11.10.2024, 8391 Zeichen
Linz (OTS) - Die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Vergleich zu den USA
und China
nimmt ab und innerhalb Europas fallen Deutschland und Ãsterreich in
der standortpolitischen Entwicklung zunehmend zurück. Eine neue
Bundesregierung muss rasch wirksame MaÃnahmen setzen, um den Abfluss
von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen aus Ãsterreich zu beenden.
Für Oberösterreich und Niederösterreich haben folgende sieben
MaÃnahmen die höchste Priorität und die stärkste Hebelwirkung zur
kurzfristigen Stärkung des Industriestandortes Ãsterreich:
1. Anreize zum steuerfreien Mehrarbeiten: âLeistung muss sich lohnen-
Paketâ als Anreiz für den Umstieg auf Vollzeitarbeit, die Leistung
von Ãberstunden und das Weiterarbeiten in der Pension
2. Entlastung: Deutliche Senkung der Lohnnebenkosten , Finanzierung
des FLAF aus dem Budget
3. Attraktivierung von Investitionen: Wiedereinführung einer
Investitionsprämie
4. Ausbau der Forschung: Erhöhung der Forschungsprämie und deutliche
Ausweitung des Budgets für FFG-Basisprogramme zur Stärkung der
technologieoffenen, anwendungsorientierten F&E
5. Mehr Fachkräfte: Einführung einer Lehrlings-Ausbildungsprämie für
Unternehmen zur Stärkung der dualen Ausbildung und zur Kompensation
der ständig zunehmenden Ausbildungsaufgaben auf betrieblicher Ebene
6. Senkung der Energiepreise : Verlängerung der
Strompreiskompensation bis 2030, Senkung bzw. Befreiung von Gebühren
und Abgaben, Ausbau des Transformationsfonds, Ãberbrückung des
Gastransits durch die Ukraine
7. Schnellere Verfahren: Entbürokratisierung, Digitalisierung und
Standardisierung von Genehmigungsverfahren , Aussetzung der
aufschiebenden Wirkung, Regulierungsstopp
Zwtl.: Stimmen zum Industrie-Summit
Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer:
Die Wirtschaft zu stärken, den Standort zu sichern und
weiterzuentwickeln, das sind die Hauptaufgaben der kommenden
Regierung. Denn ohne funktionierende Wirtschaft gibt es keinen
Wohlstand. Deshalb ist es die primäre Aufgabe der Bundesregierung,
die Rahmenbedingungen dahingehend zu ändern und Schwerpunkte in
Richtung Innovation - vor allem bei Digitalisierung, Bildung und
Arbeit - zu setzen.
Das bedeutet, Anreize in den verschiedensten Bereichen zu geben:
Etwa, damit mehr Menschen wieder Vollzeit arbeiten - und das muss
sich aber auch lohnen. Gleichzeitig müssen die Lohnnebenkosten
gesenkt werde, um die Unternehmer zu entlasten.
Um den Standort zu stärken und auch in Zukunft attraktiv zu
halten ist es zudem wichtig, in Bildung zu investieren - und zwar in
verschiedenen Bereichen. Nur mit top-ausgebildeten Fachkräften kann
der Standort Europa und damit auch Ãsterreich auch weiterhin
attraktiv bleiben. Wir müssen den Vorteil, den die duale Ausbildung
bietet, verstärkt nutzen und ausbauen. Gleichzeitig sind Forschung
und Entwicklung eminent wichtige Standbeine, die ebenfalls stärker
ausgebaut und unterstützt werden müssen.
Dazu müssen aber natürlich auch infrastrukturelle MaÃnahmen
gesetzt werden, etwa in puncto Planungssicherheit bei den
Energiepreisen. Dafür sollte die Strompreiskompensation verlängert
werden, am besten bis 2030. Und es ist dringend notwendig, die
notwendigen Bewilligungsverfahren zu beschleunigen - spric h , die
Bürokratie zu reduzieren. Da gehen wir in Oberösterreich mit gutem
Beispiel voran.
Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner:
Der 7-Punkte-Plan der Industrie stellt meiner Ansicht nach eine
wichtige Richtschnur für die kommende Bundesregierung dar. Denn die
Experten und Wirtschaftstreibenden warnen: Ãsterreich gerät
wirtschaftlich zunehmend ins Hintertreffen. Die Menschen haben zu
Recht Angst vor dem Verlust ihres Wohlstands. Daher muss eine
kommende Bundesregierung, unerheblich aus welchen Parteien sich diese
zusammensetzen wird, den Fokus auf eine Stärkung unserer
Wettbewerbsfähigkeit legen. Dabei handelt es sich um keine Frage der
Ideologie, oder eine Frage von links, rechts oder Mitte, sondern es
geht um die Frage: Wollen wir unseren Wohlstand bewahren? Ich sage:
Ja. Aber dazu braucht es MaÃnahmen, damit unsere Industrie im
internationalen Wettbewerb wieder besser mithalten kann.
