23.04.2016, 5332 Zeichen
Den 1. Februar 2016 sollten Anleger weltweit gut in Erinnerung behalten. An diesem Tag hatte Alphabet (ehemals Google ) seine Zahlen für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2015 vorgelegt. Der Internet-Gigant aus Kalifornien begeisterte Anleger derart, dass sie die Aktien des Unternehmens im nachbörslichen US-Handel in die Höhe trieben.
Dadurch konnte sich Alphabet (WKN A14Y6H) erstmals überhaupt den Titel des wertvollsten Unternehmens auf dieser Welt schnappen. Gleichzeitig wurde Apple (WKN 865985) von seinem Thron gestoßen. Seitdem duellieren sich die beiden Technologiekonzerne um die Vorherrschaft. Doch auf lange Sicht dürfte die Entscheidung in den Augen vieler Anleger zu Gunsten von Alphabet/Google gefallen sein.
An den Börsen werden Erwartungen gehandelt. Erfolge aus der Vergangenheit sind schnell vergessen. Daher scheinen Anleger auch vergessen zu haben, dass Apple im Geschäftsjahr 2014/15 (Ende September) einen Gewinn von 53,4 Mrd. US-Dollar bei Umsätzen von 233,7 Mrd. US-Dollar eingefahren hatte. Im Auftaktquartal des Fiskaljahres 2015/16 stand sogar mit 18,4 Mrd. US-Dollar der höchste jemals in einem Dreimonatszeitraum erzielte Unternehmensgewinn zu Buche. Das alles zählt jedoch nicht mehr viel, wenn die Aussichten weniger rosig sind.
Investoren konzentrieren sich auf eine Marktsättigung bei Smartphones. Selbst die Liebe von Apple-Fans für das iPhone könnte eines Tages enden. Besonders ärgerlich: Das iPhone ist das mit Abstand wichtigste Produkt für das Unternehmen mit dem Apfel im Logo. Der Umsatzanteil schwankt von Quartal zu Quartal. Zuletzt lag er bei rund 70 Prozent. Gleichzeitig sind andere Hardware-Produkte wie iPad, iMac oder Apple Watch nicht in der Lage in einer ähnlichen Weise zum Konzernerfolg beizutragen. Auch Dienstleistungsangebote wie Apple Pay oder Apple Music sind längst nicht so weit.
Im Fall von Alphabet schauen Investoren dagegen auf Zukunftsprojekte wie selbstfahrende Autos, das vernetzte Zuhause (Smart Home), Kampfroboter oder Internet-Ballons. Letztere sollen das Internet in die entlegensten Winkel der Erde bringen. Google nennt diese Bereiche „Other Bets“. 2015 hatten Investitionen in diese „andere Wetten“ einen Verlust von 3,6 Mrd. US-Dollar eingebracht. Und das bei Umsätzen von gerade einmal 448 Mio. US-Dollar. Allerdings kann sich Alphabet diese Investitionen leisten. Schließlich läuft das Geschäft mit der Internetwerbung besser denn je. Die Verbreitung von Smartphones und Tablets mit ihren im Vergleich zu Desktop-PCs kleineren Bildschirmen sorgt zwar dafür, dass die Einnahmen pro geschalteter Werbung gefallen sind. Auf der anderen Seite kann Google dank des Booms der mobilen Werbung immer mehr Anzeigen „Paid Clicks“ verkaufen und damit die Auswirkungen eines geringeren Durchschnittspreises „Cost per Click“ wettmachen. Aus diesem Grund konnte Alphabet trotz der Milliardenverluste bei den „Other Bets“ im Geschäftsjahr 2015 konzernweit einen Nettogewinn von 16,3 Mrd. US-Dollar einfahren.
Auch wenn Alphabet die Zukunft zu gehören scheint, sollte man Apple nicht gänzlich abschreiben. Ob die Produktion von Elektroautos wirklich die Antwort bedeuten kann, bleibt dahingestellt. Wesentlich vielversprechender könnte es kurzfristig sein, den Herstellern von Android-Handys Marktanteile abzujagen. Schließlich kam Apple 2015 laut Daten von Strategy Analytics gerade einmal auf einen weltweiten Marktanteil von rund 16 Prozent. Viel Luft nach oben also.
Das Rennen zwischen Apple und Alphabet ist offen (Chart: Ariva)
Anleger, die sich zwischen Alphabet (Google) und Apple nicht entscheiden können und sogar noch den Softwareriesen Microsoft mit ins Boot holen möchten, finden die Protect Multi Aktienanleihe von Vontobel (WKN VS9NTF) auf die drei US-Technologiekonzerne interessant. Sie bietet einen Kupon von 9,45 Prozent. Die Barrieren liegen bei jeweils 70 Prozent des Basispreises. Im Fall von Apple liegt der Basispreis bei 108,73 US-Dollar und die Barriere bei 76,11 US-Dollar (bei Alphabet sind die Daten folgende: Basispreis: 749,83 US-Dollar; Barriere: 524,88 US-Dollar). Bei Microsoft liegt der Basispreis bei 55,08 US-Dollar, während die Barriere 38,56 US-Dollar beträgt.
Der Anleger erhält den Nennbetrag ausbezahlt, sofern eine Barriereverletzung nicht eingetreten ist oder, sofern eine Barriereverletzung eingetreten ist, aber der Referenzpreis aller Basiswerte am Bewertungstag auf oder über dem jeweiligen Basispreis liegt. Der Emittent wird einen Barausgleich zahlen, sofern eine Barriereverletzung eingetreten ist und der Referenzpreis mindestens eines Basiswerts am Bewertungstag unter dem jeweiligen Basispreis liegt. Der Barausgleich errechnet sich aus dem Referenzpreis desjenigen Basiswerts mit der Maßgeblichen Wertentwicklung am Bewertungstag multipliziert mit dem entsprechenden Bezugsverhältnis. Weitere Informationen über die Funktionsweise dieser Protect Multi Aktienanleihe finden Sie hier.
Dieser Beitrag ist ein Stück aus EINBLICKE – dem neuen Magazin von dieboersenblogger.de. Inter markteinblicke.de finden Sie das gesamte Magazin. Dort können Sie in der Ausgabe blättern oder Sie laden es sich als PDF herunter. Künftig wird EINBLICKE einmal im Quartal erscheinen.
Wiener Börse Party #1132: ATX etwas fester, Addiko Prediction stimmte; Frequentis, Telekom und Polytec gesucht
Alphabet
Uhrzeit: 23:00:01
Veränderung zu letztem SK: 0.34%
Letzter SK: 268.65 ( -0.21%)
Apple
Uhrzeit: 23:00:01
Veränderung zu letztem SK: 0.44%
Letzter SK: 221.55 ( -0.00%)
Microsoft
Uhrzeit: 23:00:01
Veränderung zu letztem SK: -0.13%
Letzter SK: 316.70 ( -0.59%)
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