28.03.2026, 3000 Zeichen
PayPal ruft für 2026 ein Übergangsjahr aus und untermauert dies nun mit prominentem Personal. Während der neue CEO Enrique Lores erst seit wenigen Wochen im Amt ist, holt sich der Zahlungsdienstleister mit Alyssa Henry eine ausgewiesene Branchenexpertin in den Verwaltungsrat. Der Schritt zielt direkt auf die größte aktuelle Schwachstelle des Konzerns ab.
Angriff auf das Händlergeschäft
Marktbeobachter werten die Berufung der ehemaligen Square-Chefin in das Board of Directors als gezielten strategischen Schritt. Sie folgt auf die ausscheidende Gail J. McGovern und bringt tiefe Einblicke in händlerfokussierte Ökosysteme mit. Genau hier drückt bei PayPal der Schuh: Das wichtige Geschäft mit dem markengebundenen Checkout wuchs im letzten Quartal des Vorjahres nur noch um magere ein Prozent. Unter der Führung des seit Anfang März amtierenden CEOs Lores soll Henrys Expertise nun helfen, dieses Kerngeschäft wiederzubeleben und Marktanteile zurückzugewinnen.
Krypto-Ausbau in Europa
Parallel zum personellen Umbau treibt der Konzern seine technische Infrastruktur voran. Am Donnerstag bestätigte das Unternehmen eine neue Integration mit der Kryptobörse Bybit EU. Unter den strengen europäischen MiCA-Richtlinien ermöglicht diese Partnerschaft reibungslosere Ein- und Auszahlungen von Fiat-Währungen. Gekoppelt mit einer neuen Belohnungskampagne will der Zahlungsdienstleister so die Akzeptanz seines eigenen dollarbasierten Stablecoins auf dem europäischen Markt forcieren und grenzüberschreitende Transaktionskosten senken.
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Günstige Bewertung lockt
An der Börse spiegelt sich der laufende Umbau in einer niedrigen Bewertung wider. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 8,3 wird der Titel mit einem deutlichen Abschlag zum Branchendurchschnitt von 17,5 gehandelt. Der jüngste Kursrückgang auf 37,76 Euro zum Wochenschluss drückte die Jahresperformance auf ein Minus von knapp 24 Prozent. Trotz der operativen Herausforderungen bleibt der Cashflow jedoch stabil, was die jüngste Quartalsdividende von 0,14 US-Dollar am 25. März bei einer moderaten Ausschüttungsquote von rund zehn Prozent unterstreicht.
Das Management hat 2026 offiziell als Jahr des Neustarts deklariert, in dem gezielte Investitionen in KI-gestützten Handel und eine verbesserte Liquidität im internationalen Zahlungsverkehr im Vordergrund stehen. Mit der Rücknahme der alten Finanzziele für 2027 liegt der Fokus der Investoren nun vollständig auf der kurzfristigen Stabilisierung der Transaktionsmargen durch das neu formierte Führungsteam.
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Börsepeople im Podcast S25/05: Markus Leitgeb (AT&S)
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