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Luft nach oben (Andreas Kern)

Bild: © Josef Chladek/photaq.com, Aufwärts, steigend, nach oben, leuchten

29.01.2018, 5900 Zeichen

 

Portrait <a href= Andreas Kern" data-udi="umb://media/6dc0a03189d846a88cd0b6381a4e183f" />


es ist wieder so weit: Im verschneiten Davos gibt sich die A-Prominenz, die Zugpferde aus Wirtschaft und Politik, ihr jährliches Stelldichein zum World Economic Forum. Kaum waren die Großen der Welt versammelt, schon setzte etwas Tauwetter ein – zumindest meteorologisch. Symbolisch war das allerdings nicht, denn die derzeit nur geschäftsführende deutsche Kanzlerin war bereits wieder abgereist, als der US-Präsident eintraf. Die Idee, dass die beiden noch einmal einen ernsthaften Draht zueinander finden, muss man wohl abhaken. Aber die echten Konfliktlinien verlaufen ohnehin anderenorts – etwa zwischen den USA und China. Nicht einmal der wunschgemäß deutlich abgeschwächte US-Dollar konnte verhindern, dass Trump „sein“ Amerika im internationalen Handel weiter als übervorteilt wahrnimmt. Ein Thema, das auch für die deutschen Exportweltmeister noch zum Problem werden könnte.

Die richtige Auswahl treffen

Die richtige Auswahl treffen

Der DAX hat sich in den letzten Tagen gelassen gezeigt. Denn noch am Dienstag erwies auch er sich als Zugpferd und erreichte ein neues Allzeithoch. Dass die Höhenluft nach fast neun Jahren Kursaufschwung – gemessen ab dem Tief des Jahres 2009 – dünner wird, kann kaum ernsthaft bestritten werden. Allerdings konnte man dieses Argument mit annähernd gleicher Berechtigung auch schon vor einem Jahr ins Feld führen. Was letztlich 2017 herauskam, war erneut ein sehr respektables Aktienjahr. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass ein solcher Gipfelsturm unmittelbar in eine Baisse übergeht, nach dem Allzeithoch blieben die Anschlusskäufe jedoch erst einmal aus. Und: Je reifer eine Hausse ist, desto selektiver wird zugegriffen. Während das Prinzip „Geht Butter, geht Käse“ nun keine Leitschnur bei der Anlage mehr sein sollte, wird die Auswahl immer wichtiger, besonders wenn es zu einer ausgeprägten Titelrotation kommen sollte. Es genügt dann nicht mehr, einfach irgendwie im Markt zu sein. Vielmehr muss man sich zur richtigen Zeit in den richtigen Sektoren und Titeln engagieren – in den Zugpferden eben. Trading-Expertise dürfte im laufenden Jahr also ganz besonders gefragt sein.


Darüber spricht die Börse

Ein Bereich, der auch schon im neuen Jahr Freude machte, ist der Technologiesektor. Aber Technologie ist ein weites Feld. Besonders aufgefallen ist uns das Themenfeld  „Augmented- und Virtual-Reality“, das im gleichnamigen wikifolio von Trader „Trendlink“ gehandelt wird. Es geht um virtuelle Realität und „computergestützte Sinneserweiterung“. Viel gehandelt wird in diesem wikifolio allerdings nicht, denn die Zusammenstellung ist relativ stabil und beruht auf einer Art Social Indexing-Prozess. Nutzergemeinde und Redakteure der Trendlink-Plattform identifizieren Trendthemen auf die anschließend Investmentprodukte aufgelegt werden.

Augmented- und Virtual-Reality

Dabei können die Nutzer auch zu bereits bestehenden Themen weiteren Input liefern, etwa wenn neue Unternehmen zum Themenfeld dazu stoßen, was aber eher selten geschieht. Der jüngste Aufschwung war also vor allem ein Indiz dafür, dass das Thema nach dem letzten Rücksetzer wieder breitere Gefolgschaft gefunden hat.

