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Schoeller-Bleckmann: Noch ist es zu früh… (Marc Schmidt)

Bild: © Aussender, Bohrmotor SBO (Bild: Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG, https://www.sbo.at/cms/cms.php?pageName=130 )

Autor:
Marc Schmidt

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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24.08.2015, 2992 Zeichen

Als Folge der gefallenen Öl- und Gaspreise sind auch die Aktienkurse vieler Ölwerte in die Tiefe gerutscht. So auch beim österreichischen Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) (WKN 907391). Angesichts deutlich günstigerer Einstiegskurse dürfte es viele Anleger in den Fingern jucken, nun auf ein Comeback zu setzen, allerdings scheint Besserung vorerst nicht in Sicht zu sein.

Die SBO-Aktie hat innerhalb eines Jahres knapp 50 Prozent an Wert eingebüßt und ist in dieser Zeit der schwächste Titel im österreichischen Leitindex ATX. Dabei hat der Abwärtstrend zuletzt sogar an Dynamik gewonnen. Schuld sind unter anderem die Sorgen vor einer schwächeren Konjunktur in China und anderen Schwellenländern, so dass damit die Nachfrage nach Öl abnehmen und das Überangebot an den Weltmärkten wachsen könnte. Diese Aussichten haben die Ölnotierungen jüngst noch einmal unter Druck gebracht. Während die Nordseesorte Brent mit der Marke von 45 US-Dollar pro Fass kämpft, könnten die Preise bei der US-Sorte WTI sogar nachhaltig unter 40 US-Dollar rutschen.

Sollten die Ölpreise weiter zurückgehen, dürften die SBO-Kunden mit noch mehr Einsparungen reagieren. SBO versucht seinerseits mit Sparmaßnahmen gegenzusteuern, allerdings dürften diese im weiteren Jahresverlauf laut Unternehmenseinschätzung nicht ausreichen, um den starken Nachfragerückgang vollständig auszugleichen. Im ersten Halbjahr ging das so weit, dass die Umsätze im Vorjahresvergleich um 18,9 Prozent auf 186,9 Mio. Euro zurückgingen, während der Auftragseingang sogar um 54,1 Prozent auf 104,8 Mio. Euro schrumpfte. Zwar konnte man auf Halbjahressicht unter dem Strich noch knapp eine schwarze Null retten, dafür stand im zweiten Quartal bereits ein Verlust zu Buche. Und auch für das Gesamtjahr konnte ein Verlust nicht ausgeschlossen werden.

Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Auch wenn man bei SBO lange im Geschäft ist und weiß, dass solche Abschwung-Phasen in der Oilfield Service-Industrie vorkommen, jedoch nicht ewig dauern, hat man sich laut Konzernchef Gerald Grohmann darauf eingestellt, dass dieser Downturn länger dauern könnte als frühere. So dürften die Wetten von Investoren auf ein baldiges Comeback der SBO-Aktie etwas zu früh kommen, zumal die makroökonomischen Bedingungen mit dem chinesischen Wirtschaftswachstum und sinkenden Weltmarktpreisen für Öl sich erst einmal ändern müssten.

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