21.03.2026, 4998 Zeichen
Die Bundesregierung steht unter Druck, die Rentenreform voranzutreiben. Im Zentrum der Debatte steht eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Eine Expertenkommission arbeitet an einem Modell, um das System angesichts der alternden Bevölkerung zu stabilisieren.
Expertenkommission erarbeitet Blaupause
Die Lage ist ernst: Auf einen Rentner kommen heute nur noch etwa 2,1 Beitragszahler. Um den Kollaps des Umlagesystems zu verhindern, hat die Regierung die Alterssicherungskommission eingesetzt. Das 13-köpfige Gremium unter Vorsitz von Professorin Constanze Janda soll bis Ende Juni 2026 ein Reformkonzept vorlegen.
Anzeige
Angesichts der demografischen Entwicklung und längerer Lebensarbeitszeiten wird die korrekte Kalkulation von Personalkosten immer komplexer. Dieser kostenlose Leitfaden unterstützt Sie dabei, alle relevanten Grenzwerte und Sozialabgaben sicher im Blick zu behalten. Beitragsbemessungsgrenzen-Übersicht kostenlos herunterladen
Die Rente mit 70, lange ein Tabu, ist dabei zum zentralen Verhandlungspunkt geworden. Kanzler Friedrich Merz signalisierte bereits Unterstützung für eine schrittweise Anhebung. Ein längeres Arbeitsleben sei nötig, um den Sozialstaat zu finanzieren – besonders vor dem Hintergrund von Forderungen nach einer Vier-Tage-Woche. Auch Unions-Fraktionschef Jens Spahn plädiert für eine Kopplung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung.
Streit um Modelle: Lebensalter vs. Beitragsjahre
In der Kommission konkurrieren zwei grundverschiedene Ansätze. Der eine, vorgeschlagen von Ökonom Martin Werding, sieht eine dynamische Kopplung an die Lebenserwartung vor. Ab 2031 würde das Rentenalter automatisch alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen. Das Zielalter 70 würde so erst um 2091 erreicht – eine Entlastung für die nächsten Beitragszahler-Generationen.
Der Gegenentwurf von Ökonom Jens Südekum setzt nicht auf ein fixes Alter, sondern auf 45 Beitragsjahre. Wer so lange eingezahlt hat, könnte unabhängig vom biologischen Alter ohne Abschläge in Rente gehen. Befürworter argumentieren, ein starres Alter von 70 benachteilige jene, die früh ins Berufsleben starten, besonders in körperlich fordernden Berufen. Ein pauschales Höchstalter könnte so soziale Ungleichheit verschärfen.
„Aktivrente“ als erster Schritt
Bereits umgesetzt ist die „Aktivrente“, die seit Januar 2026 gilt. Sie soll den Übergang ins Rentenalter flexibler gestalten. Das Modell hebt Beschäftigungsverbote für Rentner bei ihrem früheren Arbeitgeber auf und schafft steuerliche Anreize: Pensionierte können bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen, während sie ihre volle Rente beziehen.
Arbeitsministerin Bärbel Bas sieht darin ein Schlüsselinstrument, um erfahrene Kräfte in Mangelsektoren wie dem Gesundheitswesen oder dem Ingenieurswesen zu halten. Die Maßnahme baut auf dem Rentenpaket II auf, das eine Mindestrentenniveau von 48 Prozent bis 2031 festschrieb. Analysten sind sich jedoch einig: Diese Schritte reichen bei weitem nicht aus, um die langfristige Finanzierungslücke zu schließen.
Unternehmen müssen umdenken
Für die Wirtschaft hat der demografische Wandel konkrete Folgen. Die Zahl der über 67-Jährigen wird bis 2040 auf rund 21 Millionen steigen. Bleiben Reformen aus, drohen deutlich höhere Lohnnebenkosten für Unternehmen.
Anzeige
Die Beschäftigung von erfahrenen Kräften und Rentnern erfordert eine präzise Lohnabrechnung, um rechtliche Fallstricke bei Sozialabgaben zu vermeiden. Erfahren Sie in diesem Experten-Handbuch, wie Sie Lohnnebenkosten rechtssicher berechnen und steuerfreie Extras optimal nutzen. Kostenloses Lohnnebenkosten-Handbuch sichern
Die „Aktivrente“ und eine mögliche Rente mit 70 zwingen die Personalabteilungen zum Umdenken. Firmen müssen ihre Payroll-Systeme anpassen, um die steuerfreien Zuverdienste von Rentnern korrekt abzubilden. Gleichzeitig sind altersgerechte Arbeitsplatzmodelle gefragt – mit mehr Homeoffice-Optionen und ergonomischen Anpassungen.
