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Buddy-Blog: Angelsächsische Broker können nicht schlafen (Wolfgang Matejka)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



25.07.2012, 3776 Zeichen

(Von: Wolfgang Matejka) Endlich Urlaubssaison, da fallen die Märkte leichter.

War schon ein zermürbendes Umfeld, das so viele unserer angelsächsischen Broker die letzten Tage nicht und nicht schlafen ließ: Einerseits einigten sich die Euro-Finanzminister auf eine Bankenfinanzierung, andererseits gelingt die Spanien-Umschuldung und die EZB als zentrales Steuerungsinstrument a la EU-FED wurde auch noch gestärkt. Sogar ein paar Milliarden für Wachstumsinitiativen wurden genehmigt. JP-Morgan mit seiner riesigen Contra-EU-Wette und ein paar Mitverbundene Unsichtbare haben sichtbar gelitten und spätestens als man Jamie Dimon, dem Chef von JP- Morgan, die Erschütterung und Reue ob der unerhörten Frechheit seiner Händler, Investments, ja genau jene gegen Europas „schwache Staaten“, ohne Limit einzugehen, ansah wusste man wer die wirklichen „Freunde Europas“ waren. Nass bis auf die Knochen vom kalten Tee der dabei hektoliterweise über uns von diesen „Freunden“ ausgeschüttet wurde durften wir dem Anstieg der folgenden Tage mit Wärme im europäischen Herzen und einem lächelnden Plus am Depot zusehen bis, ja bis die positive Grundstimmung die ersten Kauforders verbraucht hatte und in den Freitagnachmittag hinein der Markt dünner wurde. Und plötzlich waren sie wieder da, die altbekannten Attacken aus dem Hinterhalt.

Kleine Dramaturgie gefällig (keine Angst, ist immer das Gleiche): Man wartet zuerst einmal auf eine positive Meldung. Beispielsweise, dass die Bankensanierung Spaniens von allen EU-Gremien genehmigt wurde. Danach sieht man sehr genau nach, ob die Märkte darauf reagieren oder nicht. Wenn nicht, dann braucht nur mehr das Handelsvolumen geringer als normal sein, an einem Freitagnachmittag nichts Ungewöhnliches, und dann sucht man sich irgendeinen Anlass, zum Beispiel wenn Vodafone meldet, dass in Italien und Spanien die Umsätze leicht zurückgegangen sind. Dann braucht man nur mehr mit geballter Kraft kaufen. Kaufen!? Ja genau, als erstes kauft man CDS. Diese Credit Default Swaps, die Kreditausfallsversicherungen, sind noch immer nicht reguliert und dabei das Toxischste was es in Europa derzeit zu haben gibt. Quasi, TNT im Supermarkt. Der Ausverkauf-Himmel für Kapitalmarktterroristen. Jeder CDS erhöht nämlich den Druck auf das darunter liegende Asset. In diesem Fall halt Spanien. Und weil‘s ein so schöner Nachmittag ist, nehmen wir Italien auch gleich mit. Die nächste CDS-Kauf-Welle. Gut so. Und nachdem durch das Absichern etlicher CDS-Broker die Zinsen dieser Länder recht hurtig gestiegen sind, kommen die Aktienmärkte dran. Die sind noch dünner und brauchen nicht viel Kraft um einzubrechen. Perfekt. In die fallenden Märkte noch weiter fest hineingeschüttet, so lange bis die letzten Optimisten das Handtuch werfen und nur mehr auf Schadensbegrenzung aus sind. Dann kann man beginnen ganz langsam und sanft, die verkauften Assets wieder zurückzukaufen, sofern man nicht einfach die Urlaubssituation weiter genießen will und, während viele Marktteilnehmer in ihren Urlaubsdestinationen weder TV noch Mails benutzen, um ihren Magennerven nicht noch mehr Schaden zuzufügen, am Montag dasselbe Spiel, genüsslich mit einem ach so zufälligen Downgrade durch Moodys versüßt, erneut zu  beginnen.

Was ich mich zunehmend und wirklich ernsthaft frage, ist was geht da wirklich ab mit uns? Werden wir gerade wie billiges Vieh geschlachtet und sind die uns „zugemuteten“ Politiker nichts als unsere dämlichen Bauern, oder gibt es die „Big Story behind“, die Neuordnung der Welt (denn ein globales Thema ist es längst geworden), die solche Opfer verlangt? Sehen Kriege ohne Waffen vielleicht so aus? Oder ist es am besten, sich diesem Irrsinn einfach durch Urlaub zu entziehen, frei nach dem Motto: „Stell Dir vor es wäre Krieg und keiner geht hin.“?


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    (Von: Wolfgang Matejka) Endlich Urlaubssaison, da fallen die Märkte leichter.

    War schon ein zermürbendes Umfeld, das so viele unserer angelsächsischen Broker die letzten Tage nicht und nicht schlafen ließ: Einerseits einigten sich die Euro-Finanzminister auf eine Bankenfinanzierung, andererseits gelingt die Spanien-Umschuldung und die EZB als zentrales Steuerungsinstrument a la EU-FED wurde auch noch gestärkt. Sogar ein paar Milliarden für Wachstumsinitiativen wurden genehmigt. JP-Morgan mit seiner riesigen Contra-EU-Wette und ein paar Mitverbundene Unsichtbare haben sichtbar gelitten und spätestens als man Jamie Dimon, dem Chef von JP- Morgan, die Erschütterung und Reue ob der unerhörten Frechheit seiner Händler, Investments, ja genau jene gegen Europas „schwache Staaten“, ohne Limit einzugehen, ansah wusste man wer die wirklichen „Freunde Europas“ waren. Nass bis auf die Knochen vom kalten Tee der dabei hektoliterweise über uns von diesen „Freunden“ ausgeschüttet wurde durften wir dem Anstieg der folgenden Tage mit Wärme im europäischen Herzen und einem lächelnden Plus am Depot zusehen bis, ja bis die positive Grundstimmung die ersten Kauforders verbraucht hatte und in den Freitagnachmittag hinein der Markt dünner wurde. Und plötzlich waren sie wieder da, die altbekannten Attacken aus dem Hinterhalt.

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