24.07.2026, 3039 Zeichen
Aus den Morning News der Wiener Privatbank: "Ein kräftiger Ölpreisanstieg hat den Wiener Aktienmarkt gestern Donnerstag belastet. Der Brent-Ölpreis überschritt am Donnerstag wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg erstmals seit Ende Mai wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter), was Inflationssorgen am Markt anfachte. Späte Schützenhilfe lieferten dagegen die RBI-Aktien, die nach einem russischen Gerichtsurteil klar in die Gewinnzone drehten. Der ATX dämmte folglich seine klaren Kursverluste zumindest etwas ein und schloss 1,06 Prozent tiefer auf 6.459,21 Punkten. Damit gab der Leitindex die Gewinne der ersten Wochenhälfte teilweise wieder ab, er bleibt aber in der Konsolidierungsspanne zwischen 6.300 Zählern und dem Rekordhoch bei knapp 6.600 Einheiten. Für den ATX Prime ging es um 1,14 Prozent auf 3.176,83 Zähler nach unten. Nach Angriffen der Houthi-Miliz im Roten Meer drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran und den Houthis im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung. Zuvor hatten die Houthi nach eigenen Angaben zwei saudi-arabische Schiffe im Roten Meer beschossen, was Sorgen vor Unterbrechungen auf diesem Seeweg auslöste. Die Europäischen Zentralbank ließ unterdessen wie erwartet ihre geldpolitischen Schlüsselzinssätze unverändert. Am Markt wird mit einer Zinserhöhung im September beziehungsweise mit zwei Schritten bis Jahresende gerechnet.
Eine jähe Kehrtwende machten am späten Nachmittag die Aktien der RBI, die so nach einem weitgehend schwächeren Handelsverlauf einen Tagesgewinn von 3,7 Prozent und dadurch ein weiteres 18-Jahres-Hoch erreichten. Nach einem russischen Gerichtsurteil, welches das rechtliche Risiko für Verfahren außerhalb Russlands verringert, kündigte das Institut an, Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe gegen die Beteiligungsgesellschaft Rasperia in Österreich einzureichen. Experten sehen in der Ankündigung einen "weiteren positiven Schritt". Obwohl der Streit mit Rasperia schon seit einiger Zeit andauert, verbessere das Urteil offenbar die Fähigkeit der RBI zur Verfolgung einer Rückgewinnung gegen identifizierbare österreichische Vermögenswerte. Die potenzielle Rückgewinnung sei mit rund 17 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung der RBI erheblich, obwohl das endgültige Ergebnis weiterhin von rechtlichen Verfahren und der Durchsetzung abhänge.
Bei den übrigen ATX-Werten sah es dagegen weniger rosig aus, nur OMV stiegen angesichts der hohen Ölpreise um 1,7 Prozent. Dagegen bremsten Inflationssorgen die schwer gewichteten Bankaktien Erste Group und Bawag , die um 2,4 respektive 1,7 Prozent nachgaben. Unter den energieintensiven Industriewerten fielen Voestalpine um 2,5 Prozent. Tiefrot schlossen zudem AT&S , die im schwächelnden Sektorumfeld 5,2 Prozent einbüßten. Wienerberger gaben nach der Stabilisierung am Vortag wieder 4,2 Prozent auf 20,38 Euro ab. Hier senkten Analysten in Reaktion auf die Gewinnwarnung des Baustoffkonzerns ihr Kursziel von 21 auf 18 Euro. Das Anlagevotum "Sell" wurde unverändert beibehalten."
Wiener Börse Party #1206: ATX stärker, Spannung bei Addiko und Marinomed und die ÖVP sagt nach 15 Years of Hurt endlich das Richtige
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