Deutschland folgt mit seinen Überlegungen einem europäischen Trend. Dänemark hat bereits gesetzlich festgelegt, das Rentenalter bis 2040 schrittweise auf 70 Jahre anzuheben. Beobachter kritisieren, Deutschlands Zögern bei der automatischen Lebenserwartungsanpassung lasse es im internationalen Vergleich zurückfallen.
Was kommt auf Rentner und Beitragszahler zu?
Die kommenden Monate werden richtungsweisend sein. Nach Vorlage des Kommissionsberichts im Juni will die Regierung noch 2026 einen Gesetzentwurf vorlegen. Die parlamentarischen Beratungen könnten dann den politischen Herbst und Winter dominieren.
Kurzfristig können sich aktuelle Rentner auf eine Rentenerhöhung im Juli 2026 freuen. Sie soll laut Prognosen höher ausfallen als zunächst angenommen und einen Inflationsausgleich bieten.
Für Jüngere zeichnet sich ein anderes Bild ab: Finanzexperten raten dringend zum Aufbau privater und betrieblicher Vorsorge. Der Übergang zu einem späteren Renteneintritt erscheint unausweichlich. Er markiert eine tiefgreifende Veränderung des deutschen Sozialvertrags.
Zertifikate Party Österreich: Marianne Kögel, Raiffeisen Zertifikate, zu Award-Einreichungen (noch 14 Tage bis zum 20. Zertifikate Award 2026)
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, Bajaj Mobility AG, AT&S, Zumtobel, Amag, CPI Europe AG, Rosgix, UBM, Kapsch TrafficCom, ATX, ATX Prime, ATX TR, ATX NTR, Erste Group, EVN, OMV, VIG, CA Immo, Reploid Group AG, Hutter & Schrantz Stahlbau, Porr, Polytec Group, Wiener Privatbank, Rosenbauer, Semperit, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Telekom Austria.
Random Partner
wienerberger
wienerberger ist einer der führenden Anbieter von innovativen, ökologischen Lösungen für die gesamte Gebäudehülle in den Bereichen Neubau und Renovierung sowie für Infrastruktur im Wasser- und Energiemanagement.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Hinter den Kulissen: Wie Raiffeisen Zertifikate die Einreichung für den ...
» ATX knapp im Minus vor dem Ultimo – Porr glänzt mit Kurssprung und Kursz...
» Österreich-Depots: Knapp unter Highs (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 28.5.: Bitte wieder so wie 2004 (Börse Geschichte) (Börs...
» Nachlese: Markus Leitgeb AT&S, Alexandra Baldessarini, Sittenbild Medien...
» PIR-News: Zahlen von UBM, VIG, ASTA, News zu Andritz, Bajaj Mobility, St...
» Ein Vierteljahrhundert Technologiegeschichte: AT&S-Forscher Markus Leitg...
» Wiener Börse Party #1165: ATX leicht im Minus, aber Supertag für die Por...
» Börsepeople im Podcast S25/05: Markus Leitgeb (AT&S)
» ATX-Trends: Porr, Addiko, Andritz ...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wiener Börse: ATX am Donnerstag 0,87 Prozent schw...
- Wiener Börse Nebenwerte-Blick: Wiener Privatbank ...
- Wie Reploid Group AG, Wiener Privatbank, Polytec ...
- Wie Porr, CA Immo, EVN, VIG, AT&S und Strabag für...
- Upgrade für Erste Group-Aktie
- Höheres Kursziel für Porr-Aktie
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1147: ATX zum Mai-Start etwas leichter, AT&S flirtet mit der Dreistelligkeit, auch Polytec erneut gesucht, Semperit klug
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Dimitri Bogachuk
Atlantic
2025
form.
Yusuf Sevinçli
Oculus
2018
Galerist & Galerie Filles du Calvaire
Jack Davison
13–15 November. Portraits: London
2026
Helions