IV-OÃ-Präsident Dipl.-Ing. Stefan Pierer:
Ãsterreich liegt beim Wirtschaftswachstum seit 2014 der 27 EU-
Mitgliedsstaaten nur auf Platz 23 und damit im abgeschlagenen Feld.
Die österreichische Industrie steuert auf das dritte Krisenjahr in
Folge zu. Die Umsätze gehen zurück, die Kosten bleiben hoch und die
Bürokratie lähmt. Verschärfend wirkt, dass Ãsterreich zu 40 Prozent
von Deutschland abhängig ist. Solange in Deutschland keine
wesentlichen Ãnderungen passieren, stagniert auch bei uns die
Wirtschaft.
Europa und Ãsterreich erwartet eine harte Restrukturierungsphase,
die mehrere Jahre dauern wird. China und Indien haben technologisch
aufgeholt, arbeiten pro Jahr wesentlich mehr und sind schneller und
kostengünstiger. Ãsterreich droht, in diesem globalen Wettbewerb den
Anschluss zu verlieren, unser Erfolgsmodell des Exports in die ganze
Welt ist stark gefährdet.
Die zukünftige Bundesregierung steht vor groÃen
Herausforderungen. Es braucht einerseits ein ambitioniertes
Regierungsprogramm, welches die Weichen für den Standort Ãsterreich
langfristig neu stellt. Andererseits braucht es ein kurzfristig
wirksames Standort-Rettungspaket, welches unmittelbar zur Stärkung
des Standortes Ãsterreich beiträgt und eine Trendumkehr einleitet.
Besonders hohe Hebelwirkung entfalten kurzfristig eine
Lohnnebenkostensenkung auf deutsches Niveau, Anreize zum steuerfreien
Mehrarbeiten, die Einführung einer Investitionsprämie in der Höhe von
15 Prozent sowie eine Erhöhung der Forschungsprämie auf 18 Prozent.
Ãsterreich muss sich von der Freizeit- wieder zur
Leistungsgesellschaft entwickeln. Weniger Kosten und mehr Leistung,
ein effizienterer Staat und Investitionen in Forschung, Technologie
und Qualifizierung sind notwendig, damit unser Standort vom
Pannenstreifen wieder auf die Ãberholspur wechselt. Wir müssen jetzt
handeln, wenn wir den Standort retten wollen.
IV-NÃ-Präsident Kari Ochsner:
Auf EU-Ebene muss wesentlich mehr geleistet werden, um die
industrielle Basis Europas zu stärken und gleichzeitig die Klima-
Ziele ambitioniert zu verfolgen. Es braucht einen Green Deal im
Einklang mit einem Industrial Deal, der nicht auf Kosten des
Standorts geht. Wir müssen Klima- und Industriepolitik zusammen
denken, damit wir in Europa und Ãsterreich nicht nur Emissionen
senken, sondern auch Arbeitsplätze sichern.
Die Industrie ist das Rückgrat der Wirtschaft und muss aktiv in
den Wandel eingebunden werden, anstatt durch zusätzliche Auflagen,
unrealistische Zeitlimits oder bürokratische Hürden ausgebremst zu
werden. Ein Industrial Deal im Einklang mit dem Green Deal ist daher
unverzichtbar - eine umfassende und abgestimmte Initiative, die den
Unternehmen Perspektive und Planungssicherheit bietet.
Dass Unternehmen zum Beispiel das Gas abgedreht wird, bevor
Wasserstoff in ausreichender Menge und zu tragbaren Kosten verfügbar
ist, darf nicht passieren. Gleiches gilt für Strom: Ohne
wettbewerbsfähige Preise wird die Energiewende scheitern. âStrom ist
die einzige Energieform, die jedes Land in Europa selbst produzieren
kann und deshalb als Leitenergie der Zukunft alternativlos. Der
Netzausbau muss als Generationenprojekt verstanden werden, ohne die
Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen.
Es muss dringend gelingen, die Lohnstückkosten wieder auf ein
international wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen. Das geht nur,
indem wir den Faktor Arbeit deutlich entlasten und die Energiekosten
nachhaltig senken.
Kennzahlen zur Industrie in Oberösterreich und Niederösterreich
- Die Sachgüterindustrie in den beiden Bundesländern erbringt
zusammen 43 Prozent der industriellen Wertschöpfung Ãsterreichs.
- Die Industrie inkl. der industrienahen Dienstleistungen beschäftigt
in den beiden Bundesländern zusammen 800.000 Mitarbeiter, 300.000
davon direkt in der Herstellung von Waren.
- Die Industrie in OÃ und NÃ generiert direkt, indirekt und induziert
österreichweit 1,6 Mio. Beschäftigungsverhältnisse und eine
Wertschöpfung von 120 Mrd. EUR. Jedes dritte Beschäftigungsverhältnis
der österreichischen Volkswirtschaft wird damit von der Industrie in
OÃ und NÃ gesichert.
- Der Unternehmenssektor der beiden Bundesländer investiert pro Jahr
ca. 3 Mrd. EUR in Forschung und Entwicklung, der gröÃte Teil davon
kommt aus der Industrie.
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