Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Psychotherapeuten-Honorare sinken um 4,5 Prozent ( Finanztrends)

24.03.2026, 3585 Zeichen

Der Erweiterte Bewertungsausschuss kürzt die Honorare für psychotherapeutische Leistungen. Ab dem 1. April sinken sie pauschal um 4,5 Prozent. Gleichzeitig steigen sogenannte Strukturzuschläge um 14,25 Prozent. Die Entscheidung vom 11. März löste sofort massive Proteste aus.

Ein "angemessener Kompromiss"?

Der GKV-Spitzenverband der Krankenkassen hatte ursprünglich eine Kürzung um zehn Prozent gefordert. Er begründet den Schritt mit einem gesetzlichen Honorarvergleich. Dieser habe ergeben, dass Psychotherapeuten in den letzten Jahren überproportionale Erhöhungen erhielten. Für die Kassen ist die gefundene Lösung daher ein "angemessener Kompromiss".

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stimmte dagegen. Sie und zahlreiche Berufsverbände kündigten umgehend Klagen an. Sie fürchten eine weitere Verschärfung der ohnehin angespannten Versorgungslage.

Wer trägt die wirkliche Last?

Fachverbände wie die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) bezweifeln, dass die höheren Strukturzuschläge die Kürzung ausgleichen. Diese Zuschläge kommen nach ihrer Einschätzung nur einem Teil der Praxen voll zugute. Die Kammer rechnet mit einer realen Honorarminderung von durchschnittlich 3,5 Prozent.

Der GKV-Spitzenverband hingegen spricht von einer geringeren Gesamtabsenkung von 2,3 Prozent für das laufende Jahr. Die Diskrepanz zeigt: Der Streit um die Zahlen ist in vollem Gange.

Klagewelle rollt an

Der Widerstand formiert sich juristisch. Die KBV kündigte an, gegen den Beschluss beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg zu klagen. "Die Entscheidung ist fatal und geht zulasten psychisch kranker Menschen", sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Sie schwäche einen wichtigen Versorgungsbaustein grundlos.

Auch die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) und der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) wandten sich mit einer juristischen Stellungnahme an das Bundesgesundheitsministerium. Sie fordern eine Beanstandung des Beschlusses.

Droht die Versorgung zu kollabieren?

Die größte Sorge der Kritiker gilt den Patienten. Bereits jetzt warten viele Menschen monatelang auf einen Therapieplatz. Die Verbände warnen: Die Kürzungen gefährden die wirtschaftliche Grundlage vieler Praxen. Könnten sich Therapeuten deshalb vermehrt aus der Kassenversorgung zurückziehen oder auf Privatpatienten konzentrieren?

"Das sendet ein fatales Signal", kritisieren Vertreter der Psychotherapeutenkammer Berlin. Der Bedarf an Behandlung wächst kontinuierlich, während das System unter Druck gerate. Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) rechnet vor: Die Einsparung macht nur etwa 0,05 Prozent der Gesamtkosten der gesetzlichen Krankenversicherung aus.

Sparen am falschen Ende?

Die Debatte erscheint paradox: Psychische Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für Krankheitstage. Gesundheitsökonomische Studien belegen, dass investierte Euro in Psychotherapie einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen von zwei bis vier Euro bringen können.

Sparen die Kassen also an der falschen Stelle? Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch kritisierte die Absenkung ebenfalls und kündigte ein länderübergreifendes Vorgehen an. Der politische Widerstand wächst.

Was kommt jetzt?

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die eingereichten Klagen und eine laufende Petition mit bereits vielen Unterschriften erhöhen den Druck. Alle Blicke richten sich nun auf das Bundesgesundheitsministerium und die Gerichte.

Wird der Beschluss fallen? Oder gerät die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland dauerhaft unter Druck? Die Fronten sind verhärtet, eine schnelle Lösung nicht in Sicht.


(24.03.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1158: ATX etwas fester, Wienerberger gesucht, Emerald Horizon vor Börsegang und ein Duett zum Schluss




 

Bildnachweis

1. Trading

Aktien auf dem Radar:Bajaj Mobility AG, AT&S, Wienerberger, Semperit, CPI Europe AG, Lenzing, Kapsch TrafficCom, Porr, Strabag, Andritz, DO&CO, Palfinger, Polytec Group, RBI, Reploid Group AG, Rosenbauer, VIG, Warimpex, Rosgix, SW Umwelttechnik, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, UBM, Amag, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Telekom Austria.


Random Partner

Novomatic
Der Novomatic AG-Konzern ist als Produzent und Betreiber einer der größten Gaming-Technologiekonzerne der Welt und beschäftigt mehr als 21.000 Mitarbeiter. Der Konzern verfügt über Standorte in mehr als 45 Ländern und exportiert innovatives Glücksspielequipment, Systemlösungen, Lotteriesystemlösungen und Dienstleistungen in mehr als 90 Staaten.

