07.11.2025, 5310 Zeichen
Die Analysten der Erste Group haben in ihrer Wochenpublikation "Equity Weekly" die Unternehmens-News von heimischen Börsenotierten kommentiert bzw. neue Research-Reports veröffentlicht. Hier einige Fazits:
Zu AT&S: "AT&S legte diese Woche ihre Ergebnisse zum 2. Quartal 2025/26 vor, die bei der Profitabilität über der Guidance lagen. AT&S plant im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von etwa EUR 1,7 Mrd. zu erzielen (2024/25: EUR 1,59 Mrd.), was einem bereinigten (Verkauf des Werks in Ansan) Wachstum von rund 20% entspricht. Die EBITDA- Marge soll sich auf rund EUR 23% belaufen und spiegelt noch die Anlaufkosten der weiteren Linien in Kulim wider. Im kommenden Geschäftsjahr erwartet das Management einen Umsatz von rund EUR 2,1-2,4 Mrd. und eine EBITDA- Marge von 24-28%. Der steigende Einsatz von generativer KI befeuert die Nachfrage nach Produkten mit einer höheren Wertschöpfung bei AT&S. Auch die etablierten Märkte wie Server, PCs & Notebooks haben sich erholt. Diesen deutlich aufgehellten Marktausblick haben wir in unseren neuen Schätzungen berücksichtigt, wodurch unser Kursziel auf EUR 40,0/Aktie steigt (zuvor: EUR 22,50) und wir unsere Empfehlung auf Kaufen hochstufen (zuvor: Akkumulieren)."
Kontron: "Nachdem Kontron letzte Woche bereits vorab Eckdaten zum 3. Quartal veröf- fentlicht hatte samt neuer Umsatzprognose 2026, bracht der finale Q3-Report diese Woche keine wesentlichen neuen Informationen. Neu sind Daten zu Auf- tragseingang, der mit EUR 567 Mio. über den ersten beiden Quartalen lag, so- wie Auftragsstand. In der Telekonferenz mit Investoren und Analysten indizierte das Management in einem ersten Ausblick auf 2026 ein Umsatzwachstum von rund 10% abzüglich dem geplanten Verkauf des restlichen IT-Geschäfts mit rund EUR 75 Mio. Umsatz und zuzüglich möglicher Akquisitionen In Summe sehen wir unsere Einschätzung der Wachstumsaussichten für Kontron nach den Q3- Zahlen bestätigt. Die Kontron-Aktie ist weiter günstig bewertet mit einem EV/E- BITDA von knapp 7x gegenüber Mitbewerbern Advantech (20x) und SECO (11x). Wir sehen daher den jüngsten Kursrutsch vor den Q3-Zahlen als interessante Gelegenheit in die Aktie einzusteigen, um rechtzeitig vom Wachstumspfad zu profitieren."
Zu Lenzing: "Lenzing publizierte gestern ihre Zahlen für das 3. Quartal 2025, die sowohl bei Umsatz als auch Nettoergebnis leicht unter unseren Erwartungen lagen. Der Vorstand erwartet für 2025 unverändert ein höheres EBITDA im Vergleich zu 2024. Für 2027 strebt das Unternehmen ein EBITDA von rund 550 Mio. EUR an, vorausgesetzt die Marktbedingungen und geopolitische Lage bleiben stabil. Das Kostensparprogramm soll ab heuer jährlich wiederkehrende Einsparungen von über EUR 180 Mio. liefern. Die Q3-Ergebnisse blieben zwar etwas hinter unseren Erwartungen zurück, dennoch denken wir, dass Lenzing im anhaltend schwierigen Marktumfeld mit der neu angepassten Strategie einen Schritt in die richtige Richtung macht. Nichtdestotrotz, der Ausblick bleibt sehr vorsichtig und der Weg zurück zur Profitabilität vergangener Jahre wird noch länger dauern und zwischendurch holprig sein angesichts der schleppenden Erholung der Textilmärkte im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld."
Zu Mayr-Melnhof: "Mayr-Melnhof veröffentlichte diese Woche ihre Zahlen zum 3. Quartal 2025, die leicht unter unseren Erwartungen lagen. Der Vorstand gibt keinen konkreten Finanzausblick für 2025 und sieht die Marktsituation infolge der anhaltenden Nachfrageschwäche und Überkapazitäten weiter angespannt. Das Management verfolgt daher ein Effi- zienzprogramm. Auch im 4. Quartal werden Aufwendungen aus den jährlichen Wartungsstillständen in der Board&Paper-Division von rund EUR 13 Mio. erwar- tet, nachdem das 3. Quartal mit rund EUR 27 Mio. belastet war. Mit dem schwachen 3. Quartal dürfte unserer Meinung nach nun die Talsohle bei den Ergebnissen durchschritten worden sein und schrittweise Verbesserungen in den nächsten Quartalen folgen. Besonders die Division Board & Paper wird jedoch weiter unter den Überkapazitäten am Markt leiden, die sich nur langsam abbauen. Wir bleiben weiter bei unserer vorsichtigen Einschätzung der MM-Aktie."
Zu Verbund: "Mit dem Q3-Ergebnis lag der Verbund leicht unter unseren Erwartungen auf- grund einer höheren Energiesteuer und der schwächeren Wasserführung. Der Vorstand passte die Obergrenze beim Ergebnisausblick 2025 er- neut leicht nach unten an. Das EBITDA soll nun EUR 2,75-2,9 Mrd. erreichen (zuvor: EUR 2,75-3,1 Mrd.) und das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis EUR 1,45-1,55 Mrd. (zuvor: EUR 1,43-1,63 Mrd.). Wir sehen die Q3-Ergebnisse gemischt. Das Management senkte seine Prognose für 2025 nur geringfügig, was angesichts der schwachen Wassererzeugung in den ersten neun Monaten positiv zu werten ist. Die Energiesteuer (Q1- 3: EUR 112 Mio.) dürfte höher ausfallen als zunächst angenommen und wird für das Gesamtjahr bei EUR 75-125 Mio. erwartet. Wir bleiben bei unserer jüngst auf Halten hochgestuften Einschätzung der Verbund-Aktie."
Ausblick: Kommende Woche berichten Wienerberger, Österreichische Post, Semperit und FACC über ihre Q3-Ergebnisse. voestalpine und DO&CO legen ihre Zahlen zum 2. Quartal 2025/26 vor. Die STRABAG veröffentlicht ihr Tra- ding Statement für die ersten drei Quartale.
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