10.05.2013, 2770 Zeichen
Neue Investoren bekommt das Land.
Der Mensch ist wandlungsfähig. Antizipation nennt man das. Und das hat uns so weit gebracht wie wir uns eben in der Zivilisationspyramide zugestehen zu sein. Eine besonders anpassungsfähige Spezies müssen aktuell wohl Investoren sein. Sie haben in den vergangenen Jahren eine Unmenge an sich gegenseitig in ihrer jeweiligen Kapitalmarktdominanz überlagernden Faktoren gegenüber gesehen, dass wohl jeder, der diese dutzenden „Züge der Zeit“ nicht rechtzeitig und richtig erkennen konnte, mindestens des einen oder anderen Räder spürbar erfahren durfte.
Die letzte dieser neuen Erkenntnisse ist jene, dass Notenbanken mittlerweile eine weit tiefer gehende Rolle an unseren Kapitalmärkten spielen dürften als man es ihnen ohnehin bereits zugemutet hatte. Sie haben die Attraktivität der Aktien für sich entdeckt.
Natürlich gibt es keine tiefergehenden Informationen ob, wie viel, wann und welche Werte gekauft wurden. Es sind ja keine Fondsmanager die Transparenzerfordernisse zu erfüllen haben, sondern Notenbanken mit ihren durchaus gerechtfertigten Geheimnissen, aber selbst aus den spärlichen Kommentaren erkennt man, dass mittlerweile nicht nur das „A“ der Anleihen im jeweiligen Wertpapierbestand vorkommt.
Ob das gut oder schlecht ist, haben wir gar nicht zu beurteilen. Wir sollten nur froh darüber sein, denn es ist durchaus davon auszugehen, dass diese neuen Investoren keine kurzfristigen Interessen verfolgen sondern einen langfristigen Substanz- und Vermögensbestand errichten wollen. Im Glauben an das Wachstum. Lokale Sovereign Wealth Funds könnten diese Rolle sicher ebenso übernehmen, sind aber vielleicht im jetzigen emotionellen Umfeld schwerer zu errichten. Notenbanken agieren schneller und weniger sichtbar. Auch ersetzen sie teilweise die in regulatorisch bedingter Kapitalmarktabsenz verharrenden Versicherungen, denen der Sprung über diesen weiten Solvency 2-Schatten verständlicherweise schwer fällt bzw. sogar gar nicht mehr möglich ist. Doch, so unterschiedlich die Motive von Notenbanken und Versicherungen auch aussehen mögen, ein Punkt eint sie: die Erkenntnis, dass die aktuellen Bondmärkte mittlerweile wenig Lösung bieten. Daher die Suche nach Alternativen.
Der Vorteil von Zentralbanken ist eben, dass für sie Basel 3 oder Solvency 2 am Ende nicht gilt. Und den Vorteil nutzen sie.
Egal was am Ende dabei heraus kommt, so schlecht kann es nicht sein, denn mit ihrer Teilnahme am Aktienmarkt unterstützen sie die Refinanzierungsfähigkeit der Wirtschaft und sichern somit künftige Steuereinnahmen ab. Ob bewusst volkswirtschaftlich, oder nur aus Portfolio- und daher Ertragsüberlegungen heraus ist, denke ich, ist sogar nebensächlich.
Hauptsache es passiert.
(Von: Wolfgang Matejka, Bilder von Wolfgang HIER)
Wiener Börse Party #1205: ATX schwächer, Frequentis gesucht, NLB stellt Alta die 40-Prozent-Frage und die RBI legt etwas zurück
Aktien auf dem Radar:Frequentis, Wienerberger, RBI, Austriacard Holdings AG, Kapsch TrafficCom, EuroTeleSites AG, OMV, Emerald Horizon AG, CA Immo, AT&S, Gurktaler AG VZ, Mayr-Melnhof, Wolford, BTV AG, BKS Bank Stamm, Amag, CPI Europe AG, Österreichische Post, Telekom Austria, UBM, RHI Magnesita.
Kathrein Privatbank
Die Kathrein Privatbank AG mit Sitz in Wien wurde 1924 von Carl Kathrein gegründet und zählt zu den führenden Privatbanken im deutschsprachigen Raum. Ihre Kernkompetenz liegt in der Verwaltung von privatem, unternehmerischem und institutionellem Vermögen sowie dem Vermögen von Privatstiftungen. Als Tochter der Raiffeisen Bank International AG bietet die Privatbank die Vorteile eines flexiblen, eigenständigen sowie serviceorientierten Instituts und die Sicherheit einer stabilen, internationalen Bankengruppe.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Wie gross schätzt du Window Dressing Effekte in Österreich ein, Wolfgang Matejka?
kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at. Ganz aktuell ein Talk mit Fondsmanager Wolfgang Matejka zu Themen rund um den Halbjahres-Ultimo.
Books josefchladek.com
Ralph Gibson
The Somnambulist
1970
Lustrum Press
João Linneu
JJ VFF VV
2026
Void
Harry Gruyaert
Irish Summers
2020
Gallery Fifty One
Ryuji Miyamoto
Kobe 1995 After the Earthquake
1995
Telescope