12.03.2025, 2732 Zeichen
Bei Agrana wurde die Einstellung der Zuckerproduktion an den Standorten Leopoldsdorf sowie Hrušovany|Tschechien mit sofortiger Wirkung beschlossen. Die gesamte österreichische-Zuckerproduktion wird auf den Standort Tulln konzentriert, teilt das Unternehmen mit. Diese Maßnahme sei ein wichtiger Teil der strategischen Neuausrichtung des Konzerns, mit der eine langfristige Stabilisierung und Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Zuckerproduktion erreicht werden soll. Auch in Tschechien erfolgt eine Konzentration der Zuckerproduktion auf einen Standort, nämlich Opava. Der Standort Leopoldsdorf bleibt als Logistik-Hub bestehen.Insbesondere soll Zucker in den vorhandenen Silos gelagert und Zucker abgepackt werden. Hinsichtlich allfälliger Möglichkeiten einer darüber hinausgehenden wirtschaftlichen Nutzung des 70 ha großen Firmenareals entwickelt Agrana zeitnah weitere Zukunftsszenarien für das Werksgelände. Agrana CEO Stephan Büttner: „Wir setzen diesen Schritt auch im vollen Bewusstsein unserer Verantwortung für den Zuckerstandort Österreich. Mit der Konzentration auf unseren Standort in Tulln wollen wir eine dauerhaft tragfähige Grundlage für eine nachhaltige österreichische Produktion schaffen. Es geht uns darum, den Zuckerstandort Österreich wetterfest aufzustellen”.
Für die betroffenen 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 120 in Leopoldsdorf sowie rund 150 in Hrušovany, stellt Agrana umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen bereit. Dazu zählen Umschulungen und Qualifikationsprogramme, Möglichkeiten zur Übernahme von Stellen an anderen Agrana-Standorten sowie individuelle Abfindungen und Beratung bei der beruflichen Neuorientierung. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Unterstützung regionaler Arbeitskräfte aus dem Umfeld der Standorte Leopoldsdorf bzw. Hrušovany.
Ernst Karpfinge, der Präsident der Vereinigung Die Rübenbauern, meint dazu: ,„Die anhaltend schwierige Situation am Zuckermarkt hat nun zu dem geführt, was die Rübenbauern und die Zuckerindustrie in den letzten Jahren gemeinsam versucht haben, abzuwenden: Es ist ein trauriger Moment, wenn eine jahrzehntelange Tradition im Marchfeld nun mit der dauerhaften Schließung der Zuckerfabrik Leopoldsdorf der Geschichte angehört!" Mit dem Abschaffen der europäischen Zuckerproduktionsquoten 2017 sei der Rübenanbau in Österreich in starke Turbulenzen geraten, heißt es. Durch die Deregulierung der europäischen Produktion seien in Europa, insbesondere in den großen Produzentenländern, die Flächen massiv ausgeweitet, was letztlich in einem Preisverfall mündete, der auch Österreich nicht verschonte. Als Folge hätten viele Rübenbauern die Freude an der Zuckerrübenproduktion verloren und stellten diese ein, heißt es seitens der Vereinigung.
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