24.06.2021, 3943 Zeichen
Die Analysten von Raiffeisen Research haben ihren aktuellen Börsenbericht veröffentlicht, und meinen: "Die Aktienindizes der globalen Leitbörsen haben ihre zwei Durchhänger von Mitte Mai gut überwunden und einen Monat später schon wieder neue Allzeit- oder Mehrjahres-Höchststände markiert. Insbesondere den Technologiewerten der Nasdaq scheint der Rückgang des Renditeniveaus lang laufender US-Anleihen gutgetan zu haben. Sie haben Mitte dieser Woche auf Indexebene Rekordstände erreicht. Abgesehen von dieser jüngst ganz famosen Entwicklung an der Nasdaq ist aber bei den allermeisten Aktien-Leitindizes inzwischen ganz klar eine Abflachung des seit mittlerweile 15 Monaten ausgebildeten Aufwärtstrends zu beobachten.
Seit Wochen heiß diskutierte Themen wie die Mindestbesteuerung von multinational agierenden Großkonzernen, der global – und ganz besonders in den USA – zu beobachtende Inflationsanstieg oder die seit Jahresbeginn spürbar angestiegenen Anleiherenditen belasten die Stimmung jedenfalls nur mehr marginal. In Bezug auf die letzten beiden hier angeführten Punkte wurde vor allem gespannt auf die jüngste Sitzung der US-Notenbank Fed Mitte Juni gewartet und wie diese darauf reagieren würde. Sie hat in der Tat reagiert, zumindest ein Stück weit: Einerseits wurde dieTapering-Diskussion (Tapering = Reduktion der Anleihenkäufe) gestartetund somit das 'Reden über das Reden über das Tapering' ad acta gelegt. Andererseits zeigen die aktualisierten Wirtschaftsprognosen, dass nun eineMehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses einen ersten Zinsschritt bereits im Jahr 2023als wahrscheinlich erachtet. Ende letzter Woche hat dann der Vorsitzende der Fed von St. Louis, James Bullard, noch zusätzliches Öl ins Feuer gegossen und sich öffentlich dazu bekannt, dass er einer von sieben Fed-Vertretern wäre, die eine erste Zinsanhebung aufgrund der überraschend anziehenden Inflation bereits Ende 2022 als gerechtfertigt erachten.
Die Börsen haben auf die Neuigkeiten aus der Fed-Sitzung jedenfalls noch recht klassisch, nämlich mit nur leichten Abschlägen bei den US-Indizes reagiert und keine 24 Stunden später drehte sich das Sentiment und nahezu rund um den Erdball konnten die Kurse wieder zulegen. Schließlich ist es nicht in Stein gemeißelt, dass der Einstieg in eine weniger lockere Geldpolitik der US-Notenbank die Börsen dauerhaft belasten muss. Zwar zeigt sich ein gewisser, nicht zu verleugnender Zusammenhang zwischen Notenbankbilanz und Entwicklung am Aktienmarkt; wenn es jedoch zunächst einmal lediglich um die Rücknahme des Ausmaßes an Notenbankkäufen (und damit der Bilanzausweitung) geht, dann kann man daraus über die mittlere Frist (bloß) eine weniger starke zukünftige Dynamik am Aktienmarkt ableiten. Kurzfristig denken wir aber schon, dass die Konkretisierung der geldpolitischen Wende in den Spätsommermonaten noch einmal zum Belastungsfaktor werden kann.
All das bestätigt uns, trotz oder viel mehr gerade aufgrund der gegebenen hohen Indexniveaus unsere Anfang Mai auf "Halten" zurückgenommene Empfehlung für die von uns analysierten Aktienindizes nun beizubehalten. Wichtige Konjunktur-Vorlaufindikatoren haben mittlerweile Niveaus erreicht, von denen aus es mittelfristig eigentlich nur abwärts gehen kann. Ein damit einhergehender Rücksetzer an den Aktienmärkten – und sei es nur ein „Durchschnaufer“ – darf dann nicht verwundern. In Kombination mit einem bereits sehr "bullishen" Sentiment und einer über den Sommer aufgeheizteren Debatte rund um eine Reduktion des Anleihekaufprogramms („Tapering“) dürften die Sommermonate an den Aktienmärkten unserer Meinung nach deutlich holpriger ausfallen als die ersten Monate dieses Jahres. Die gegebene (positive) Kombination aus Gewinnwachstumsdynamik, Konjunkturoptimismus und Öffnungsfantasie ist (mehr als) eingepreist. Gerade in den volatilen, von weniger Börsenhandelsumsatz geprägten Sommermonaten kann es dann schnell auch einmal zu einem vorübergehenden Rücksetzer kommen."
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