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07.07.2023, 4997 Zeichen
In Krisenzeiten gewinnen Wertanlagen an Bedeutung. Vor allem, wenn die Krisen mit einer Inflation verknüpft sind, wird dem Fiatgeld nicht mehr bedingungslos vertraut. Schließlich ist die Aussicht auf ein Vermögen, das auf dem Konto vor sich hin schmilzt, wenig verlockend, und unter einer Vermögensanlage haben sich selbst eingefleischte Sparer etwas anderes vorgestellt.
Gold gilt traditionell als sicherer Hafen. Doch auch für den Vermögensaufbau bieten sich beträchtliche Chancen. Auf welchen Faktoren diese beruhen sowie weitere Vor- und Nachteile für das Investment in Gold diskutieren wir in diesem Ratgeber.
Seit Jahrzehnten schien das Gespenst der Geldentwertung in Deutschland gebannt. Selbst das zwischenzeitliche Hoch zu Beginn der 1990er Jahre als Folge der deutschen Einheit mit bis zu 5 Prozent Inflation war schnell überwunden. Die Corona-Pandemie hat allerdings die Karten neu gemischt.
Ausladende Konjunkturprogramme der Regierungen, üppige Subventionen nach dem Gießkannenprinzip und massive Anleihen bei den Banken zur Abfederung der Krise haben die zirkulierende Geldmenge in den Volkswirtschaften Europas spürbar erhöht. Preissteigernd wirken sich zudem der Nachfrageüberhang im Zuge der Lockerungen sowie Engpässe in den Lieferketten aus. Der russische Angriff auf die Ukraine verschärft das Problem durch explodierende Öl- und Gaspreise.
Langfristig mehren sich die Anzeichen, dass der Ausnahmezustand der neue Normalzustand wird, da die krisengeschüttelten Volkswirtschaften Europas und Amerikas in Konkurrenz zu den dynamischen Volkswirtschaften Asiens ins zweite Glied zu rücken drohen. Die zerfallende Infrastruktur in vielen Großstädten Europas und Amerikas, Aufstände und soziale Verwerfungen sowie die um sich greifende große Gereiztheit sind ernsthafte Warnzeichen dieser Entwicklung, während sich in der heutigen multipolaren Welt die Machtblöcke immer unversöhnlicher gegenüberstehen.
Alternativen tun im Angesicht dieser Prognose Not, und Gold ist eine solche Alternative für eine erfolgreiche Geldanlage. Nach dem Ende des Bretton-Woods-Abkommens 1973 löste sich die Bindung des US-Dollars an das Gold, sodass sich seitdem der Goldpreis auf dem Markt frei entwickeln konnte.
Die Periode zwischen 1980 und 2000, in welcher der Goldpreis beinahe um die Hälfte seines Wertes sank, ist Geschichte. Hier kommt dem Goldpreis als Krisenwährung seine fast schon antizyklisch anmutende Eigenschaft zugute, sich positiv zu entwickeln, während alle anderen Wirtschaftsindikatoren in den Sinkflug übergehen. Seit dem Millennium hat sich der Goldkurs annähernd versechsfacht und geht wieder zu seinem Corona-Hoch von 2.063 US-Dollar je Feinunze in Tuchfühlung.
Das glänzende und farblich einzigartige Edelmetall hat die Menschen seit jeher fasziniert. Der Goldrausch ist ein sprichwörtliches Synonym für das Streben nach Glück und um Gold wurden Kriege geführt und Menschen versklavt. Die Knappheit von Gold beugt ebenfalls einem Wertverfall entgegen. Während man sich im Imperium Romanum für eine Unze Gold eine Toga kaufen konnte, ist diese heute einen Maßanzug wert – die Beständigkeit von Gold ist kultur- und epochenübergreifend.
Das Edelmetall stößt als Wertgegenstand überall auf dem Globus auf hohe Akzeptanz und ist von einer enormen Liquidität. Die Entwicklung der Goldpreise lässt besonders in Krisenzeiten auf ein fortschreitendes Wachstum hoffen. Seine Tendenz, sich gegenläufig zum Wert anderer Finanzinstrumente zu entwickeln, prädestiniert das Edelmetall zur Diversifikation und Risikominimierung. Experten empfehlen, nicht mehr als zehn Prozent seines Portfolios in Gold zu investieren.
Gold wirft keine Renditen ab. Anleger können nicht auf Zinsen wie Kontoinhaber, Dividenden wie Aktionäre und Mieten wie Immobilieninvestoren hoffen. Die enorme Volatilität, die höher liegt im Durchschnitt von Aktien, ist ein Vor- und Nachteil zugleich, und es hängt von der persönlichen Risikopräferenz ab, wie man diesen Umstand bewertet. Gold muss sicher aufbewahrt werden, was mit Kosten verbunden ist, zumal für den Erwerb von Gold eine Händlermarge zu entrichten ist. Abschließend birgt der Goldhandel ein Währungsrisiko, weil dieser global in US-Dollar abgewickelt wird.
Das Investment in Gold bietet Anlegern in Krisenzeiten einen sicheren Hafen. Die unsichere weltpolitische Lage und der Niedergang des Westens geben Hinweise darauf, dass eine Krisenvorsorge gerechtfertigt ist. Wer mehr möchte, als nur sein Portfolio zu diversifizieren und einen Risikoausgleich zu betreiben, wird in seiner Argumentation durch die rapide Entwicklung der Goldpreise unterstützt. Dies spricht für die Potenziale von Gold auch für den Vermögensaufbau, zumal das Edelmetall eine Beständigkeit aufweist, die einzelne Firmen nicht bieten können. Unternehmen kommen und gehen, aber das Gold bleibt.
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Gold, Barren - https://pixabay.com/de/photos/gold-barren-schatz-goldbarren-513062/
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