>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» ATX im Plus, Emerald Horizon vor Börsegang und frisches Research zu Wien...

» Börse Social Depot Trading Kommentar (Depot Kommentar)

» Wiener Börse Party #1158: ATX etwas fester, Wienerberger gesucht, Emera...

» Börsegeschichte 19.5.. Andreas Treichl, Bajaj Mobility (Börse Geschichte...

» Nachlese: Elke Vlach, Frederic Esters, Treasury & Finance Convention 202...

» PIR-News: (Christine Petzwinkler)

» (Christian Drastil)

» Wiener Börse zu Mittag leichter: Verbund, Frequentis und Semperit gesucht

» ATX-Trends: Strabag, wienerberger, Polytec, AT&S ...

» Börsepeople im Podcast S25/02: Elke Vlach


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Ausgewählte Events von BSN-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 20-21: RBI(1), voestalpine(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: SBO(2), Rosenbauer(1), Strabag(1), Verbund(1)
    Star der Stunde: Rosenbauer 1.97%, Rutsch der Stunde: EVN -0.69%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: RBI(1)
    BSN MA-Event EuroTeleSites AG
    Star der Stunde: Austriacard Holdings AG 0.99%, Rutsch der Stunde: FACC -2.43%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Kontron(3), Wienerberger(2), VIG(2), Andritz(1), Strabag(1), RBI(1)
    Star der Stunde: AT&S 0.58%, Rutsch der Stunde: UBM -1.75%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 15-16: RBI(1), Telekom Austria(1), OMV(1), Erste Group(1)

    Featured Partner Video

    Börsepeople im Podcast S24/22: Judith Pap

    Judith Pap ist Sprecherin, Schauspielerin und beim Kinderradio zuständig für Sales, Marketing und Programm, aber natürlich auch als Sprecherin im Einsatz. Und sie hat starke Wurzeln und umso stärke...

    Books josefchladek.com

    Masahisa Fukase
    Sasuke
    2025
    Atelier EXB

    Daido Moriyama
    Ligh and Shadow (English Version
    2019
    Getsuyosha, bookshop M

    Dimitri Bogachuk
    Atlantic
    2025
    form.

    John Gossage
    LAMF (Special Edition)
    2026
    Magic Hour Press

    Mark Mahaney
    Polar Night
    2019/2021
    Trespasser


    24.03.2026, 3585 Zeichen

    Der Erweiterte Bewertungsausschuss kürzt die Honorare für psychotherapeutische Leistungen. Ab dem 1. April sinken sie pauschal um 4,5 Prozent. Gleichzeitig steigen sogenannte Strukturzuschläge um 14,25 Prozent. Die Entscheidung vom 11. März löste sofort massive Proteste aus.

    Ein "angemessener Kompromiss"?

    Der GKV-Spitzenverband der Krankenkassen hatte ursprünglich eine Kürzung um zehn Prozent gefordert. Er begründet den Schritt mit einem gesetzlichen Honorarvergleich. Dieser habe ergeben, dass Psychotherapeuten in den letzten Jahren überproportionale Erhöhungen erhielten. Für die Kassen ist die gefundene Lösung daher ein "angemessener Kompromiss".

    Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stimmte dagegen. Sie und zahlreiche Berufsverbände kündigten umgehend Klagen an. Sie fürchten eine weitere Verschärfung der ohnehin angespannten Versorgungslage.

    Wer trägt die wirkliche Last?

    Fachverbände wie die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) bezweifeln, dass die höheren Strukturzuschläge die Kürzung ausgleichen. Diese Zuschläge kommen nach ihrer Einschätzung nur einem Teil der Praxen voll zugute. Die Kammer rechnet mit einer realen Honorarminderung von durchschnittlich 3,5 Prozent.

    Der GKV-Spitzenverband hingegen spricht von einer geringeren Gesamtabsenkung von 2,3 Prozent für das laufende Jahr. Die Diskrepanz zeigt: Der Streit um die Zahlen ist in vollem Gange.

    Klagewelle rollt an

    Der Widerstand formiert sich juristisch. Die KBV kündigte an, gegen den Beschluss beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg zu klagen. "Die Entscheidung ist fatal und geht zulasten psychisch kranker Menschen", sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Sie schwäche einen wichtigen Versorgungsbaustein grundlos.

    Auch die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) und der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) wandten sich mit einer juristischen Stellungnahme an das Bundesgesundheitsministerium. Sie fordern eine Beanstandung des Beschlusses.

    Droht die Versorgung zu kollabieren?

    Die größte Sorge der Kritiker gilt den Patienten. Bereits jetzt warten viele Menschen monatelang auf einen Therapieplatz. Die Verbände warnen: Die Kürzungen gefährden die wirtschaftliche Grundlage vieler Praxen. Könnten sich Therapeuten deshalb vermehrt aus der Kassenversorgung zurückziehen oder auf Privatpatienten konzentrieren?

