischen vier und sechs Prozent an. Zölle belasten dabei laut Unternehmensangaben mit rund 1,25 Prozentpunkten. RBC Capital Markets senkte daraufhin das Kursziel von 86 auf 84 Euro und erwartet für das laufende Jahr einen kombinierten Gegenwind aus Rohstoffen und Wechselkursen von 500 bis 750 Millionen Euro — was die EBIT-Schätzung im Automobilsegment auf 5,19 Milliarden Euro drückt. Die Einstufung bleibt bei „Sector Perform".
Einen strukturellen Vorteil sieht RBC im US-Werk in South Carolina: 2025 liefen dort rund 413.000 Fahrzeuge vom Band, mehr als die Hälfte blieb direkt auf dem amerikanischen Markt. Das reduziert die Zollbelastung spürbar — stärker als bei Mercedes oder Porsche.
Neue Klasse als Schlüssel zur Margenrückkehr
Am 14. Mai übergibt Oliver Zipse das CEO-Amt an Milan Nedeljković — ausgerechnet den Mann, der die Neue-Klasse-Plattform als Produktionschef mitentwickelt hat. Er übernimmt in der heißen Anlaufphase: Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 rollt der neue i3 im Werk München vom Band, die US-Einführung folgt 2027. Bis Ende 2027 sollen mehr als 40 neue oder aktualisierte Modelle auf der Plattform erscheinen.
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Reicht der i3-Hochlauf schnell genug, um die Marge wieder in Richtung des oberen Korridors zu schieben? Die Nachfrage nach dem iX3 hat die Erwartungen des Managements bereits übertroffen — ein ermutigender Auftakt. Allerdings belasten höhere Abschreibungen durch die Investitionen in die Neue Klasse sowie ungünstige Wechselkurse die Rentabilität zusätzlich. Hinzu kommt das Zinsumfeld: Die Fed hält den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent stabil, was die Nachfrage nach teuren Neuwagen strukturell dämpft.
Die Aktie notiert mit einem Abstand von rund 13 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und hat seit Jahresbeginn mehr als ein Fünftel an Wert verloren — eine Bewertung, die das eingepreiste Risiko deutlich sichtbar macht. Ob Nedeljković die Neue-Klasse-Plattform schnell genug zur Margenverbesserung nutzen kann, entscheidet sich spätestens mit den Zahlen zur Hauptversammlung am 13. Mai.
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