17.03.2026, 4156 Zeichen
Eine neue Gewerkschaftsstudie zeigt massive Überstunden im öffentlichen Dienst – und stellt die geplanten Lockerungen des Arbeitszeitgesetzes infrage. Die Bundesregierung steht unter Druck.
Rund 40 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst leisten regelmäßig unbezahlte Mehrarbeit. Das ist das zentrale Ergebnis einer Sonderauswertung des „DGB-Index Gute Arbeit“, die am 13. März veröffentlicht wurde. Die Daten kommen zur Unzeit für die Bundesregierung, die eine Flexibilisierung der starren täglichen Arbeitszeiten plant. Für die Gewerkschaften sind die Zahlen ein klarer Beleg, dass genau das Gegenteil nötig ist: mehr Schutz, nicht weniger.
Anzeige
Angesichts der hohen Belastung durch Mehrarbeit im öffentlichen Dienst ist die rechtssichere Dokumentation von Arbeitsstunden wichtiger denn je. Dieser kostenlose Ratgeber bietet Ihnen praktische Mustervorlagen für Stundenzettel und alle Informationen zur Umsetzung der Erfassungspflicht. Arbeitszeiterfassung in 10 Minuten rechtssicher umsetzen
Überstunden als Regel, nicht als Ausnahme
Die Befragung von über 1.300 Angestellten und Beamten offenbart eine hohe Belastung. 22 Prozent arbeiten wöchentlich ein bis fünf Stunden unbezahlt länger, weitere 17 Prozent sogar mehr als mit fünf Stunden. Die Unzufriedenheit ist groß: 56 Prozent aller Befragten wünschen sich eine kürzere Arbeitszeit. Unter Beamtinnen und Beamten sind es sogar 65 Prozent.
Dort arbeitet ein Drittel regelmäßig über 40 Stunden, elf Prozent kommen auf mehr als 48 Stunden pro Woche. „Die Zahlen zeigen, dass viele bereits an ihrer Belastungsgrenze arbeiten“, warnt der DGB. Eine weitere Lockerung der Regeln würde diese Grenze überschreiten.
Regierungspläne: Abschied vom Acht-Stunden-Tag?
Die Studie trifft mitten in die hitzige Debatte um eine Reform des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG). Die Koalition plant, die tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden (maximal zehn) durch eine wöchentliche Obergrenze zu ersetzen. Arbeitgeber aus Gastgewerbe, Tourismus und Tech-Branche fordern diese Flexibilität seit langem. Sie argumentieren, eine wöchentliche Obergrenze von beispielsweise 48 Stunden erlaube es, auf Auftragsspitzen zu reagieren und die Arbeit eigenverantwortlicher zu gestalten. Ein Gesetzesentwurf wird noch vor Sommer 2026 erwartet.
Doch was bedeutet Flexibilität in der Praxis? Die Gewerkschaften malen ein düsteres Bild.
Gewerkschaften warnen vor „Schlag ins Gesicht“
„Ein Schlag ins Gesicht all jener, die an der Belastungsgrenze arbeiten“, nennt DGB-Vize Elke Hannack die Forderungen nach längeren Arbeitszeiten. Die Angst ist konkret: Fällt die tägliche Grenze, könnten Arbeitstage von zwölf Stunden oder mehr zur Normalität werden – solange der wöchentliche Durchschnitt stimmt. Die gesundheitlichen Risiken durch Stress und Erschöpfung würden steigen.
Kritiker betonen zudem die Machtungleichheit: Ohne starke betriebliche Mitbestimmung und Tarifbindung hätten viele Beschäftigte kaum eine Chance, sich gegen ausufernde Tage zu wehren. Die unbezahlten Überstunden, die die DGB-Studie aufdeckt, sehen sie als Vorgeschmack auf diese Zukunft.