    "Das sendet ein fatales Signal", kritisieren Vertreter der Psychotherapeutenkammer Berlin. Der Bedarf an Behandlung wächst kontinuierlich, während das System unter Druck gerate. Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) rechnet vor: Die Einsparung macht nur etwa 0,05 Prozent der Gesamtkosten der gesetzlichen Krankenversicherung aus.

    Sparen am falschen Ende?

    Die Debatte erscheint paradox: Psychische Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für Krankheitstage. Gesundheitsökonomische Studien belegen, dass investierte Euro in Psychotherapie einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen von zwei bis vier Euro bringen können.

    Sparen die Kassen also an der falschen Stelle? Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch kritisierte die Absenkung ebenfalls und kündigte ein länderübergreifendes Vorgehen an. Der politische Widerstand wächst.

    Was kommt jetzt?

    Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die eingereichten Klagen und eine laufende Petition mit bereits vielen Unterschriften erhöhen den Druck. Alle Blicke richten sich nun auf das Bundesgesundheitsministerium und die Gerichte.

    Wird der Beschluss fallen? Oder gerät die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland dauerhaft unter Druck? Die Fronten sind verhärtet, eine schnelle Lösung nicht in Sicht.


    (24.03.2026)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Wiener Börse Party #1158: ATX etwas fester, Wienerberger gesucht, Emerald Horizon vor Börsegang und ein Duett zum Schluss




     

    Bildnachweis

    1. Trading

    Aktien auf dem Radar:Bajaj Mobility AG, AT&S, Wienerberger, Semperit, CPI Europe AG, Lenzing, Kapsch TrafficCom, Porr, Strabag, Andritz, DO&CO, Palfinger, Polytec Group, RBI, Reploid Group AG, Rosenbauer, VIG, Warimpex, Rosgix, SW Umwelttechnik, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, UBM, Amag, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Telekom Austria.


    Random Partner

    Novomatic
    Der Novomatic AG-Konzern ist als Produzent und Betreiber einer der größten Gaming-Technologiekonzerne der Welt und beschäftigt mehr als 21.000 Mitarbeiter. Der Konzern verfügt über Standorte in mehr als 45 Ländern und exportiert innovatives Glücksspielequipment, Systemlösungen, Lotteriesystemlösungen und Dienstleistungen in mehr als 90 Staaten.

    >> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » ATX im Plus, Emerald Horizon vor Börsegang und frisches Research zu Wien...

    » Börse Social Depot Trading Kommentar (Depot Kommentar)

    » Wiener Börse Party #1158: ATX etwas fester, Wienerberger gesucht, Emera...

    » Börsegeschichte 19.5.. Andreas Treichl, Bajaj Mobility (Börse Geschichte...

    » Nachlese: Elke Vlach, Frederic Esters, Treasury & Finance Convention 202...

    » PIR-News: (Christine Petzwinkler)

    » (Christian Drastil)

    » Wiener Börse zu Mittag leichter: Verbund, Frequentis und Semperit gesucht

    » ATX-Trends: Strabag, wienerberger, Polytec, AT&S ...

    » Börsepeople im Podcast S25/02: Elke Vlach


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


    Ausgewählte Events von BSN-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 20-21: RBI(1), voestalpine(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: SBO(2), Rosenbauer(1), Strabag(1), Verbund(1)
      Star der Stunde: Rosenbauer 1.97%, Rutsch der Stunde: EVN -0.69%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: RBI(1)
      BSN MA-Event EuroTeleSites AG
      Star der Stunde: Austriacard Holdings AG 0.99%, Rutsch der Stunde: FACC -2.43%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Kontron(3), Wienerberger(2), VIG(2), Andritz(1), Strabag(1), RBI(1)
      Star der Stunde: AT&S 0.58%, Rutsch der Stunde: UBM -1.75%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 15-16: RBI(1), Telekom Austria(1), OMV(1), Erste Group(1)

      Featured Partner Video

      Börsepeople im Podcast S24/22: Judith Pap

      Judith Pap ist Sprecherin, Schauspielerin und beim Kinderradio zuständig für Sales, Marketing und Programm, aber natürlich auch als Sprecherin im Einsatz. Und sie hat starke Wurzeln und umso stärke...

      Books josefchladek.com

      Dean Garlick
      100 Sculptural Circumstances
      2025
      Lodge Press

      John Gossage
      LAMF (Special Edition)
      2026
      Magic Hour Press

      Richard Avedon
      Nothing Personal
      1964
      Atheneum Publishers

      Matteo Girola
      Viewfinders
      2025
      Studiofaganel

      Stephen Shore
      Uncommon Places
      1982
      Aperture