23.03.2026, 3106 Zeichen
Das Pentagon hat Palantirs KI-Plattform Maven Smart System offiziell zum „Program of Record" erklärt — ein bürokratischer Begriff mit erheblicher finanzieller Tragweite. Die Technologie wechselt damit vom Experimentierstatus in die dauerhafte Bundeshaushaltplanung und sichert Palantir eine langfristige Einnahmebasis im Verteidigungsbereich.
Was die Pentagon-Entscheidung konkret bedeutet
Vizeverteidigungsminister Steve Feinberg bestätigte die Einstufung per strategischem Memo. Demnach wird Maven in alle Teilstreitkräfte integriert — Army, Navy, Air Force, Marine Corps und Space Force. Die Umstellung soll bis Ende des laufenden Fiskaljahres im September 2026 abgeschlossen sein. Gleichzeitig wandert die Aufsicht über das System von der National Geospatial-Intelligence Agency zum Chief Digital and Artificial Intelligence Office des Pentagons, die Vertragsvergabe wird künftig über die U.S. Army gebündelt.
Der Hintergrund dieser Entscheidung liegt auch in der operativen Bewährung: Maven wurde laut Berichten intensiv bei Militäreinsätzen im Nahen Osten eingesetzt, wo das System Daten aus Satelliten, Drohnen und Radarsystemen zusammenführte. Dabei ersetzte es fast zehn separate Altsysteme durch ein einziges Visualisierungswerkzeug — mit deutlich kürzeren Reaktionszeiten bei der Zielerfassung.
Wachstumszahlen und eine offene technische Frage
Trotz der Formalisierung gibt es eine technische Komplikation: Das Pentagon stuft das im Maven-System eingesetzte KI-Modell Claude von Anthropic als potenzielles Lieferkettenrisiko ein. Ob und wie schnell ein alternatives Modell integriert werden kann, ohne den „Program of Record"-Status zu gefährden, bleibt offen.
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Finanziell zeigt sich Palantir in starker Verfassung. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 7,19 Milliarden Dollar — ein Plus von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der verbleibende Auftragsbestand (Remaining Performance Obligation) stieg zuletzt um 143 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar.
Analysten reagierten positiv auf die Pentagon-Entscheidung. Daiwa Securities stufte die Aktie von Neutral auf Buy hoch und nannte ein Kursziel von 180 Dollar, UBS erhöhte sein Ziel auf 200 Dollar und verwies auf den Auftragsbestand von 11,2 Milliarden Dollar. Die Aktie notiert aktuell bei rund 130 Euro — knapp 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom November 2025. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 360 Milliarden Dollar und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 239 bleibt die Bewertung ambitioniert. Die dauerhafte Verankerung im Pentagon-Budget liefert zumindest eine belastbarere Grundlage für das Regierungsgeschäft.
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