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Bisher haben die Zentralbanken ihre üppigen Währungsreserven üblicherweise in Zinspapieren und Gold angelegt - aber jetzt gehen sie zunehmend dazu über, auch Aktien zu kaufen. Warum? Und was bedeutet dieser Sinneswandel für die Börsen?

Es geht um riesige Summen, die zur Disposition stehen: Fast elf Billionen Dollar schwer ist der Devisenschatz der Notenbanken. Und er wächst unaufhörlich, allein um 8,5 Billionen in den letzten zehn Jahren. Dieses Geld sollen die Währungshüter so investieren, dass zumindest kein Wertverlust entsteht.

Bei den jetzigen Zinsen für Staatsanleihen ist das aber kaum noch möglich. Denn die Renditen liegen in der Regel unterhalb der Inflationsrate der Länder mit erstklassiger Bonität wie Deutschland und den USA. Ganz zu schweigen von den meist höheren Teuerungsraten in den Schwellenländern, die den stärksten Zuwachs an Devisenreserven aufweisen. Sie alle erleiden damit real Verluste, wenn sie in Bundesanleihen oder US-Treasuries anlegen. Aktien dagegen bringen vielfach Dividendenrenditen, die höher sind als die Zinsen von Staatsanleihen. Dazu kommen noch langfristige Kursgewinne.

Da auch der Goldpreis in den vergangenen eineinhalb Jahren deutlich an Wert eingebüßt hat, suchen die Notenbanker nach neuen Wegen, den Devisenschatz real zu erhalten. Und da geraten zunehmend Aktien ins Blickfeld, wie eine von der Nachrichtenagentur Bloomberg verbreitete Studie zeigt. Danach haben 14 von 60 befragte Notenbanken bereits Aktien im Depot oder planen dies. Dazu gehören die Schweiz, Tschechien, Südkorea und Israel. Sie kaufen üblicherweise aber keine Einzelaktien sondern ETFs. Damit erzielen sie eine breite Streuung und sie müssen sich nicht um die Einzelanalyse von Unternehmen kümmern.  

Neben dem realen Werterhalt spielt die Streuung eine große Rolle bei den zunehmenden Aktienkäufen der Zentralbanken. Mit wachsenden Devisenreserven, die 2012 um 734 Milliarden Dollar zugenommen haben, wird die Konzentration auf Zinspapiere und Gold zu riskant, zumal Staatsanleihen ja auch ein Ausfallrisiko aufweisen.

Für die Aktienmärkte ist der Schwenk der Notenbanken hin zu Dividendenwerten eine gute Nachricht. Eine so potente Käuferschaft spült kontinuierlich Geld an die Börsen, und sie tritt selten als Verkäufer auf, da sie einen langfristigen Ansatz verfolgt. Je mehr Notenbanken gute Erfahrungen mit der Diversifikation in Aktien machen, desto mehr Nachahmer werden sie finden. Hinzu kommen noch die seit langem ausgeprägten indirekten Investitionen von Notenbanken - über die ausgelagerten Staatsfonds, die ja schon länger zu den großen Nachfragern nach Aktien zählen, und die vermutlich auf Grund der Minizinsen ebenfalls vermehrt Unternehmensbeteiligungen kaufen werden.

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