27.02.2018, 3376 Zeichen
Aus dem Börsenbrief. http://www.boerse-social.com/gabb
Agrana-Werksführung Pischelsdorf: Für Montag, 26.2.2018, hatte die Agrana interessierte Aktionäre zur Führung durch das Werk Pischelsdorf bei Tulln geladen. Es wurlte vor lauter Fachausdrücken, aber grad diese unbekannten Worte regten das Interesse noch mehr an. Leider war die Zeit beschränkt, aber es reichte für einen guten Überblick, was auf dem Gelände Pischelsdorf geschieht. Wir hörten, dass das Werk ursprünglich nur der Erzeugung von Bioethanol dienen hätte sollen, dass damals aber die Rohstoffpreise so hoch gewesen seien, dass das Werk nicht wirtschaftlich in Betrieb genommen werden konnte, daher sei es zu einer 70 Millionen Euro teuren Erweiterung gekommen, und das Werk sei mit einem Jahr Verspätung im Jahr 2008 in Betrieb gegangen.
Aktuell würden noch einmal 92 Millionen Euro investiert, damit würde die Kapazität der Weizenstärkefabrik um 120% erhöht. Das Hauptprodukt Bioethanol bringe auf dem aktuellen Preisniveau "eine schwarze Null". Das an Air Liquide (z.B. als Kohlensäure für Limonaden, als Trockeneis für Reinigungszwecke im Elektronikbereich und als Konservierungsmittel für Äpfel im Produzentenlager) gelieferte Flüssig-CO2 bringe "wenig" ein, der Hauptgrund für die Verwertung dieses Nebenprodukts sei aber, dass Bioethanol in Deutschland nur dann dem Benzin beigemischt werde, wenn mindestens 60% des im Produktionsprozess anfallenden CO2 verwertet würden. Ausgangsprodukt ist Futterweizen mit 12% Protein. Daraus wird neben Bioethanol hochwertige Stärke für Weißpapier und weiters Stärke für Kartonagen gewonnen. Das Protein wird zu Actiprot, das brasilianischen Gensoja als Futtermittel für Schweine, Rinder und Hühner ersetzen soll. Teils wird das Eiweiß auch zum Gemüse-, Rasen- und Blumendüngemittel BioAgenasol. Gluten für Bäckereien und als Fischfuttermittel wird erzeugt.
Wir durften Glutenoblaten verkosten, schmecken wie Knäckebrot. Das Schönste an so einer Fabrik der Old Economy war der Kontroll- oder Kommandoraum mit den vielen Bildschirmen zur Produktionsüberwachung, wo man sich wie im Raumschiff Enterprise fühlen konnte. Das Werk ist sehr gut an den Verkehr angeschlossen, per Bahn verläßt etwa die halbe Bioethanolproduktion das Werk in Richtung OMV, Weizen kommt teils per Schiff von Bayern bis Rumänien. Hier sei angemerkt, dass hiesige Bauern natürlich lieber Qualitätsweizen und nicht Futterweizen erzeugen wollen, dafür werden höhere Preise gezahlt. Und es kommt auch vor, dass Actiprot nach Rotterdam verschifft wird, weil dort grad ein guter Preis für Eiweißfuttermittel erzielt werden kann. Dann gibt es natürlich noch die Straßenanbindung. Am Rande erfuhren wir noch, dass die Agrana rund 2 Mio. Euro zurückbekommen wird, weil sich die EU damals bei den Überproduktionsstrafzahlungen verrechnet hatte.
Mir gefällt, dass hier alle Bestandteile des Futterweizens verarbeitet werden, Nahrungsmittel soll man ja nicht wegwerfen, auch nicht teilweise. Das Bioethanol riecht übrigens sehr appetitlich, theoretisch kann es wohl auch getrunken werden. Eine Verkostung gab es allerdings nicht, wohl aus steuerlichen Gründen: wegen der Alkoholsteuer werden strenge Aufzeichnungen über die Produktion geführt, nicht einmal ein paar Stamperln dürfen abgezweigt werden. Aus diesem Grund ist der Bioethanoltank auch extra umzäunt. Bilder zum Besuch hier: http://www.photaq.com/page/index/3421 .
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