27.12.2021, 4087 Zeichen
Daytrading vs. Investieren - Unterschiede erklärt
Vielen werden die Begriffe „Broker“, „Investieren“ und „Traden“ oder „Trading“ bekannt sein. Oft glauben Anfänger, dass Investieren und Traden das Gleiche ist, allerdings ist das nicht ganz richtig, denn es bestehen gravierende Unterschiede.
Investieren ist langfristig, Trading ist kurzfristig
Generell gilt, dass eine Investition einen langfristigen, teilweise jahrelangen Anlagehorizont vorsieht. Ein Trade hingegen, besonders beim Daytrading, wird innerhalb kürzester Zeit geöffnet und wieder geschlossen. Daytrading bezeichnet dabei das Traden innerhalb eines Handelstages, also das Öffnen und Schließen eines Trades innerhalb eines Tages. Sagt der Trader die Richtung einer Kursschwankung richtig vorher, macht er Gewinn. Liegt er falsch, wird er Verlust machen. Daher ist es wichtig, dass ein Trader den Kursverlauf und den Wert (die Aktie, den Rohstoff, die Währung etc.) analysiert, bevor er einen Trade öffnet. Während Anleger beim Investieren einfach in etablierte Unternehmen investieren oder manchmal ihre Investitionen anhand einer Fundamentalanalyse auswählen, setzen Daytrader meistens auf eine technische Analyse des Kursverlaufs. Bei einer solchen Analyse schauen sich Daytrader den Kursverlauf an und identifizieren Widerstände und Unterstützungen (im Graph) und treffen anhand dieser Daten ihre Entscheidung.
Da Daytrading sehr riskant und kompliziert sein kann, ist es wichtig Aspekte wie Volatilität, Hebelwirkung und enge Spreads zu beachten. Außerdem ist es beim Daytrading wichtig eine Strategie zu haben und nicht einfach blind Trades zu eröffnen. Besonders durch die Hebel, die beim Trading genutzt werden, um aus minimalen Kursbewegungen gute Gewinne (oder Verluste) zu erzielen, machen viele unerfahrene Trader Verluste. Wer bereit ist ein hohes Risiko einzugehen, kann beim Trading in kurzer Zeit auch potenziell hohe Gewinne erzielen. „Übung macht den Meister“ - dieses altbekannte Sprichwort kann auch beim Daytrading stimmen. Empfehlenswert sind hier kostenlose Demo-Konten, die einem dabei helfen, mit einem fiktiven Startkapital, ohne Risiko zu handeln.
Auf der anderen Seite steht das (relativ) risikoarme Investieren, das von vielen Anleger sogar als „langweilig“ bezeichnet wird. Beim Investieren suchen Anleger nach Unternehmen, Rohstoffen oder anderen Werten, von denen sie glauben, dass diese in Zukunft wertvoller werden. Dabei investieren Privatanleger oft einfach in Unternehmen, die sie aus dem Alltag kennen und fast täglich nutzen. Beispiele für solche Unternehmen wären die Tech-Giganten Apple, Microsoft, Google, Facebook, Amazon und Konzerne wie Coca-Cola, Procter & Gamble und natürlich im deutschen Raum auch die großen Autobauer Daimler, VW und BMW. Wenn man sich den Kursverlauf der Aktien dieser Unternehmen anschaut, war diese Strategie in den letzten Jahren auch nicht schlecht. Anleger konnten mit den vorhin erwähnten Aktien gute Kursgewinne erzielen.
Für erfahrene Investoren ist die Strategie der Wahl meistens eine Fundamentalanalyse. Dabei schaut sich der Anleger die Fundamentaldaten eines Unternehmens an, bevor er sein Geld investiert. Dazu zählen Kennzahlen wie KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), EBIT (EBIT-Wachstum), KCF (Kurs-Cashflow-Verhältnis) und EKQ (Eigenkapitalquote). Im Prinzip trifft jede Kennzahl eine Aussage über das Unternehmen oder dessen Aktie. So gibt das KGV zum Beispiel an, in welchen Verhältnis der Aktienkurs zum aktuellen Gewinn (pro Aktie) steht. Ein hohes KGV bedeutet im Prinzip, dass die Aktie teuer ist, allerdings sollte man das KGV immer im Hinblick auf die Branche des Unternehmens und mit Blick auf das Gewinnwachstum des Unternehmens betrachten. So haben zum Beispiel Öl und Tabakaktien oft ein niedriges KGV, weil diese Unternehmen (aus Sicht der Anleger) keine vielversprechende Zukunft haben und ihre Gewinne nicht wirklich weiter steigern können. Tech-Aktien hingegen haben oft hohe KGVs, da diese Unternehmen stark steigende Gewinne verzeichnen und (aus Sicht der Anleger) eine vielversprechende Zukunft haben.
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