Anzeige
Um eine übermäßige Belastung der Belegschaft zu verhindern, spielen klare Regelungen zur Mitbestimmung bei Arbeitszeit und Überwachung eine zentrale Rolle. Informieren Sie sich in diesem kostenlosen Leitfaden über Ihre Rechte nach § 87 BetrVG, um die Interessen der Arbeitnehmer wirksam zu schützen. Diese Rechte stehen Ihrem Betriebsrat bei Arbeitszeit und Überwachung zu
Zeiterfassung als ungelöster Konfliktstoff
Hinzu kommt die unklare Lage bei der gesetzlichen Arbeitszeiterfassung. Seit Urteilen des Europäischen Gerichtshofs ist sie Pflicht, doch die konkrete Umsetzung ist noch nicht geregelt. Gewerkschaften fordern eine lückenlose Dokumentation als Voraussetzung für jede Flexibilisierung. Sonst, so die Befürchtung, blieben viele Überstunden weiter unsichtbar – und unbezahlt.
Die DGB-Studie hat den Druck auf die Politik erhöht. Sie muss nun den Spagat schaffen zwischen den Flexibilitätswünschen der Wirtschaft und dem Schutz der Arbeitnehmer vor Überlastung. Die parlamenterische Debatte der kommenden Monate dürfte durch die neuen Zahlen noch hitziger werden.
Börsepeople im Podcast S25/03: Gerald Reischl
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:Bajaj Mobility AG, AT&S, Wienerberger, Semperit, CPI Europe AG, Lenzing, Kapsch TrafficCom, Porr, Strabag, Andritz, DO&CO, Palfinger, Polytec Group, RBI, Reploid Group AG, Rosenbauer, VIG, Warimpex, Rosgix, SW Umwelttechnik, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, UBM, Amag, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Telekom Austria, SAP, Henkel, Fresenius Medical Care, Hannover Rück.
Random Partner
Matejka & Partner
Die Matejka & Partner Asset Management GmbH ist eine auf Vermögensverwaltung konzentrierte Wertpapierfirma. Im Vordergrund der Dienstleistungen stehen maßgeschneiderte Konzepte und individuelle Lösungen. Für die Gesellschaft ist es geübte Praxis, neue Herausforderungen des Marktes frühzeitig zu erkennen und entsprechende Strategien zu entwickeln.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» ATX-Trends: VIG, Verbund, DO & CO ....
» Börsepeople im Podcast S25/03: Gerald Reischl
» ATX im Plus, Emerald Horizon vor Börsegang und frisches Research zu Wien...
» Börse Social Depot Trading Kommentar (Depot Kommentar)
» Wiener Börse Party #1158: ATX etwas fester, Wienerberger gesucht, Emera...
» Börsegeschichte 19.5.. Andreas Treichl, Bajaj Mobility (Börse Geschichte...
» Nachlese: Elke Vlach, Frederic Esters, Treasury & Finance Convention 202...
» PIR-News: (Christine Petzwinkler)
» Wiener Börse zu Mittag leichter: Verbund, Frequentis und Semperit gesucht
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Deutsche Wohnen am schwächsten (Peer Group Watch ...
- Research-Fazits zu Evonik, Brenntag, ASML, BASF, ...
- Guten Morgen mit ams-Osram, SFC Energy, Ottobock,...
- ATX-Trends: VIG, Verbund, DO & CO ....
- Börsepeople im Podcast S25/03: Gerald Reischl
- Wie Noratis, Ströer, LPKF Laser, Reploid Group AG...
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1158: ATX etwas fester, Wienerberger gesucht, Emerald Horizon vor Börsegang und ein Duett zum Schluss
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse....
Books josefchladek.com
Joan van der Keuken
Achter Glas
1957
C. de Boer jr.
Mark Mahaney
Polar Night
2019/2021
Trespasser
Daido Moriyama
A Hunter (English Version
2019
Getsuyosha, bookshop M
Yusuf Sevinçli
Oculus
2018
Galerist & Galerie Filles du Calvaire
Ryuji Miyamoto
Kobe 1995 After the Earthquake
1995
Telescope
