09.03.2026, 4147 Zeichen
Die finanzielle Erholung ist klar erkennbar – doch die anstehende dänische Parlamentswahl am 24. März bringt neue politische Unsicherheit für die Eigentümerstruktur des Offshore-Wind-Riesen. Mehrere Parteien fordern den Verkauf der staatlichen Beteiligung, während Ørsted gleichzeitig solide Geschäftszahlen vorlegt.
Fünf Parteien wollen Staatsausstieg
Vier rechte Parteien in Dänemark verlangen nach der Wahl einen Ausstiegsplan für die 50,1-prozentige Staatsbeteiligung an Ørsted, wie Finans berichtet. Eine fünfte Partei, die Liberalen aus der Regierungskoalition, würde sich dem nicht entgegenstellen. Zusammen kontrollieren diese fünf Parteien etwa 40 Prozent der aktuellen Parlamentssitze.
Einige Vertreter schlagen vor, zunächst jene Ørsted-Assets auszugliedern, die für Dänemarks Energieinfrastruktur kritisch sind, bevor ein Verkauf stattfindet.
Der zeitliche Kontext ist brisant: Die dänische Regierung beteiligte sich erst im Oktober an einem Rettungspaket und trug die Hälfte der 60 Milliarden Kronen (rund 9,4 Milliarden US-Dollar) schweren Kapitalerhöhung bei, die Ørsted zur Bewältigung der Krise in der Windkraftbranche benötigte.
Premierministerin Mette Frederiksen hatte vorgezogene Wahlen ausgerufen, nachdem ihre Zustimmungswerte durch ihre entschlossene Reaktion auf US-Annexionspläne für Grönland gestiegen waren.
Aktuelle Umfragen deuten allerdings eher auf eine linke Regierung hin, die sich nicht für einen Ørsted-Verkauf ausgesprochen hat. Laut jüngstem DR-Poll würden die fünf rechten Parteien voraussichtlich 74 der 179 Parlamentssitze gewinnen – keine Mehrheit.
Finanzielle Erholung schreitet voran
Trotz politischer Unsicherheit zeigt die operative Entwicklung klare Fortschritte. Das EBITDA (ohne neue Partnerschaftsvereinbarungen und Stornierungsgebühren) erreichte 2025 mit 25,1 Milliarden Kronen die Zielspanne von 24 bis 27 Milliarden. Der Nettogewinn lag bei 3,2 Milliarden Kronen.
Das Veräußerungsprogramm 2025–2026 wurde vorzeitig und mit höheren Erlösen als erwartet abgeschlossen. Ørsted verkaufte sein gesamtes europäisches Onshore-Geschäft an Copenhagen Infrastructure Partners für 1,44 Milliarden Euro (10,7 Milliarden Kronen). Der Abschluss wird für das zweite Quartal 2026 erwartet.
Insgesamt belaufen sich die vereinbarten Verkaufserlöse auf rund 46 Milliarden Kronen – deutlich über dem ursprünglichen Ziel von mehr als 35 Milliarden.
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Im vierten Quartal übertraf das Offshore-Wind-Segment die Erwartungen um etwa 4 Prozent, wie Jefferies errechnete. Niedrigere Entwicklungskosten und eine stärkere Anlagenleistung wurden teilweise durch negative Bauvertragserträge ausgeglichen.
Onshore-Wind lieferte mit 1,36 Milliarden Kronen EBITDA ein deutliches Plus von rund 24 Prozent über dem Konsens, hauptsächlich dank Veräußerungsgewinnen. Bioenergie verfehlte mit 650 Millionen Kronen die Prognosen um etwa 11 Prozent.
Ausblick auf 2026
Für 2026 erwartet Ørsted ein EBITDA von über 28 Milliarden Kronen (ohne neue Partnerschaften und Stornierungsgebühren). Die Bruttoinvestitionen sollen zwischen 50 und 55 Milliarden Kronen liegen.
Berenberg hob am 26. Februar das Kursziel von 140 auf 180 Kronen an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Die Analysten verwiesen auf einen vorsichtigen Neustart der langfristigen Wachstumsplanung nach Monaten hoher Volatilität.
Mit über 30 Jahren Erfahrung im Offshore-Wind verfügt Ørsted über 10,2 Gigawatt installierte Offshore-Kapazität und 8,1 Gigawatt im Bau. Die gesamte installierte erneuerbare Energiekapazität überschreitet 18 Gigawatt.
Am 6. Mai 2026 folgen die nächsten Quartalszahlen. Bis zur Wahl am 24. März dürfte die Eigentümerdebatte das Sentiment prägen – unabhängig von der soliden Finanzguidance.
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