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Überflieger im Tech-Sektor

Ebenfalls im Technologiebereich bewegt sich das Anlegermagazin Börse Online mit dem wikifolio „Börse Online Silicon Valley“, das von Thomas Rappold unter dem Trader-Namen „SiliconValley“ betreut wird. Die Bezeichnung verweist auf jene Hightech-Region der USA in der man nicht nur aufstrebende Garagenunternehmen, sondern auch die größten Spieler der Digitalisierung weltweit findet. 

Börse Online Silicon Valley

Rappold bevorzugt die letztgenannten – also die „jeweils bedeutendsten  und wachstumsstärksten Technologiewerte“. Wesentliche Kriterien, die diese Unternehmen erfüllen sollen: sehr gut eingeführter Markenname, einzigartiges Geschäftsmodell, sowie Markt- und Technologieführerschaft im jeweiligen Branchensegment. Wer sich auf solche Aktien spezialisiert, braucht nicht kurzfristig zu traden, sondern kann die so gefundenen Schätzchen auch langfristig in seinem wikifolio belassen.

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Auf Überraschungen vorbereitet

Relativ unabhängig von Trends ist der Ansatz von Christian Scheid, der unter dem Tradernamen „Scheid“ das wikifolio „Special Situations“ betreut. In der zugehörigen Beschreibung zählt er ein ganzes Dutzend solcher Situationen auf, in denen auch kurzfristig überproportionale Performancechancen winken: Im Wesentlichen geht es um besondere Konstellationen, auffällige Kursverläufe, bevorstehende Ereignisse oder absehbare Neubewertungen.

Special Situations

Was immer der konkrete Anlass für den Kauf eines Titels ist, Scheid legt bei allen Positionen großen Wert auf die Begrenzung möglicher Verluste. Einen Schwerpunkt seiner  Anlagetätigkeit bilden übrigens deutsche Nebenwerte. Die Kombination all dieser Punkte ließ „Special Situations“ zu einem der erfolgreichsten wikifolios überhaupt werden.

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Was kommt?

Das sollten Anleger in der kommenden Woche im Auge behalten

Am Montag kommen – ebenfalls in den USA – die Daten für den PCE Kerndeflator auf monatlicher und jährlicher Basis. Am Dienstag werden die deutschen Verbraucherpreise und das BIP der Eurozone bekanntgegeben. Am Mittwoch folgen die Verbraucherpreise der Eurozone. Von der ebenfalls am nächsten Mittwoch stattfindenden Fed-Sitzung werden keine Entscheidungen erwartet. Den Schlusspunkt bilden die ISM-Zahlen zur US-Industrie am Donnerstag.


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Bildnachweis

1. Aufwärts, steigend, nach oben, leuchten , (© Josef Chladek/photaq.com)   >> Öffnen auf photaq.com

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    29.01.2018, 5900 Zeichen

     

    Portrait <a href= Andreas Kern" data-udi="umb://media/6dc0a03189d846a88cd0b6381a4e183f" />


    es ist wieder so weit: Im verschneiten Davos gibt sich die A-Prominenz, die Zugpferde aus Wirtschaft und Politik, ihr jährliches Stelldichein zum World Economic Forum. Kaum waren die Großen der Welt versammelt, schon setzte etwas Tauwetter ein – zumindest meteorologisch. Symbolisch war das allerdings nicht, denn die derzeit nur geschäftsführende deutsche Kanzlerin war bereits wieder abgereist, als der US-Präsident eintraf. Die Idee, dass die beiden noch einmal einen ernsthaften Draht zueinander finden, muss man wohl abhaken. Aber die echten Konfliktlinien verlaufen ohnehin anderenorts – etwa zwischen den USA und China. Nicht einmal der wunschgemäß deutlich abgeschwächte US-Dollar konnte verhindern, dass Trump „sein“ Amerika im internationalen Handel weiter als übervorteilt wahrnimmt. Ein Thema, das auch für die deutschen Exportweltmeister noch zum Problem werden könnte.

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