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Facebook: Die Grenzen des Wachstums (Nicolai Tietze, Christoph Scherbaum)

Bild: © www.shutterstock.com, Facebook Logo Lupe, Gil C / Shutterstock.com

Autor:
Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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02.02.2018, 4922 Zeichen

Bisher schienen dem Wachstum bei Facebook (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) keine Grenzen gesetzt zu sein. Nach dem jüngsten Quartalsbericht wissen wir, dass das führende Soziale Netzwerk in Zukunft enorme Anstrengungen unternehmen muss, um Investoren weiterhin zufriedenzustellen.

Facebook hat einmal mehr sehr starke Quartalsergebnisse präsentiert. Laut Unternehmensangaben vom 31. Januar 2018 lagen die Umsatzerlöse im Schlussquartal des Vorjahres bei 12,97 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahreswert von 47 Prozent. Der Nettogewinn kletterte um 20 Prozent auf 4,27 Mrd. US-Dollar. Den etwas moderateren Gewinnanstieg hatte Facebook einmaligen Belastungen im Zuge der US-Steuerreform zu verdanken. Dafür wurden die Markterwartungen deutlich geschlagen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,21 US-Dollar, nach 1,41 US-Dollar im Vorjahr. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt lediglich einen Wert von 1,95 US-Dollar bei Umsätzen von 12,51 Mrd. US-Dollar erwartet.

Erneut waren es die boomenden Werbeeinnahmen, die das Wachstum ankurbelten. Zwischen Oktober und Dezember 2017 legten die Werbeumsätze um 48 Prozent zu. Dabei erzielt Facebook inzwischen fast 90 Prozent seiner Werbeerlöse auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets. Ironischerweise hatten Investoren lange Zeit befürchtet, dass Facebook der Wechsel von den großen Desktop-PCs auf Smartphones und Tablets mit ihren kleineren Bildschirmen schwerfallen würde, da die Werbeindustrie in diesem Fall geringere Preise für Anzeigen durchsetzen könnte. Es kam ganz anders. Das mobile Internet hat Facebook zu einem wahren Riesen im Bereich Internet-Werbung gemacht, der sich selbst vor Google nicht zu verstecken braucht. Trotzdem sorgte der jüngste Quartalsbericht auch für erste Zweifel am Erfolgsmodell von Facebook.

Beim Blick auf die Nutzerzahlen und die Zeit, die sich User auf Facebook aufhalten, zeigten sich Investoren nicht zufrieden. Zwar konnte weltweit bei den so genannten Monthly active users (MAUs), also denjenigen, die sich mindestens einmal im Monat bei Facebook anmelden, ein Zuwachs von 14 Prozent auf 2,13 Milliarden User ausgewiesen werden, in der Vergangenheit wurden jedoch stärkere Zuwachsraten beobachtet. Die Zahl der täglichen Facebook-Nutzer kletterte um 14 Prozent auf 1,40 Milliarden Nutzer. Doch diese Zahl blieb leicht unter dem FactSet-Konsens von 1,41 Milliarden Usern. Erstmals überhaupt musste Facebook für die USA und Kanada einen Rückgang bei den täglichen Nutzerzahlen bekannt geben. Zu allem Überfluss räumte Facebook ein, dass die Zeit, die Nutzer auf der Plattform verbringen, zum Ende des vergangenen Jahres um 50 Millionen Stunden pro Tag gefallen sei.

Facebook selbst erklärte die geringeren Nutzungszeiten mit Verbesserungsmaßnahmen. So werden sich viral verbreitende Videos seltener gezeigt. Aus Unternehmenssicht könnte sich dies sogar positiv auf die Umsätze auswirken, da auf diese Weise die Qualität der Inhalte aufgewertet wird und Werbekunden bereit sein könnten, mehr Geld pro Anzeige hinzulegen. Zumindest scheint nun nach langer Zeit des nahezu ungebremsten Wachstums klar zu sein, dass es auch für Facebook viele Herausforderungen zu meistern gilt. Unter anderem, wenn man an die gesellschaftlichen Diskussionen denkt, die sich mit den Möglichkeiten des Missbrauchs der sozialen Medien zur negativen Beeinflussung der Bevölkerung ergeben.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Facebook-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (WKN: DM6AZT / ISIN: DE000DM6AZT4, Laufzeit bis zum 19.12.2018) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 14,41. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (WKN: DM6B1C / ISIN: DE000DM6B1C0, aktueller Hebel 20,53; Laufzeit bis zum 19.12.2018) auf fallende Kurse der Facebook-Aktie setzen.

Stand: 01.02.2018/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

© Deutsche Bank AG 2018
Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung.

Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Weitere, ausführlichere Angaben zu den Wertpapieren einschließlich der Risiken sind den jeweiligen Basisprospekten, nebst etwaiger Nachträge („Basisprospekte“) sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen zu entnehmen. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Anleger können die Basisprospekte nebst den jeweiligen Endgültigen Bedingungen bei der Deutsche Bank AG, Mainzer Landstraße 11-17, 60329 Frankfurt am Main (Deutschland) kostenlos in Papierform und deutscher Sprache erhalten und unter www.xmarkets.de herunterladen.

Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann.


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    Facebook selbst erklärte die geringeren Nutzungszeiten mit Verbesserungsmaßnahmen. So werden sich viral verbreitende Videos seltener gezeigt. Aus Unternehmenssicht könnte sich dies sogar positiv auf die Umsätze auswirken, da auf diese Weise die Qualität der Inhalte aufgewertet wird und Werbekunden bereit sein könnten, mehr Geld pro Anzeige hinzulegen. Zumindest scheint nun nach langer Zeit des nahezu ungebremsten Wachstums klar zu sein, dass es auch für Facebook viele Herausforderungen zu meistern gilt. Unter anderem, wenn man an die gesellschaftlichen Diskussionen denkt, die sich mit den Möglichkeiten des Missbrauchs der sozialen Medien zur negativen Beeinflussung der Bevölkerung ergeben.

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