01.06.2026, 2338 Zeichen
Die in Graz ansässige Emerald Horizon AG bereitet derzeit ihren Börsengang vor und wird eigenen Angaben zufolge "zeitnah" Informationen dazu geben. Das DeepTech-Unternehmen im Bereich nachhaltiger Energielösungen setzt den Fokus auf Thorium-basierte Beschleunigersysteme und entwickelt den Angaben zufolge "die nächste Generation der CO2-freien Grundlastversorgung für eine unabhängige Zukunft Europas." Die vom Unternehmen entwickelte ADES-Reaktortechnologie ist ein sogenanntes beschleunigergetriebenes subkritisches System. Dabei erzeugt ein Teilchenbeschleuniger die für die Spaltung notwendigen Neutronen. Der Reaktorkern selbst befindet sich dauerhaft im subkritischen Zustand: Er kann ohne den Beschleuniger keine Kettenreaktion aufrechterhalten. Das bedeutet: Eine Kernschmelze ist physikalisch ausgeschlossen – nicht durch Sicherheitssysteme, nicht durch Redundanz, sondern durch die Gesetze der Physik selbst, wie das Unternehmen betont. Als Brennstoff dient flüssiges Thorium – "kein Uran, kein Plutonium, kein waffenfähiges Material", betont das Unternehmen in einer Aussendung. Die Abfallproblematik, die in der öffentlichen Debatte regelmäßig als unüberwindbares Argument gegen Kernkraft ins Treffen geführt wird, stellt sich bei ADES grundlegend anders: Es entstehen keine transuranen Elemente, die langfristige geologische Endlagerung für zehntausende Jahre erfordern würden. Die thermische Leistung von 25 MWth pro Modul erlaubt eine dezentrale, skalierbare Nutzung – für Industrie, kritische Infrastruktur oder energieintensive Regionen ohne Zugang zu stabilen erneuerbaren Quellen. Die Entwicklung in Graz ist ein SMR (Small Modular Reaktor) einer neuen Generation, ein SMRX. Norbert Hofer, Vice President Strategic Communication, Emerald Horizon AG: „ADES ist kein Reaktor, den man aus den 1970er-Jahren kennt – es ist eine Technologie, die die Ängste von Zwentendorf technisch und physikalisch obsolet macht. Kein Uran, kein Plutonium, keine Kettenreaktion ohne aktives Zutun, kein langlebiger Atommüll. Wir entwickeln diese Technologie in Graz, weil wir überzeugt sind: Die Antwort auf die Energiefrage der Zukunft kommt nicht aus dem ideologischen Diskurs, sondern aus dem Labor und der Wissenschaft."
Norbert Hofer war vor einigen Wochen Gast bei unsererm Börsepeople-Podcast. H I E R nachzuhören.
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